Um 8.00 Uhr wollten die Kollegen die nach Mainz müssen mit dem Reisebus abfahren. Doch die Abfahrt verzögerte sich, da es einige Leute nicht schafften pünktlich aus den Bergen ins Tal zu fahren. Mein Fahrer sollte mich um 09.30 Uhr am Hotel abholen um mich zum Flughafen zu fahren. Es war einer jener Antholzer Fahrer die uns schon die ganze Zeit gefahren hatten. Die Jungs haben einen guten Job gemacht. Wir kamen ins plaudern und er erzählte mir, dass er im „richtigen“ Leben Bodenleger ist und den Boden hier im Funktionsgebäude im Biathlonstadion mit verlegt hat. Außerdem ist er Nachwuchstrainer in Antholz. Es haben übrigens viele "Gastarbeiter" aus den Stadien Ruhpolding, Antholz und Ridnaun den Wettkämpfen zum Erfolg verholfen.

Nach einer guten Stunde kamen wir am Flughafen Turin an. Endlich! Es wurde Zeit, dass es nach Hause geht. Am Check-In Schalter traf ich noch Alexander Ruda. Normal gehört er zu unserem Team. Jetzt, während der Spiele, moderierte er die Nachtsendung des ZDF. So schnell wir uns trafen, verabschiedeten wir uns auch schon wieder. Wir sehen uns in Kontiolahti beim vorletzten Weltcup dieser Saison wieder.

Im Flughafen wollte ich die letzte Chance nutzen endlich eines dieser Maskottchen zu kaufen. Sowohl bei uns im Stadion als auch an der Bobbahn und in Sestriere gab es nur Basecaps, T-Shirts und Pins. Die Pins gab es von allen Sportarten……. außer Biathlon :-(

Von zu Hause wurde ich per SMS von meiner Frau über den jeweiligen Stand der Massenstartrennen informiert. Michael Greis holte sein drittes Gold! Wahnsinn! Herzliche Gratulation Michi! Die Frauen standen nicht nach und holten durch Kati Wilhelm und Uschi Disl Silber und Bronze. Auch an die Beiden geht meine herzliche Gratulation.

Nachdem sich der Abflug meiner Maschine, wie sollte es auch anders sein, um 30 Minuten verzögerte, weil man nicht genau wußte wieviele Menschen denn eigentlich an Bord waren, hob das Flugzeug in Richtung München ab. Nach 75 Minuten Flugzeit landeten wir schon wieder. Noch weitere 90 Minuten mit dem Auto und ich war zu Hause. Endlich!!

Morgen gibt es noch den 50 Km Langlauf und die Abschlussfeier. Darüber werde ich nicht berichten. Meine Tage in Turin sind vorüber.


Die sportlichen Erfolge der deutschen Biathletinnen und Biathleten waren überragend. Die Wettkampfstätte für die Athleten hervorragend. Die Arbeitsbedingungen für uns im Biathlonstadion gut. 

Doch sobald man das Stadion verlassen hatte, war von Olympia nicht viel zu merken. Teilweise hatte ich das Gefühl, dass sich die Einheimischen für die Spiele nicht interessierten. Es gab keine „Leidenschaft“ so wie die Organisatoren es vollmundig vorab unübersehbar überall proklamierten. Passion lives here, sollte das Motto der Spiele sein. Es waren Spiele der guten sportlichen Veranstaltungen. Es waren keine Spiele die den Funken auf die Bevölkerung und die viel zu wenigen Zuschauer vor Ort haben überspringen lassen. Überschattet vom Skandal um die österreichische Mannschaft, hinterließen sie bei mir ein ungutes Gefühl.

Noch einmal Gratulation an alle Sportlerinnen und Sportler die teilnehmen durften. Gratulation an die Medaillengewinner. Die Deutsche Mannschaft präsentierte sich vorbildlich. So repräsentiert sich Deutschland in der Welt am Besten! Die Sportlerinnen und Sportler zeigten was wir alle neben den sportlichen Wettkämpfen so vermissten.   “Leidenschaft“ für ihren Sport!


Nachdem wir den letzten Tag vor Ort etwas entspannter angehen konnten. Habe ich mich zunächst auf den Weg gemacht um mein verlorenes Telefon zu suchen. Zuerst habe ich mein Zimmer sicherheitshalber noch 2 Mal auf den Kopf gestellt. Man weiß ja nie! Doch Fehlanzeige, im Zimmer war es sicher nicht. Dann bin ich den Weg zurück in die Pizzeria gegangen. Auch nichts! In der Pizzeria habe ich nachgefragt. Auch nichts! Oh je es scheint wirklich verloren zu sein. Ich nutzte die Gelegenheit um zusammen mit Petra Behle und Christoph Hamm, die nachgekommen waren, ein paar Spaghetti Marinara zu essen. Es war schließlich unser letzter Besuch dieses Lokals.

Nachmittags habe ich mit Petras Laptop in der Lobby des Hotels, dank W-Lan, meine HP pflegen können. Das ging 5 x schneller als im Büro am Stadion.

Dann kam ein Anruf von Erik Komusin, unserem Produktionsleiter im Stadion. Er hat gehört, dass an der Rezeption unseres Hotels ein Telefon abgegeben wurde. Ich runter zur Rezeption und nachgefragt. Tatsächlich, mein Handy war wieder da. Es lag vor dem Hotel im Schnee. Gott sei Dank voll funktionsfähig. Na das hat doch noch ein Happy End genommen. 

Am Abend gab es in Sestriere einen Empfang für alle Kollegen von ZDF und ARD. Wir nutzten die Möglichkeit noch einen geselligen Abend zu verbringen.



Mein persönliches Highlight des Abends war ein Foto zusammen mit Rosi Mittermaier , meiner Skiheldin aus vergangenen Tagen und ihrem Ehemann Christian Neureuther.



Nachdem mit den Kollegen über die vergangen 2 ½ Wochen diskutiert wurde, machten Petra, Christoph, Frank Peter Rötsch und ich uns auf den Weg zurück ins Hotel. Es schneite sehr stark und die Straße war ziemlich glatt.




Christoph Hamm hat uns aber alle nach nur 1 Std. Fahrzeit sicher ans Ziel gebracht.


Morgens um 8.30 Uhr war Abfahrt in das Stadion. Das Wetter war traumhaft. Panoramen wie sie schöner  nicht sein können begleiteten uns hinauf in das Stadion.

Blick aus unserem Hotel auf die umliegenden Berge


Blick auf den Chaberton (3130 m) von San Sicario. Es führt eine alte Straße, die nur noch mit dem MTB befahrbar ist, bis zum Gipfel. Das wäre ein Ziel für den Sommer!


Im Stadion angekommen, machte ich mich auf den Weg einige Informationen der verschiedenen Teams zu sammeln. Gibt es was Neues von den Athletinnen? Alles OK? Wer ist heute Favorit? usw. usw.

Ricco habe ich in einer Wachskabine getroffen. Er analysierte gerade sein Staffelrennen am Laptop.


Natürlich nutzte ich die Gelegenheit ihm zu seiner 4 Goldmedaille zu gratulieren.

Wir diskutierten die Tatsache, dass das Pulsverhalten der meisten Sportlerinnen und Sportler, hier in San Sicario, meist viel höher ist als sonst auf vergleichbarer Höhe. Ricco erzählte mir, dass sein Pulsverhalten beim Spazieren-Gehen um 30 bis 40 Pulsschläge höher sei als sonst. Auch im Einzelwettkampf, den er mit Pulsuhr absolviert hatte, war sein Puls meist sehr hoch. Dieses Pulsverhalten haben auch viele andere Sportler. Ricco meinte, es könnte mit der niedrigen Luftfeuchtigkeit zu tun haben. Eine plausible Erklärung kann aber im Augenblick niemand liefern.

Das Staffelrennen der Frauen rückte näher. Christoph Hamm und ich besprachen noch einmal letzte mögliche Themen, die man während des Rennens erwähnen könnte. Dann ging es auch schon los. Es zeichnete sich sehr früh ab, dass der Sieg nur über die russische Staffel gehen konnte. Zu gut waren ihre Schiessleistungen. Nach einer überzeugenden Leistung mit nur 2 Nachladern konnte Rußland dann auch die Goldmedaille erringen.

Gratulation an unsere Staffel!  Glagow, Henkel, Apel und Wilhelm haben ein sehr gutes Rennen gemacht und verdient die Silbermedaille gewonnen. Der Wahnsinn geht also weiter. Die 8 Medaille im 8 Rennen!

Petra Behle musste noch einige Zeit mit den Zusehern des ZDF im Internet chatten. Danach fuhren wir zurück ins Hotel.


In unserer Stamm-Pizzeria traf man sich wieder um den Tag ausklingen zu lassen. Um 24 Uhr war dann Schluss.


Leider habe ich auf dem Nach-Hause-Weg mein Handy verloren. Schon der zweite herbe Verlust für mich während dieser Spiele. Anfangs überfuhr ja ein Auto meine nagelneue Fotokamera! Der Tag hatte gut begonnen, endete aber mit Ärger.


Schon am Frühstückstisch wurde das Thema Razzia bei den Österreichern noch immer heiß diskutiert. Vor allen Dingen die Kollegen, die vom Langlauf oder Biathlon keine Ahnung haben wollten Details wissen. Wobei ich natürlich keine Details über die Aktivitäten von Walter Mayer, Wolfgang Rottmann oder Wolfgang Perner weiß. Was ich ganz sicher weiß ist, dass Walter Mayer zu keiner Zeit Biathlontrainer war. Er war bis zu seiner Entlassung der "sportliche Leiter" für Langlauf und Biathlon im ÖSV war. Er hat nicht am Mann gearbeitet. Er war früher Langlauftrainer und ist später in diese Position gewechselt.

Hier einige Pressestimmen

Nachdem ich im Büro angekommen war, versuchte ich ein paar Kilometer auf den Skiern zu laufen. Irgendwie werde ich immer müder. Das war wohl der letzte Versuch hier auf dieser Anlage ein wenig zu trainieren. Ich freue mich schon wieder auf die Langlaufstrecken im Chiemgau, die auch für "Normalsterbliche" zu meistern sind. Die letzten Vorbereitungen für die Staffel der Frauen laufen. Uwe Müssiggang macht einen sehr entspannten Eindruck. Das erste Mal ohne Uschi Disl bei Olympia war sicher keine leichte Entscheidung für die Trainer. Doch Uwe und Harald Böse wissen was sie tun.

Es geht für mich in den Endspurt dieser Olympischen Spiele. Morgen noch einmal ein hoffentlich spannendes und erfolgreiches Rennen für unsere Frauen, dann ist Turin schon fast wieder Geschichte.


Ein großer Tag für den deutschen Biathlonsport!


Ricco Gross   Bild dpa


Michael Greis Bild dpa


Das Siegerquartet: Groß, Rösch, Fischer Greis.

Herzliche Gratulation an diese fantastische Staffel!