Lange war nichts zu lesen auf dieser Seite. Jedoch war es ein arbeits- und ereignisreiches/r Frühjahr/Sommer. Nachdem im DSV Bundesstüzpunkt alle Trainer Ihre Gruppen zugewiesen bekamen, gab es doch die ein oder andere Überraschung. Im Bereich Biathlon entschied sich der Bayerische Skiverband z.B. gegen eine weitere Zusammenarbeit mit Markus Fischer und für eine neue Konstellation, die dem Flächenland Bayern besser entgegen kommt. Mit 3 Landesverbandstrainern versucht man nun die großen Entfernungen der einzelnen Stützpunkte zueinander besser in den Griff zu bekommen.
Die Zusammenarbeit von HF Sportconsulting mit dem GC Ruhpolding läuft nach wie vor glänzend. Es zeichnet sich trotz des nicht all zu guten Sommers ein Rekordergebnis für das Jahr 2011 ab. Zwar sind es noch fast 6 Wochen bis sich die Saison zu Ende neigt, jedoch kann uns zum heutigen Zeitpunkt nicht mehr viel passieren.
Die Zusammenarbeit mit dem ZDF geht in das 20. Jahr. Nach wie vor freue ich mich auf die anstehende Aufgaben zusammen mit meinem Kollegen Christoph Hamm sehr. Im ZDF Biathlon-Team gibt es einige Veränderungen, auch in Schlüsselpositionen. Das ZDF wird dazu aber die entsprechenden Meldungen zur rechten Zeit verbreiten. Auf die kommende Saison sind wir alle gespannt. Zum Einen gibt es mit Annecy FRA und Nove Mesto CZE gleich zwei Neulinge im Kalender und zum Anderen natürlich die Heim-WM in Ruhpolding. Das Highlight der kommenden Saison. Gespannt darf man sein, wie die Ruhpoldinger diese Mamutaufgabe bewältigen.
Das wichtigste Event des Jahres ist für HF Sportconsulting aber die 10. ODLO Biathlon World Team Challenge in der Veltins Arena Auf Schalke. Am 29.12.2011 trifft sich wieder die Weltelite des Biathlonsports in der Arena bei sagenhafter Atmosphäre. Es werden wieder 50.000 Zuschauer vor Ort erwartet. Nachdem im März die Ausweichveranstaltung des letzten Jahres nicht schlecht war, sollte es aber keinen Vergleich zu der kommenden Veranstaltung geben. Die IBU hat die Verwendung der Lasergewehre nicht mehr genehmigt. Das kann man so oder so sehen. Es zeigt auf alle Fälle, wie wichtig die IBU diese Veranstaltung nimmt, dass sie sich dermaßen äußert. Das Organisationsteam freut sich bereits auf den 29.12. Wir hoffen dies tun auch die Fans.
ODLO Biathlon WTC 2010/11
Immer wieder das selbe Thema... kurz vor Beginn der Veranstaltung kommen krankheitsbedingte Absagen. Magdalena Neuner, Andreas Birnbacher, Marie Laure Brunet und Vincent Jay waren es diesmal. Ich hoffe allen geht es bald wieder besser, damit die Vorbereitung auf die neue Saison planmäßig starten kann. Alles Gute zusammen!
Was mich immer wieder freut, ist die Begeisterung mit der die kurzfristig angefragten Athleten zusagen und ihrer Freude Ausdruck verleihen.
Mit 35.000 bis 40.000 Zuschauer werden wir zwar nicht die Zahlen des Vorjahres erreichen, dies war aber auch nicht zu erwarten. Ein Tag, dem ein Arbeitstag folgt, ist für viele Fans sehr schwierig zu gestalten. Gerade wenn man von weit her anreist oder nach dem Rennen noch die unvergleichliche Apres Ski Stimmung genießen will.
Die Besetzung der Teams ist so gut wie noch nie. Der Fan schnalzt mit der Zunge.
Biathlon A - Z mit Herbert Fritzenwenger in der ZDF Mediathek online
In Antholz, Ende Januar 2011, musste ich diese Aufsager innerhalb von gut 30 Minuten im Kasten haben. Ohne große Textvorlage war das gar nicht so einfach. Für einen "Schnellschuß" bin ich mit dem Resultat aber ganz zufrieden.
Streckenvorstellung Staffel Herren in Khanty Mansiysk in der ZDF Mediathek online >>>
Streckenvorstellung Massenstart Frauen in der ZDF Mediathek online >>>
Sonntag 13.03.2011
10.45 Uhr Khanty Mansiysk Ortszeit, sonnig, Temperatur – 1 Grad. Ideal um auch am letzten Wettkampftag den Weg zu Fuß in das 30 Minuten entfernte Stadion zu marschieren. Die Staffel der Damen steht an. Deutschland gehört zu den Medaillenkandidaten. Die Aufstellung Andrea Henkel, Miriam Gössner, Tina Bachmann und Magdalena Neuner ist interessant, so die deutsche Staffel noch nie gelaufen. Kommen die 4 ohne viele Nachlader durch, dürften sie unschlagbar sein. Wenn es aber Probleme beim Schießen gäbe, würde es schwer werden ein gutes Ergebnis zur erzielen. Wir werden sehen, sprach der Blinde.
Um 12.00 Uhr Redaktionssitzung, zur Abklärung der geplanten Abläufe. Das Schicksal Japans und seiner Bewohner ist immer noch Dauerthema in allen Medien und kann uns von einer Sekunde auf die andere unsere geplanten Abläufe über den Haufen werfen. Kurz vor dem Start habe ich noch beim Anschießen vorbei geschaut um die Windverhältnisse einzuschätzen. Nicht immer einfach scheint es zu werden, vor allen Dingen beim liegend schießen. Die Meinung vieler Athleten hat sich vom Beginn der WM, als man sagte die Windfahnen zeigen mehr an als tatsächlich notwendig ist, bis jetzt zu, schon beim leichtesten Wind muss man höllisch aufpassen, geändert. Fakt ist, viele Fehler im liegenden Anschlag kamen sehr überraschend. Nach der Stippvisite am Schießstand machte ich mich auf den Weg in die Reporterkabine, wo Christoph Hamm schon wartete. Wer waren die Favoriten? Schweden, Russland, Frankreich und natürlich Deutschland. Medaillenchancen haben auch immer Weißrussland und die Ukraine.
Gespannt warteten wir auf den Start. Andrea Henkel setzte sich, wie erwartet, an die Spitze des Teilnehmerfeldes und diktierte das Tempo der ersten Runde. Das erste liegend Schießen brachte ihr 2 Nachlader, was nicht weiters schlimm war, Andrea aber sicher nicht zufrieden stellte. Es galt also einem kleinen Rückstand von 17,5 Sekunden hinterher zu laufen. Wie erwartet kam Andrea fast zeitgleich mit den führenden Teams an den Stand. Ein Nachlader und ab ging es auf die letzte Runde. Wieder ein kleines Loch zulaufend, konnte Andrea nur 3,3 Sekunden auf Platz 1 an Miriam Gössner übergeben.
Miriam Gössner mit 0-7 nach dem liegenden Schießen, lag 17,3 Sekunden zurück. Viel hängte jetzt davon ab, wie sie auf der Runde zum stehend Anschlag ihr Tempo wählen würde und vor allen Dingen, wie wird sie mit der nervlichen Anspannung fertig werden? …. 2 Strafrunden musste sie in Kauf nehmen. Ein großer Zeitverlust von insgesamt 53 Sekunden warf das deutsche Team zunächst auf Rang 6 zurück. Da bei den Weißrussinnen Darya Domracheva unterwegs war, konnte Miriam nur wenige Sekunden gut machen. Mit 50,7 Sekunden Rückstand übergab sie an Tina Bachmann.
Die Silbermedaillengewinnerin des Einzelwettkampfes machte ein ordentliches Rennen. Mit 0-7 liegend und 0-7 stehend, verlor sie allerdings weitere wertvolleSekunden. Mit 1:07 Minuten Rückstand übergab sie an Magdalena Neuner auf Position 4. War da noch was drin? Eine Medaille auf alle Fälle.
In Führung liegend, die Ukraine mit der Superschützin Oksana Khvostenko. Dieses Team schien schon zu weit enteilt. Oksana hat jedoch ihren Zenit im Laufen schon weit überschritten. Schon nach wenigen Minuten keimte etwas Hoffnung auf. Nach dem liegenden Schießen mit 0-6 war Magdalena noch nicht entscheidend näher gekommen. Immer noch war der Rückstand 59,7 Sekunden. Zu schnell und zu sicher schoss Khvostenko. Immerhin war schnell klar, dass Frankreich Zeit auf Magdalena verlor und von ihr gut in Schach gehalten werden konnte. Das letzte Schießen stand an. Ukraine und Weißrussland fast zeitgleich am Schießstand. Khvostenko konnte mit all ihrer Routine und Klasse am Schießstand mit schnellen 0-5 davon eilen. Weißrussland mit Problemen. Mittlerweile war Magdalena Neuner am Schießstand eingetroffen. Auf der Strecke konnte sie viele Sekunden gut machen. Ruhig und konzentriert schien sie zu sein. Erster Schuss, Treffer, zweiter Schuss, Treffer,……sieht gut aus. Dritter Schuss wieder Treffer, wenn sie jetzt durchkommt könnte es Silber werden, da Weißrussland in die Strafrunde muss. 4. Schuss Treffer, komm jetzt der 5. geht auch noch. JAAAAA, absolute Weltklasse 0-5 von Magdalena Neuner sichern die Silbermedaille. Wo ist Khvostenko, wie hoch ist der Rückstand? Nur knapp 24 Sekunden! Da geht was!?! Khvostenko ist keine starke Läuferin, Magdalena hingegen die schnellste Biathletin der Welt. Sekunde um Sekunde, Meter um Meter machte Magdalena gut. 900 Meter nach dem Schießstand konnte sie den Rückstand bereits halbieren. Ricco Groß und Kathrin Hitzer, die beide an der Zwischenzeit standen um Magdalena über den Rückstand zuinformieren, zerriss es fast vor Spannung. Laut feuerten sie Magdalena an, in der Hoffnung, dass sie den Rückstand trotz der nur noch kurz zu laufendenStrecke, gut machen kann…… Genau in dem Moment als die Welt nicht zusehen konnte, weil das russische Fernsehen an dieser Stelle keine Kamera positionierte, überholte Magdalena Neuner Oksana Khvostenko und legte sofort einige Meter zwischen sich und ihrer Konkurrentin. Jetzt, 300 Meter vor dem Ziel war klar, Deutschland wird den Titel gewinnen. Überglücklich empfingen die 3 Staffelkameradinnen ihre Nr.1 und freuten sich, wie alle deutschen Biathlonfans, über den Gewinn eines der spannendsten Biathlonrennen allerZeiten.
Puhh, das war ein genialer Schluss für diese WM.
Nach dem Rennen war schon wieder ein kurzes Meeting im ZDF Redaktionsbüro angesetzt. Es musste aufgrund des großartigen Erfolges der deutschen Damenmannschaft noch kurzfristig eine Sendung mit Magdalena Neuner nach Deutschland übertragen werden. Kurz besprochen und schon ging es für die Crew die noch einmal dran war, weiter. Ich hatte schon „Feierabend“ und genoss die Zeit im Büro mit der Recherche im Internet über die Goldstaffel. Schon wenige Minuten nach dem Zieleinlauf brachten die großen Agenturen und Zeitungen ihre Berichte heraus. Da war was los!
Um 19.30 Uhr Rückfahrt in das Hotel. Anschließend ging es noch zur Abschlussfeier in das Kulturhaus von Khanty Mansiysk. Die Organisatoren stellten wiederum eine bezaubernde Abschlussfeier auf die Beine. Dafür ist Khanty bekannt. Schon in den Vorjahren gelang es immer wieder das Publikum zu begeistern. So auch dieses Mal. Der Spagat zwischen Folklore und Moderne gelang perfekt. Ich fühlte mich in dieser knappen Stunde sehr gut unterhalten. Anschließend gab es noch einen Stehempfang auf dem man sich noch einmal mit vielen Bekannten treffen konnte, um die vergangenen Tage Revue passieren zu lassen. Ein Großteil unseres Teams stürzte sich noch in das Nachtleben von Khanty. Norbert König, Andreas Lauterbach und ich zogen es jedoch vor an unserer Hotelbar noch zwei Bier zu trinken um dann auch diesen aufregenden Tag gemütlich zu beenden.
Wer sich das Rennen in voller Länge ansehen will, kann dies hier tun >>> Samstag 12. März 2011
Die erste Handlung nach dem Aufstehen war, ZDF einschalten und die neuesten Berichte aus Japan ansehen. Jetzt ist doch eines der Reaktorgebäude explodiert. Es wird immer schlimmer für die Menschen in Japan und die Region. Wie soll man sich da auf Biathlon freuen?
Das Wetter in Khanty Mansiysk war traumhaft + 2 Grad Lufttemperatur und windstille. Wieder ging ich zu Fuß vom Hotel in das Stadion. Das Wetter muss man einfach ausnutzen. Es sind ja nur ca. 30 bis 35 Minuten, die tun aber sehr gut.
Perfekte Bedingungen für einen tollen Wettkampftag. Die Höhepunkte in den Einzeldisziplinen standen an. Massenstart Damen und Herren. Zunächst waren die Damen an der Reihe. Magdalena Neuner, Andrea Henkel, Tina Bachmann und Miriam Gössner vertraten die Farben Deutschlands. Gleich von Anfang an setzte Magdalena Neuner Akzente. Beim ersten liegenden Schießen fehlerfrei übernahm sie deutlich die Führung. Danach 1-2-1. Auf die letzte Runde ging sie als Zweitplazierte hinter Darya Domracheva. An diesemTag war Magdalena nicht aufzuhalten. Zwar konnte Darya gut mithalten, doch letztlich war sie spätestens am letzten Anstieg chancenlos. Gratulation Magdalena. Was für ein Rennen mit 4 Strafrunden. Bachmann mit 4 Fehler, Henkel mit 4 Fehler, und Gössner mit 6 Fehler erreichten die Plätze 12, 13 und 14.
Danach das Männerrennen. Anfangs konnte nur Michael Greis gut mithalten er blieb als einziger der deutschen Athleten beim ersten liegenden Anschlag fehlerfrei und lief in einer 16 köpfigen Spitzengruppe zum zweiten Schießen. Arnd Peiffer mit 2 Fehlern war zunächst weit zurückgefallen. Birnbacher und Stephan hielten sich im zweiten Drittel des Feldes auf. Nachdem Michael Greis beim zweiten liegend Schießen 2 Fehler geschossen hatte, waren die Chancen auf eine Medaille nur noch gering. Die Spitzengruppe reduzierte sichzwar mit jedem Schießen, jedoch blieben Svendsen, Bö, Ustyugov und Hofer fehlerfrei. Es warkein herankommen für die Deutschen möglich. Wie so oft sollte das letzteSchießen eine Vorentscheidung bringen Lukas Hofer aus Südtirol und Emil HegleSvendsen schossen je 1 Fehler. Evgeney Ustyugov blieb fehlerfrei und übernahmdie Führung kurz vor Svendsen und Hofer. Mit 2 Fehlern verabschiedete sichTarjei Bö aus dem Kampf um die Medaillen. Er wurde letztlich guter Vierter.Schnell war klar, dass aus dem Dreikampf ein Zweikampf wurde. Lukas Hofer konnte den Anschluss nicht halten. Svendsen lief auf Ustyugov auf und legte sich Ustyugov zurecht. Am letzten Anstieg zog Svendsen das Tempo an. Ustyugov wehrte sich verzweifelt, jedoch war gegen diesen massiven Antritt kein Kraut gewachsen, so dass der Russe ca. 200 Meter vor dem Ziel seinen Widerstand aufgab und sich über die Silbermedaille freute. Mit Lukas Hofer auf Rang 3 gab es eine positive Überraschung. Lukas gehörte den ganzen Winter meist zu den Laufstärksten, da heute auch das Schießen so gut funktionierte war diese Bronzemedaille möglich geworden. Arnd Peiffer wurde als bester Deutscher 8. und lieferte einen guten persönlichen Abschluß dieser WM. Andreas Birnbacher als 16., Michael Greis als 20. und Christoph Stephan als 24 konnten dieses Mal nicht überzeugen.
Nach dem Rennen der Männer hielten wir noch unsere Nach-bzw. Vorbesprechung ab und sortierten die Ergebnisse für das morgige abschließende Staffelrennen der Frauen. Um 21.30 Uhr ging es zurück in dasHotel. Nach einem kurzen Abendessen im Hotel, hing ich wieder am TV und Laptop und verfolgte die Ereignisse in Japan. Irgendwann bin ich dann eingeschlafen.
Freitag 11.03.2011
Nach einer ruhigen und erholsamen Nacht, schaltete ich das ZDF Morgenmagazin ein und traute meinen Augen nicht. In Japan gab es ein schweres Erdbeben. Immer neue Bilder waren zu sehen mit immer schrecklicheren Zerstörungen. Schnell war klar, dass dieser Tag nicht im Zeichen des Biathlonsports stehen kann. Beim Frühstück gab es kein anderes Thema als diese schreckliche Katastrophe. Die Stimmung im ZDF-Team war dadurch bedrückt. Um 13.30 Uhr bin ich wieder zu Fuß zum Stadion gelaufen. Ein wenig Bewegung und frische Luft tun gut. Wir konzentrierten uns wieder auf den Biathlonsport, schließlich stand die Staffel der Männer auf dem Programm. Die Staffel, Höhepunkt einer jeden Biathlonveranstaltung. Was gab es schon für nervenaufreibende Staffeln in der Vergangenheit. Große Erfolge und große Niederlagen wurden gefeiert bzw. bedauert.
Die äußeren Bedingungen waren sehr gut. Die Temperaturen am Nachmittag um 0 Grad, eine leichte Brise wehte, die Mal etwas mehr aufkam und dann schnell wieder nachließ.
Gespannt war man auf die Aufstellung der einzelnen Staffeln. Deutschland wie erwartet in der Reihenfolge Christoph Stephan, Andreas Birnbacher, Arnd Peiffer und MichaelGreis. Die Norweger mit Ole Einar Björndalen als Startläufer überraschten ein wenig.
Der Start verlief sehr gut. Aus deutscher Sicht hatte Christoph Stephan auf der ersten Runde alles unter Kontrolle. Das erste Schießen sorgte dann allerdings für etwas Nervosität bei den deutschen Trainern und Fans. 3 Nachlader braucht Stephan um alle Ziele zu treffen. Mit über 25 Sekunden ging es auf die nächste Runde. Stephan lief eine gute Runde und konnte den Anschluss zur Spitze fast wieder herstellen. Björndalen blieb auch im stehend Anschlag ohne Fehler und konnte einen deutlichen Vorsprung von über 20 Sekunden heraus arbeiten. Stephan benötigte 2 Nachlader und verbesserte sich in der Rangfolge auf Position 6. Die letzte Runde lief Stephan ganz hervorragend. Alleine am letzten Anstieg konnte er deutlich Meter gut machen und gab alles. An Position 3 übergab er mit nur 15 Sekunden Rückstand an Andreas Birnbacher.
Kann Birnbacher sein Trauma von Vancouver, wo er 2 Strafrunden im stehenden Anschlagschoss, überwinden? Eine Frage die seit Tagen heiß diskutiert wurde. Um es vorweg zu nehmen, Birnbacher machte ein sehr gutes Rennen mit einem brillanten stehend Anschlag. Birnbacher konnte gemeinsam mit Norwegen und Russland in führender Position auf Arnd Peiffer übergeben.
Mr. Cool war ebenfalls in hervorragender Form. Peiffer musste sich mit Emil Hegle Svendsen auseinandersetzen. Vom Anfang bis zum Schluss war dies ein packendes Duell auf weltklasse Niveau. Nachdem beide zeitgleich auf ihre Schlussläufer übergeben konnten, war nach wie vor alles offen.
Michael Greis gegen Tarje Bö. So lautete schon das Duell bei der Mixed-Staffel. Damals hieß der Sieger eindeutig Tarje Bö. Beide kamen zusammen an den Schießstand zum liegen Schießen.Ein leichter Wind von links, so zeigten es die Windfahnen an, wurde von beiden Athleten so eingeschätzt, dass keine Justierungen an den Dioptern vorgenommen wurden. Sehr schnell setzte Greis seinen ersten Schuß mit einem Treffer, der zweite folgte ebenfalls sehr schnell, war aber ein Fehler. Jetzt begann auch Trajei Bö mit dem Schießen. Greis setzte Fehler auf Fehler ohne die Windfahnen ein weiteres Mal zu beachten. Nur 2 Treffer mit den ersten 5 Schuß. Auch die Nachlader konnte er nicht ins Ziel bringen. Unglaubliche 3 Strafrunden waren das Ergebnis von hohem Risiko und falscher Einschätzung der Windsituation. Greis fiel auf Rang 8, mit großem Rückstand zurück. Damit war für Deutschland die Staffel gelaufen. Greis versuchte zwar im stehend Anschlag noch einmal alles, jedoch auch hier waren 3 Nachlader zuviel. Zwar schoss Norwegen im stehend Anschlag noch eineStrafrunde, die konnte aber den deutlichen Sieg vor Russland und Ukraine nicht mehr verhindern. Deutschland erreichte Platz 7.
Jeder der schon einmal eine Staffel „versaut“ hat ( und das hat schon fast jeder Athlet einmal) kann mit Michael Greis mitfühlen. Sein Versagen ärgert ihn am allermeisten. Es ist schwer zu akzeptieren, dass man nicht in der Lage war eine normale Leistung abzurufen. Die Staffelkameraden, die eine hervorragende Leistung brachten, um den Lohn ihrer Leistung zu bringen, ist ein schlimmes Gefühl. Man ist in diesen Augenblicken nach einer verpatzten Staffel der einsamste und traurigste Mensch der Welt.
Jedoch gilt es den Blick nach vorne zu richten. Schon morgen steht der Massenstart für alle 4 Athleten an. Vielleicht das Beste was passieren kann. Nach dem Versagen sofort wieder ein Rennen zu absolvieren, nicht lange grübeln damit man einem psychischen Desaster aus dem Weg gehen kann.
Doch was bedeutet dieser 7. Platz? Ändert sich etwas an der Popularität der Sports? Nein, das ist eben Biathlon. Bevor man nicht über dieZiellinie gelaufen ist, ist eben nichts entschieden. Spannung pur vom Anfang bis zum Schluss. Wir dürfen es immer wieder erleben.
Unsere Aufmerksamkeit richtet sich schnell wieder auf die Katastrophe in Japan. Wir alle fühlen mit der Bevölkerung Japans mit und bedauern dieses Unglück. Hoffentlich passiert nicht noch mehr durch einen eventuellen Kollaps eines oder mehrere Atomkraftwerke.
Donnerstag 10.03.2011
Nach dem sehr ereignisreichengestrigen Tag, mit dem sehr turbulenten Einzelwettkampf der Frauen als Höhepunkt, stand ein Ruhetag an. Das Wetter war traumhaft. Ca. – 2 Grad,wolkenloser Himmel und windstille. Das Frühjahr bahnt sich auch in Sibirien langsam seinen Weg.
Um 11.30 Uhr ging der Bus zum Stadion, wo ich noch einige Streckenvorstellungen zu vertonen hatte. Um 14.00 Uhr kurze Redaktionsbesprechung für den Wettkampftag der Staffel der Herren. Anschließend machte ich mich auf den Weg zu den Wachskabinen der Teams. Andreas Birnbacher, Tarje Bö und Ole Einar Björndalen konnte ich länger sprechen. Alle drei waren in guter Laune. Ole ist zwar mit seinen Ergebnissen nicht zufrieden, das kennen wir allerdings schon seit Jahren. Wenn er nicht gewonnen hat, ist er nie zufrieden. Auf dem Platz vor den Wachskabinen wärmte die Sonne herrlich und so ergab sich noch das ein oder andere Gespräch mit den verschiedensten Leuten. Die allgemeine Stimmung war sehr gut, klar bei diesem Wetter. Nach zwei weiteren Stunden im Büro, nutzte ich die Möglichkeit schon um 18.00 Uhr in unser Hotel in die Stadt zurückzufahren.
Kurz noch ein Besuch im Supermarkt mit anschließendem Essen auf dem Hotelzimmer, ein paar Serien von History im Internet angesehen und schon war der Tag vorüber. Ich bin gespannt was uns die Staffel der Herren morgen bringen wird.
Mittwoch 09.03.2011
Wie schon am Dienstag, ging es auch heute relativ spät für Christoph Hamm und mich zum Stadion. Das Wetter war den ganzen Tag sehr stürmisch bei Temperaturen von unter – 15 Grad und geschneit hatte es am Vormittag ebenfalls. Dieses Wetter erinnerte schon eher an das Bild das ich von Sibirien habe. Abfahrt 14.30 Uhr vom Hotel, da um 15.00 Uhr die Redaktionsbesprechung des Tages anstand. Der Ablauf unserer Sendung, dem Einzelwettkampf der Frauen, wurde noch einmal durchgesprochen, die Moderationspositionen für Norbert König und Sven Fischer abgeklärt und die letzten Informationen über das Starterfeld recherchiert. Olga Zaitseva verzichtete auf den Start weil sie leicht angeschlagen war und sich auf den Massenstart und die Staffel vorbereiten will. Damit sollte das Starterfeld aber feststehen. Da sich das Wetter zwar beruhigte, der Wind aber trotzdemnoch in heftigen Böen durch das Stadion blies, machte ich mich auf dem Weg zum Schießstand um das Anschießen zu beobachten. Magdalena Neuner war als erste der deutschen Athletinnen am Stand und sprühte nur so vor guter Laune. Das ist doch schon einmal etwas! Bei Uwe Müssiggang fragte ich noch einmal nach, warum gerade diese Einsatzkonzeption mit Neuner, Henkel, Bachmann und Buchholz im Einzelwettkampf gewählt wurde? Er meinte, dass von der Qualifikation her Kathrin Hitzer klar die Nr. 4 nach Neuner, Henkel und Gössner gewesen sei und sie auf alle Fälle zwei Einsätze erhalten sollte. Dies wurde schon in Ruhpolding während der WM-Vorbereitung so festgelegt. Zu spekulieren, dass die sehr laufstarke Tina Bachmann im Sprint mit sehr guten Schießergebnis durchkommt, sei Kathrin gegenüber nicht fair. Tina und Sabrina haben sich sehr gut vorbereitet und können auch im Einzelwettkampf ein gutes Ergebnis bringen. So, so dachte ich mir, wenn das Mal gut geht. Mit Magdalena Neuner und Andrea Henkel haben wir ja zwei ausgesprocheneFavoritinnen. Die Beiden werden das Schiff schon schaukeln. – Wie kann man sich(ich mich) doch irren.
Kurz bevor das Rennen startete, haben wir noch mitbekommen, dass die Ukrainerin Khvostenko nicht starten wird. Hierfür hat man die Ersatzläuferin Vita Semerenko gebracht. Na ja, die kann zwar ganz gut schießen, war aber auch in der Vorbereitung krank und außerdem wird sie sowieso keine große Chance haben. Abhaken und auf die Favoritinnen achten, das Rennen wird durch den Wind sicher turbulent genug. Und schon wieder sollte ich mich irren! Windig und turbulent war es zwar, jedoch kamen die wenigsten Favoritinnen mit einem guten Schießergebnis durch. Tora Berger schoss insgesamt 5 Fehler, Magdalena Neuner 5 Fehler, Andrea Henkel gar 9 Fehler. Viele der top gesetzten Athletinnen schossen daneben. Nur eine nicht, Helena Ekholm schoss ein ums andere Mal fehlerfrei. Sie trotzte den heftigen Windböen und profitierte von ihrer extremen Stärke im stehend Anschlag. Nach dem vierten Mal 0 war für mich aus dem Bauch heraus sofort klar, die kann niemand mehr einholen. Christoph Hamm und ich haben das auch auf dem Sender live gesagt. Und schon wieder sollte ich mich irren. Der Wind lies nach und Athletinnen mit späteren Startnummern hatten plötzlich gute Bedingungen am Schießstand. Tina Bachmann lag nach dem dritten Schießen mit insgesamt 2 Fehlern in einer sehr guten Ausgangsposition. Das letzte Schießen stand an. Jetzt bitte noch eine 0. Auch wenn es denn ganzen Winter nicht so lief, warum nicht jetzt eine 0? Schuss für Schuss brachte sie ins Ziel. Nach dem 4 Schuss war klar, das wird ein gutes Ergebnis aber bringt sie auch den Letzten ins Ziel? Unglaublich, Tina hat es geschafft. 5 Schuss fehlerfrei beim letzten Schießen, insgesamt 2 Fehler. Damit lag sie zwar hinter Ekholm, doch meilenweit vor allen anderen Konkurrentinnen. Das ist Silber, da bin ich mir aber jetzt ganz sicher! Doch dann kam Vita Semerenko. Mit nur einem Fehler bisher belastet, schoss sie plötzlich um Gold mit. Da haben wir tatsächlich Ekholm leichtsinniger Weise schon als Weltmeisterin gefeiert und jetzt kommt eine Ersatzfrau mit der niemand (oder doch nur wir nicht?) gerechnet hatten daher und wirft alles über den Haufen? Wenn sie fehlerfrei bleibt, hätten wir uns sauber blamiert. Es gelang Vita nicht alle Ziele zu treffen. Mit insgesamt 3 Fehlern konnte sie weder Ekholm noch Bachmann gefährden. Glück für die Beiden. Glück aber auch für uns als Reporter, die einfach keinen guten Tag hatten und viel zu früh die vermeintlichen Siegerinnen gefeiert hatten und die Athletinnen die letztlich um die Medaillen liefen etwas zu wenig beachtet hatten. So etwas wird uns so schnell nicht mehr passieren. Magdalena Neuner wurde in der Endabrechnung 5.. Platz 20 fürSabrina Buchholz und Andrea Henkel mit Platz 46. vervollständigten das Teamergebnis Das komplette Rennen können Sie hier übrigens in voller Länge ansehen >>>
Nach dem Rennen stand wieder eine Nachbesprechung im Redeaktionsbüro an. Um sachliche Fehleranalyse sind wir immer bemüht. Ab und zu gelingt es uns aber doch nicht.
Um kurz vor 21.00 Uhr ging die Fahrt zurück in das Hotel. Danach umziehen und sofort zum Abendessen beim „Aserbaidschner“. Das ist eine Spelunke am Hafen, die aus einigen zusammengestellten Containern bestand, deren Boden und Wände mit Plastik ausgelegt sind. Die Mitte der Decke ziert eine Doppellichtkugel wie man sie aus manchen Heimdiscos kennt. Ein Lokal das ich alleine im Leben nicht aufsuchen würde, da die Gegend am Hafen furchteinflößend ist. Wir waren aber gut 40 Leute, die dieses „Restaurant“ gebucht hatten. Das Essen war sehr lecker. Viele, etwas exotisch anmutende Fleischsorten, Kartoffelsalat erster Güte und der unvermeidliche Wodka wurden gereicht. Die Anfangs noch moderate Hintergrundmusik, bei der man sich angenehm unterhalten konnte, wurde nach und nach immer lauter. Der DJ war Barmann, Kellner und Aufpasser zugleich. Mit grimmiger Mine verfolgte er wie sich diese Gruppe von Ausländern satt as und durch den Verzehr von nicht unerheblichen Mengen Wodka immer geselliger wurde. Ab hier will ich meinen Bericht abbrechen, nur soviel. Die Musik wurde extrem laut. Gespielt wurde vorzugsweise………. Modern Talking. Das Grauen des Arbeitstages setzte sich in unerbittlicher Weise auch in der Nacht fort.
Dienstag 08.03.2011
Letzte Nacht konnte ich, warum auch immer, nur 4 Stunden schlafen. Von 2 Uhr bis 8 Uhr am Morgen konnte ich dafür einige Arbeiten am Laptop erledigen und sah mir in der ZDF Mediathek einige interessante History Berichte an. Dafür habe ich mir aber auch eine leichte Bindehautentzündung auf beiden Augen eingefangen. Es ging allerdings nicht nur mir so, auch der größte Teile der Redaktion konnte diese Nacht nur schlecht oder wenig schlafen. Das hat wohl mit der Zeitverschiebung zu tun. Dies aber nur am Rande.
Erst um 14.30 Uhr Ortszeit sind wir zum Stadion aufgebrochen. Das Wetter war traumhaft und in der Sonne hatte es sehr angenehmeTemperaturen von ca. – 3 Grad. Es herrschte praktisch Windstille. Um 15.00 Uhr, Redaktionsbesprechung im ZDF Stadionbüro, mit den Abläufen der Sendebeiträge desTages. Es war alles gut vorbereitet. Unsere WM-Auftaktveranstaltung konnte losgehen. Der 20 Km Einzelwettkampf der Männer stand an.
Ein Rennen, das normalerweise wenig Spannung zu bieten hat. Viele Dinge passieren zur gleichen Zeit. Schwer für die Regisseure das richtig Bild von ca. 30 vorliegenden auszuwählen und es möglichst vielen Zuschauern recht zu machen. Jeder Zuschauer hat so seine Lieblinge und will die natürlich möglichst oft im Bild sehen. Zunächst ist es aber wichtig, alle die im Wettkampf vorne liegenden im Bild zu haben und danach die „Farbe“ des eigenen Landes zu spielen. Auch das Kommentieren eines Einzelwettkampfes unterscheidet sich wesentlich von den anderen Rennen. Die Einteilung des Renntempos wird auch von den Spitzenathleten völlig unterschiedlich gewählt. Björn Ferry ging extrem langsam an. Carl Johann Bergmann dafür sehr schnell. Da man immer noch auch das letzte Schießen abwarten muss und sich die Topathleten über das ganze Teilnehmerfeld von 123 Athleten verteilten, lies sich der Spannungsbogen nicht wie in einem Sprint oder Verfolgungsrennen aufbauen. Es zeichnete sich relativ schnell ab, dass Tarje Bö einen klasse Wettkampf ablieferte. Wozu es am Ende reichen sollte, konnte man so früh im Rennen nicht mit Bestimmtheit sagen. Das Rennen ging immer hin und her.
Plötzlich, innerhalb von 2 – 3 Minuten, ging es noch einmal um die Medaillen.Birnbacher, der 1-0-0-0 schoß, gegen Svendsen und Björndalen gegen beide, Christoph Sumann konnte danach auchnoch ein Wort mitreden. Tchoudov mit 4 x 0 lag gut, war läuferisch aber zu schwach. Somussten wir, wie die Zuseher vor den Bildschirmen auch, abwarten was uns per Bild von der Strecke gezeigt wurde. Leider wurde schnell klar, dass Andreas Birnbacher das Tempo von Svendsen nicht mitgehen konnte und Björndalen bei der letzten Zwischenzeit vor dem Ziel zeitgleich mit Birnbacher lag. Wie wir jetzt wissen konnte Andreas zwar nicht mehr in den Kampf um die Medaillen eingreifen, jedoch machte er wiederum ein sehr gutes Rennen. Lange zuvor hatte MichaelGreis schon mit einem sehr guten Schießergebnis von 0-1-0-0 und einer guten Laufzeit, einen tollen Wettkampf abgeliefert.
Teamintern konnte Michael den Kampf knapp vor Andreas gewinnen. Mit den Plätzen 7 und 8 dürften sie zwar zufrieden sein, jedoch wären sie beide mit einer Medaille glücklicher gewesen. Arnd Peiffer war läuferisch wieder sehr schnell unterwegs. Leider konnte er beim 3. Schießen nur 3 Ziele treffen. Da nutzte auch die fünftschnellste Laufzeit nichts. So kam er für eine Topplatzierung nicht mehr in Frage. Platz 15 am Ende gibt aber auch wieder einigeWeltcuppunkte. Daniel Böhm kam am Ende auf Rang 29 und dürfte mit seinem Einsatz nicht zufrieden gewesen sein. Vor allem läuferisch ging nicht viel an diesem Tag. Daniel ist ein Mann der Zukunft und er wird sicher auch noch viele tolle Ergebnisse erzielen. Daher ist dieses Ergebnis bei seinem ersten WM Einsatz beiden Männern, wahrscheinlich nur eine unbedeutende Randnotiz in seiner Karriere.
Einen tollen Kampf auf der letzten Runde lieferte Christoph Sumann, der noch einmal alle Kräfte freisetzen und dem Angriff von Emil Hegle Svendsen widerstehen konnte. Lohn war der Gewinn der Bronzemedaille. Herzliche Gratulation an Sumi. Maxim Maximov bewahrte mit 4 x 0 und einer guten Laufleistung das russische Team vor einer weiteren Blamage. Die Silbermedaille tut der ganzen Veranstaltung gut.
Unangefochtener und aufgrund seiner super Leistungen im gesamten Winter, verdienter Gewinner der Goldmedaille, wurde Tarje Bö. Seine Lauf- und Schießleistungen werden wir hoffentlich noch lange genießen dürfen. Mit seinen bisher gewonnen 4 Medaillen ist er schon heute der König dieser WM. Zusammen mit Emil Hegle Svendsen, Martin Fourcade und Arnd Peiffer wird er das Maß der Dinge im Biathlonsport der nächsten Jahre sein.
Soviel zum Rennen. Im Anschluss ging es gleich wieder ins Redaktionsbüro zur Nach- und Vorbesprechung. Das Rennen wurde natürlich in der ganzen Crew noch eifrig analysiert und bewertet. Doch die Arbeit rief und die Meisten hatten noch eine ganze Menge zu erledigen, bevor es um 21.00 wieder ins Hotel ging. Ich musste noch eine Streckenvorstellung für die Online-Redaktion vertonen und verabschiedete mich im Anschluss ins Hotel. Gemeinsam mit einigen Kollegen der Produktion deckten wir uns noch im Supermarkt mit etwas Essen ein. Bei mir gab es 2 Hähnchenschenkel mit Kartoffelsalat ;-). Als Nachspeise herrliches Studentenfutter und ein Glas stilles Wasser dazu.
Um 23.00 Uhr kam Regisseur Andreas Lauterbach noch auf einen kurzen Besuch. Er brachte 2 Bier und eine DVD vom Rennen mit, damit ich mir das Ganze noch einmal ansehen bzw. anhören konnte. Wir diskutierten noch lange über die kommende Saison und die Unsinnigkeit einiger Wettkampforte, die im nächsten Jahr im Kalender stehen. Man weiß schon heute, dass das nichts wird abert rotzdem wählt man diese Orte aus. Die Reisewege werden zum Teil unnötig weit sein und belasten damit Athleten und vor allen Dingen die Technikerteams wieder extrem. Auch der Termin der WM in Ruhpolding stellt alle Verantwortlichen vor ein großes Problem. Der Termin ist so ungünstig gelegt, dass eine sinnvolle Weltcupgestaltung schwierig wird.
Blickt man auf die vorgeschlagenen Wettkampfprogramme in den einzelnen Orten, fällt auf, dass genau in den Ländern aus denen die Vorstandsmitglieder der IBU kommen, die attraktiven Programme durchgeführt werden sollen. Zufall?
Dabei stellt sich mir immer wieder auch die Frage. Warum werden die Mixedstaffeln nicht mit Nationencuppunkten bedacht? Ein wichtiges Vorstandsmitglied kommt aus Österreich. Österreich konnte bisher keine Damen für die Mixedstaffel stellen! Zufall?
Es gibt noch so Einiges was man hinterfragen kann. Zum Beispiel herrscht seit geraumer Zeit absoluter Stillstand in der Entwicklung der Wettkampfregeln. Warum? Stillstand ist bekanntlich Rückschritt. Wenn man etwas verändert hat, wie zum Beispiel die Verkürzung der Strecken in derStaffel der Frauen von 7,5 Km auf 6 Km, hat man vergessen die Strafrunde anzupassen. Warum läuft man bei einem Fehler genauso lange Strafrunden obwohl man die Strecke um 1,5 Km verkürzt hat? Die Staffel war eh immer schon ein schießlastiger Wettkampf. Mit dieser Regelung aber noch mehr. Die Anpassung derStrafen auf allen Wettkampfstrecken müsste neu überprüft werden. Die Athleten werden immer besser und entwickeln sich nach vorne. Warum macht man das nicht mit den Regeln? Es ist natürlich leicht zu sagen, wir können da nichts machen, da Regeln immer vom Kongress verabschiedet werden müssen, der nur alle paar Jahre stattfindet. Dann ändert das baldmöglichst. Lasst die Fachleute die in die Technische Kommission gewählt wurden arbeiten und Verantwortung übernehmen. Gebt der Technischen Kommission die Hoheit über das Regelwerk und lasst diese endgültig und unabhängig vom Kongress darüber entscheiden.
Der Vorstand hatt immer noch so viele Aufgaben und kann sich auf die Politik und das Repräsentieren konzentrieren.
Nachdem mich Andreas Lauterbach verlies, habe ich mir dannab ca. 1.00 Uhr noch das Rennen angeschaut. Einen Einzelwettkampf so spät ansehen zu wollen ist mutig. Ca. 20 Minuten konnte ich noch ansehen, dann bin ich eingeschlafen;-)
Wer das Rennen ansehen will, hoffentlich ohne einzuschlafen, kann das hier tun >>>
Montag 07.03.2011
Für die Athleten war Ruhetag angesagt. Nicht für das Team des ZDF. Nach dem Frühstück ging es für mich erst einmal daran diese Homepagezu aktualisieren. Da danach noch genügend Zeit vorhanden war, entschloss ich mich, zusammenmit Regisseur Andreas Lauterbach, zu Fuß vom Hotel den Weg in das Stadionzurückzulegen. Bei herrlichem Wetter und einer Temperatur von – 8 Grad tatendie paar Km an der frischen Luft richtig gut. Ärgerlich war nur, dass ich mich beim Übersteigen einer Leitplanke dermaßendumm angestellt habe, dass ich stürzte und mir das Schienbein kräftigaufgeschürft hatte. Nach einem kurzen Besuch in der sehr eindrucksvollenBasilika von Khanty Mansiysk, ging der Weg weiter direkt in das ZDF Büro imStadion. Nach der täglichen Redaktionsbesprechung ging jeder seinen Aufgabennach. Recherche, Dreh, Infos über die Athleten einholen und Kommunikationsprobealler Stationen. Eigentlich viel Routine und nichts Aufregendes. Da die meistenAthleten heute nicht im Stadion waren, konnten Christoph Hamm und ich nur mit Michael Greis sprechen. In kurzen Sätzen gab er uns zu verstehen, dassalles in Ordnung ist und dass es ihm gut geht. Außerdem schien er etwas in Eile zusein, so dass wir ihn auch nicht länger „nervten“ und ihn ziehen liesen. Die Rückfahrt in das Hotel um ca. 19.00 Uhr hat sich zumzweiten Mal spannend gestaltet. Irgendwie gelingt es uns noch nicht dasbestellte Auto auch rechtzeitig zu bekommen. Schon den zweiten Taghintereinander verzögert sich die Abfahrt. Das ist zwar weiters nicht schlimm, jedochnervt es den Ein oder Anderen doch sehr, wenn man bereit ist und dann in vollerMontur im warmen Büro noch eine halbe Stunde warten muss, bis es dann endlich docheinmal zur Abfahrt kommt. Diese Zeit könnte man noch mit Arbeitverbringen, die man jetzt noch im Hotel erledigen muss. Ich konnte die Wartezeit nutzenund besprach noch schnell die Streckenvorstellung für die ZDF online Seite.
Liebe Produktion, das mit dem Rücktransport muss in dennächsten Tagen noch besser werden!
Nach der Rückkehr in das Hotel zogen wir uns rasch um undverabredeten uns auch gleich wieder zum Essen. Um 20.00 Uhr gab es dann dieerste warme Mahlzeit des Tages in einem recht netten Lokal mit guten Speisenund echtem bayerischen Weißbier. Da am nächsten Tag Sendung ist, blieben wirnicht sehr lange. Schon um 22.00 Uhr Ortszeit waren wir wieder im Hotel. Sonntag 06.03.2011
Kalt ist es! Ca. minus 18 Grad um 10 Uhr am Morgen in derStadt. Hoffentlich kann man heute überhaupt starten. Wir fahren nach einerkurzen Redaktionsbesprechung in das Stadion. Zunächst gilt es sich einenÜberblick über die Örtlichkeiten und die Arbeitsbedingungen zu verschaffen. Einneues großes Produktionsgebäude für die TV-Anstalten wurde erstellt. DieArbeitsbedingungen scheinen sehr gut zu sein. Großzügiger geht es kaum. DieseUmstände geben schon einmal einen großen Pluspunkt für das OK. Das Stadionwurde noch einmal mit einigen Gebäuden versehen und ergibt als Ganzes einenweltklasse Charakter. Die Zuschauer vor Ort können die Athleten im Stadion sehrlange laufen sehen, jedoch ist die Anordnung der Strecken innerhalb desStadions etwas verwirrend zu beobachten. Nichts desto trotz, insgesamt einschönes Stadion. Auch hier gibt es einen großen Pluspunkt für das OK. An denersten beiden Veranstaltungstagen waren leider sehr wenige Zuschauer vor Ort.Man spricht von 3 – 5.000. Das ist zu wenig für eine WM in einem biathlonverrückten Land wie Russland. Was sind die Hintergründe? Hier gibt esverschiedene Gerüchte. Von zu teueren Karten ist die Rede. Für eineGeneralkarte sollen 500 € zu zahlensein. Das ist aber nicht nachzuvollziehen. Bekannte des Physiotherapeuten derdeutschen Mannschaft haben nur 90 € bezahlt. Auch das Gerücht, die Menschenhätten Angst vor terroristischen Anschlägen, macht die Runde. Das wollen wirdann doch nicht hoffen, dass sich dieses Gerücht bewahrheitet. Diese Umständegeben einen Minuspunkt für das OK.
Egal, es stehen die Verfolgungsrennen an. Der Sport hatwieder die Oberhand. Arnd Peiffer macht sich auf den Weg seinen ersten Platz zuverteidigen. Das Rennen habe ich noch aus dem Büro am Fernseher verfolgt, um zusehen und zu hören wie die Kollegen von der ARD das Rennen in Szene setzen.Dabei muss man wissen, dass das Weltbild von einer russischen Regisseuringezeigt wird und die ARD zum großen Teil auf diese Bilder angewiesen ist. EinUmstand, der auch uns ab kommenden Dienstag treffen wird. Und plötzlich warenauch Zuschauer vor Ort. Pünktlich zu Rennbeginn dürften sich ca. 10.000Menschen im Stadion befunden haben. Arnd lieferte ein sehr gutes Rennen ab. Leider reichte esnicht ganz zum Gewinn einer weiteren Medaille. Der Zieleinlauf war etwasunglücklich von Arnd gewählt. Es gab kurze Diskussionen ob Arnd von Tarje Böregelwidrig auf der Zielgeraden abgedrängt wurde. Arnd selbst ärgerte sich sehrund gab im Augenblick großer Verärgerung ein super Interview das seinenStandpunkt klar wiedergab. Es ist ein Genuss Arnd bei seinen Statementszuzuhören. Mark Kirchner gab ebenfalls ein souveränes klares Interview in demer klarstellte, dass Tarje Bö nicht regelwidrig gehandelt hat und die deutscheMannschaft keinen Protest gegen die Wertung einlegen wird. Damit war dieserSachverhalt klargestellt. Doch das war nicht das einzige Ereignis das uns während diesesRennens in Atem hielt. Andreas Birnbacher war laut Startkontrolle wohl umca. 0,5 Sekunden zu früh gestartet!! Die ARD brachte nach wenigen Minuten auchden Bildbeweis und damit war klar, dass Andreas 30 Sekunden Zeitstrafe erhaltenwürde. Das bei einer WM und das in einer Situation wo Andreas mit etwas Glücksogar um die Medaillen mitlaufen kann. Unglaublich ärgerlich und absolutunnötig. Oft erhält man nicht die Möglichkeit bei einer WM ganz vornemitzulaufen. Wie wir wissen ist alles so ausgegangen, dass man sagen kann,Andreas ist mit einem blauen Auge davon gekommen. Für die Medaillenplätze hates knapp nicht gereicht und sein Vorsprung auf den Nächsten war so groß, dasser seinen 5. Platz im Ziel auch behalten konnte. Etwas geärgert hat mich imAnschluss seine Aussage im Interview, dass er aus den Augenwinkeln nochmitbekommen hat, dass er wohl zu früh gestartet ist. Er hätte dadurch ja keinenVorteil gehabt. Warum macht er es dann? Natürlich hat er einen Zeitvorteil gehabt, auch wenn es nur 0,5Sekunden waren. Dafür gibt es Regeln und hier gibt es keine Toleranz. Wennjeder startet wann er meint, kann man es gleich lassen.Die Ergebnisse von Michael Greis mit Platz 11 und vonChristoph Stephan mit Platz 16 waren gut, jedoch sicher nicht das was sich dieBeiden selbst vorgenommen haben.
Nach diesem ereignisreichen Rennen besuchte ich in der Pausezum Frauenrennen das VIP-Haus. Anders als in den großen BiathlonhochburgenOberhof-Ruhpolding und Antholz, gibt es hier in Khanty kein Zelt sondern einganzes Haus für die sogenannten VIP´s. Großzügig gebaut, schön warm undVerpflegung gab es auch. Für sibirische Verhältnisse ist das sehr gut. Mit denmitteleuropäischen Standards kann dieser Bereich nicht mithalten. Was mir sehr gut gefiel. Es waren viele alte und verdienteAthleten vor Ort, über die man sich freute sie nach langer Zeit wieder zusehen.
Interessant auch die Tatsache wie sehr sich der ein oder anderekörperlich verändert hat. Von Evgeny Redkin, Olympiasieger 1992 in Albertvilleüber 20 Km, der jetzt sicherlich 130 Kg auf die Waage bringt, bis VladimirDratschev, Weltmeister der WM 1997 in Ruhpolding, der höchstens noch seinKampfgewicht auf die Waage bringt und eher so aussieht als würde er immer etwaszu wenig essen, ist alles zu sehen. Da bin ich dann beruhigt, dass ich michirgendwo in der Mitte dieser beiden bewege ;-) Da fällt mir aber ein, ichsollte tatsächlich wieder mehr Sport treiben. Na ja, die Golfsaison beginnt jabald und ich kann mein Gewissen beruhigen, da ich ja dann wieder ausgedehnteMärsche über den Platz unternehmen werde. Leider ist Golf für mich kein Sport sondern ein Spiel, daherwird mir nichts Anderes bleiben, als doch baldmöglichst mit dem Bike ein paarRunden zu drehen. Wir werden sehen...........
Das Damenrennen stand an. Vom Balkon der VIP-Gebäudes hatman, wie im gesamten restlichen Stadion auch, einen guten Überblick über dasRenngeschehen. Alles was außerhalb des Stadions passiert, wird von 2 großenVideowänden gezeigt. Wir konnten sehen wie hervorragend Magdalena Neunerunterwegs war, wie gut sie dreimal fehlerfrei schoss. Wir konnten aber auchsehen, wie gut Kaisa Mäkäräinen unterwegs war und nur wenig Zeit auf Magdalenaverloren hat. Das letzte Schießen sollte also entscheiden. 2 Fehler waren danndoch leider einer zu viel. Magdalena musste sich einer überragenden Kaisageschlagen geben. Kein Grund zur Traurigkeit. Die Finnin gewann zu Recht undfreute sich über ihre Goldmedaille. Auch wir freuten uns sehr, dass Magdalenaeine weitere Medaille gewinnen konnte und die WM schon heute ein großer Erfolgfür die gesamte deutsche Mannschaft ist. Andrea Henkel konnte sich noch vonPlatz 20 auf Platz 4 vorarbeiten. Miriam Gössner schaffte das Kunststück0-0-4-0 zu schießen und arbeitete sich von Platz 9 auf 7 vor. Kathrin Hitzerverbesserte sich mit jeweils einem Schießfehler um einen Rang auf Platz 26.
Ein Ergebnis ist mir noch aufgefallen, das man erwähnensollte. Die junge Südtirolerin Dorothea Wierer lief von Rang 28 auf 9. Das istinsofern erwähnenswert, als dass Dorothea noch Juniorin, wie Miriam Gössner auch, ist. Da kommt was nach.Die dreifache Juniorenweltmeisterin dieses Jahres könnte zukünftig auch einegroße Rolle bei den Damen spielen.
Am Abend gab es im sehr imposanten, modernen Kulturhaus vonKhanty noch einen Stehempfang für die internationale Presse. Mit GottliebTaschler und Christoph Hamm philosophierte ich über…………. Biathlon. Um 23.30 Uhr wares dann genug mit Biathlon und wir verabschiedeten uns Richtung Hotel. Samstag 05.03.2011
Tag der Anreise. Für das ZDF habe ich mich auf die Reise nach Khanty Mansiskbegeben. Morgens um 05.00 Uhr verlies ich, noch ein wenig schlaftrunken, meinneues Zuhause in Ruhpolding. Martin, mein ältester Sohn, fuhr mich zumFlughafen nach Salzburg. Von dort ging es über Frankfurt-Vilnius-Moskau nachKhanty Mansiysk. Während der Zwischenstopps habe ich mich stets über dieZwischenstände der an diesem Tag stattfindenden Sprintrennen informierenlassen. Es müssen sehr spannende Rennen gewesen sein. Zumindest konnte ich esjeweils kaum erwarten beim nächsten Zwischenstopp immer die Ergebnisseabzufragen.
Herzliche Gratulation an Arnd Peiffer und das kompletteMännerteam. Mit der Goldmedaille von Arnd und den Platzierungen 6. 7. und 9 vonAndreas Birnbacher, Christoph Stephan und Michael Greis lieferte die Mannschaftauf den Punkt ihr bestes Saisonergebnis ab. Da gilt es aber nicht nur denAthleten sondern ganz besonders auch den Trainern zu gratulieren. Mark Kirchnerund Fritz Fischer haben gleich im ersten Jahr ihrer Zusammenarbeit dieMannschaft vom letztjährigen fünften Platz in der Nationenwertung auf Rang 2geführt. Besser kann es fast nicht laufen.
Herzliche Gratulation aber auch an Magdalena Neuner, dieihre außergewöhnliche Leistungsfähigkeit wieder einmal unter Beweis stellte.Dabei stellt sich mir immer wieder die Frage, ist es für Magdalena schwerer einRennen zu gewinnen oder das ganze Drumherum zu verkraften? Hier in Sibirien istes zwar sehr ruhig, da wenige deutsche Pressevertreter und Sponsoren vor Ortsind. Jedoch wird das Frühjahr, wie die letzten Jahre auch, sicher wieder eineBewährungsprobe für Magdalenas Nerven und Gesundheit. Die Anforderungen an diePräsenz von Magdalena, die von allen Seiten an sie gestellt werden, sind füruns normale Menschen gar nicht nachzuvollziehen und für einen jungen Menscheneine große Herausforderung. Bleibt nur zu hoffen, dass Magdalena die Kraftfindet sich auch für die nächste Saison und die WM in Ruhpolding zu motivierenund sich gut vorzubereiten. Die Ergebnisse der anderen Damen konntenwahrscheinlich deren eigenen Ansprüchen nicht ganz gerecht werden. MiriamGössner mit Platz 9, Andrea Henkel mit Platz 20 und Kathrin Hitzer mit Platz 27waren nicht zufrieden. Kopf hoch, im Verfolgungsrennen kann man sich noch weitnach vorne arbeiten und Selbstvertrauen für die nächsten Rennen sammeln.
Ankunft in Khanty Mansiysk im Hotel Tarray nach 17 StundenReisen. Es ist mittlerweile 2 Uhr am Morgen Ortszeit und es ist der richtige Momment jetzt ins Bett zu gehen.
In der kommenden Woche werde ich für das ZDF nach Fort Kent zur 7. Station des Biathlon Weltcups reisen. Die Übertragungen aus Presque Isle der ARD waren rein quotentechnisch ein großer Erfolg. Der sportliche Erfolg der deutschen Mannschaft konnte sich ebenfalls sehen lassen. Arnd Peiffer konnte als überragender Sieger im Sprint sicher einiges an Selbstvertrauen tanken. Dass es im Verfolgungsrennen nicht so lief, ist nicht tragisch. Es zeigt nur, dass Biathlon immer wieder ein stetiges Auf und Ab ist. Ein 4. Platz ist ausserdem nach wie vor ein hervorragendes Ergebnis. Der Sieg in der Mixed-Staffel war deutlich. Alle 4 Athletinnen und Athleten zeigten eine gute Leistung. Ob es bei der WM auch so "einfach" wird, werden wir beim ersten Rennen in Khanty erleben, wenn alle Nationen mit ihren besten Athleten an den Start gehen werden.
Die Ergebnisse der Frauen haben gezeigt, dass die deutsche Mannschaft nach wie vor zu den schnellsten in der Loipe gehört, das Treffen jedoch nicht immer so gelingt wie man sich das vorstellt. Fairer Weise muss man aber sagen, dass der Wind doch einiges an realistischer Trefferchance genommen hatte. Diese Schießergebnisse sind daher nicht überzubewerten.
Michael Greis hat die erste USA Woche ausgelassen und sich in Ruhpolding vorbereitet. Er reist auch diese Woche erst nach Fort Kent. Nach diesem US Tripp wird sich die deutsche Mannschaft in Ruhpolding auf die WM vorbereiten. Hier versucht man gleich zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen. Zum Einen will man bei sehr guten äusseren Bedingungen in Ruhe trainieren und zum Anderen will man die WM Strecken des nächsten Jahres schon heute ausgiebig nutzen um diese besser kennenzulernen und damit die Renneinteilung auf den einzelnen Runden zukünftig noch besser zu gestalten
Die Biathlonsaison ist im vollen Gang und hat uns schon viele sehr spannende Rennen beschert. Leider musste die ODLO Biathlon World Team Challenge aufgrund des "Dachschadens" in der Veltins Arena kurzfristig abgesagt werden. Wir bemühen uns im Augenblick um einen Ausweichtermin gleich nach der Weltcupsaison. Alle gemeldeten Teams haben bereits signalisiert, dass sie auch dann an den Start gegen werden. Ausnahme das Team Schweden, da Ende März die schwedischen Meisterschaften stattfinden. Mit einem sehr attraktiven "Ersatzteam" wird gerade verhandelt. Dazu aber Ende nächster Woche mehr.
Der Biathlon Weltcup in Ruhpolding ist nun vorrüber. Mit den beiden Verfolgungsrennen ging eine für die Organisatoren sehr extreme Woche vorrüber. Man kann dem ganzen Team nur gratulieren. Man konnte allen Athleten Streckenverhältnisse bieten, die auch mit hohen Startnummern die Chance boten ganz nach vorne zu laufen. Diese Leistung war schon heute weltmeisterlich. Sicher gibt es noch einige Dinge zu optimieren, die Feuertaufe wurde aber mit bravour bestanden. Wenn jetzt auch noch die letzten Feinheiten optimiert werden, können wir uns alle auf eine hervorragende WM 2012 in Ruhpolding freuen.
Die nächste Station des Weltcups ist Antholz. Alle freuen sich schon auf Sonne und Pulverschnee, der hoffentlich auf uns wartet.
Die Mannschaften des DSV Bundesstützpunktes Ruhpolding/Berchtesgaden konnten die Sommer-Vorbereitungsphase erfolgreich nutzen um die Basis für den kommenden Winter zu legen. Sehr gute Indikatoren dafür waren die Deutschen Biathlonmeisterschaften und die ZLK Langlauf. Gerade im Biathlon waren die Erfolge unserer Sportler teilweise überragend. Andreas Birnbacher hat mit 6 Titeln in Folge einen neuen Meilenstein bei Deutschen Meisterschaften gesetzt. Auch die Nachwuchsteams arbeiteten hervorragend. Mit Christian Hochreiter und Mathias Dorfer konnten zwei Athleten beim Nordcup ähnliche Erfolge feiern wie Andreas Birnbacher. Von den Trainern kam der Rücklauf, dass zwar das Fehlen der Skirollerbahn sehr schmerzt, dieses jedoch durch alternative Strecken und Trainingsformen sowie mehr Aufwand im Bereich des Reisens kompensiert werden konnte. Im Allgemeinen gab es keine größeren Probleme in der Arbeit für die Trainer.
Im Ski-Langlauf konnten sich einige Athleten steigern. Tobias Angerer setzte im Training wieder mehr auf die Kraftkomponente und ist überzeugt, dass dies der richtige Weg ist. In Zusammenarbeit mit unserem OSP Sportwissenschaftler Michael Veith, erarbeitete er einen neuen Plan für das Krafttraining. Evi Sachenbacher Stehle hatte nach dem letzten Superwinter viele Termine im Frühjahr zu absolvieren. Darunter litt das Training ein wenig. Sie konnte in der Zwischenzeit viel Boden gut machen und war bis kurz vor der ZLK in Oberhof sehr gut in Form. Dann kam ein kleiner Einbruch, der aber im Augenblick schon wieder vergessen ist.
Skisprung und Nordische Kombination entwickeln sich gut. Da in beiden Disziplinen viele Wettkämpfe den Sommer über angeboten werden, sieht hier die Vorbereitung immer etwas differenzierter zu Biathlon und Langlauf aus. Einige viel versprechende junge Talente werden im kommenden Winter sicher sehr gute Ergebnisse bringen können. Die Trainer waren sehr zufrieden mit der Arbeit die geleistet wurde.
Spannend wird die Frage sein, wie sich der neuen Direktor der CJD Schule in Berchtesgaden, Stefan Kantsberger, einarbeiten kann und wie sehr er neue Impulse für die Verbindung Schule und Sport setzen kann. Ich freue mich schon auf die Zusammenarbeit.
Auch die Position des Leiters der Baysf in der Laubau wurde neu besetzt. In den kommenden Tagen werden wir den Stand unserer Zusammenarbeit überprüfen. Ich hoffe wir können weiterhin auf dieses für den DSV Bundesstützpunkt mittlerweile unverzichtbare Instrument bauen.
Die Golfsaison 2010 neigt sich dem Ende zu. Durch das sehr regnerische Wetter in der abgelaufenen Spielzeit, musste auch der GC Ruhpolding einige Einnahmeeinbußen verzeichnen. Alle im Zusammenhang mit dem Greenfee stehenden Verkaufsbereiche reduzierten sich zum Vorjahr um bis zu 20%. Jedoch konnten wir durch guten Verkauf bei den Mitgliedsbeiträgen die Lücke wieder verringern.
Als sensationell können wir den hervorragenden 3. Platz in der Endwertung der besten Golfanlagen Deutschlands auf dem Internetportal www.mygolf.de verzeichnen. Mit dieser Einstufung haben wir niemals gerechnet. Mygolf ist die größte deutsche Internetplattform mit 220.000 registrierten Golfern.
Im Fazit können wir zufrieden sein, so wie sich das vergangenen Jahr gestaltete. Wir freuen uns schon auf das nächste Jahr. Denn wenn das Wetter wieder besser wird, können wir zu neuen Höhen durchstarten.
Nach Beginn der Trainings- und Wettkampfsaison 2010/1, zeigen sich erste Erfolge der Trainingsarbeit in den einzelen Trainingsgruppen. Zahlenmäßig stärkste Disziplin ist natürlich Biathlon. Mit 17 Biathlontrainern die 11 Trainingsgruppen betreuen, ist auch während der Umbauphase in der Chiemgau-Arena einiges geboten. Seit 12. Juli ist eine neue TG installiert. Die Gruppe Deutschlandpokal wird zukünftig von Rüdiger Schöllmann verantwortlich betreut. Sie wird eine maximale Stärke von 8 Athleten erreichen. Dort werden Athleten betreut, die professionelle Trainingsmöglichkeiten haben, bis jetzt aber noch nicht professionell trainiert wurden.
In den Disziplinen Langlauf, Skisprung und Nordische Kombination läuft der Trainingsbetrieb normal. Die meisten Athleten sind soweit wohlauf und können ihr Training nach Plan absolvieren.
Begann der April noch vielversprechend mit gutem Wetter und entsprechenden Greenfeezahlen, so musste der Golfclub Ruhpolding in den Monaten Mai und Juni 7 Wochen Dauerregen verkraften. Da unter Mitwirkung von HF Sportconsulting eine effiziente Mitgliedergewinnungs- und Vermarktungsstrategie gefahren wurde, konnte man die Gesamtumsätze des Vorjahres halten. Bis einschließlich Mai konnte man die Zahlen des erfolgreichen Vorjahres 2009 erreichen. Auch der Juni scheint in diese Richtung gegangen zu sein. Jetzt, da das Wetter wieder schöner wurde, sind wir zuversichtlich, dass wir auch den Rest des Jahres mindestens bei den Zahlen der letzten Golfsaison landen können. Durch stetige Verbesserungsarbeiten auf dem Platz, gewinnt die Anlage einen immer besseren Ruf. Die unabhängigen Bewertungen von Golfgästen aus ganz Deutschland in den letzten Monaten zeigen, dass auch hier die richtige Strategie gewählt wurde.
Knapp 4 Wochen nach dem Ende der Saison 2009/2010 wird nach der Saisonanalyse nun die neue Saison gestartet. Im DSV Bundesstützpunkt Ruhpolding/Berchtesgaden konnte unter Federführung von HF Sportconsulting nun die neue Trainer- und Teamstruktur gestaltet werden. 10 Stützpunktteams mit ca. 70 Athleten werden von 17 Trainern betreut. Damit dürfte dieser DSV Stützpunkt strukturell einer der stärksten Trainingsstützpunkte der Welt sein. Wie die neue Struktur im Detail aussieht, wird nach den Athleten- und Elterngesprächen Mitte Mai bekannt gegeben.
Golfclub und Betriebsgesellschaft der Golfanlage Ruhpolding konnten unter Mitwirkung von HF Sportconsulting im vergangenen Jahr wieder sehr erfolgreich wirtschaften. Über 50.000,- € konnten den Kapitalkonten der Kommanditisten gutgeschrieben werden. Was einer Rendite von ca. 7,5 % des eingesetzten Kapitals entspricht. Der Golfclub Ruhpolding e.V. konnte einen Gewinn von ca. 35.000 € erzielen.
Die Biathlon Saison ist vorüber. Es gab sehr viele extrem spannende Rennen, sowohl bei den Frauen als auch bei den Männern. Das Erfreulichste aus deutscher Sicht waren sicherlich die überragenden Ergebnisse von Magdalena Neuner, die im Gewinn des Gesamtweltcups gipfelten. 2 x Gold, 1 x Silber bei den Olympischen Spielen und der nun schon zweite Gewinn des Gesamtweltcups. Welch eine Saison!
Nicht zu vergessen sind die tollen Erfolge von Simone Hauswald zum Ende Ihrer Karriere, gekrönt von ihrem ersten Weltmeistertitel bei ihrem letzten Rennen überhaupt. Welch glückliches Ende für Simone.
Gleich 3 Frauen verlassen die Bühne des Biathlon-Weltcups. Kati Wilhelm, Martina Beck und Simone Hauswald hinterlassen eine Lücke, die nur sehr schwer zu schließen sein wird. Mit Magdalena Neuner und Andrea Henkel haben wir in der kommenden Saison nur zwei Damen die immer realistisch um einen Sieg mitlaufen können. Dies gilt aber nur für den augenblicklichen Leistungsstand. Wer weiß schon wie sich Kathrin Hitzer, Tina Bachmann, Sabrina Buchholz und nicht zu vergessen Miriam Gössner entwickeln? Es ist jeder von ihnen zuzutrauen, dass sie schon in der kommenden Saison die ein oder andere der Zurückgetretenen leistungsstark ersetzen können.
Bei den Männern lief es zwar nicht so wie gewünscht, jedoch tritt nach dem Stand heute auch niemand zurück. Die Ergebnisse wollten sich einfach nicht einstellen. Viel hat oft nicht gefehlt, jedoch waren die anderen einfach stärker. Dass Deutschland mit Arnd Peiffer einen absoluten Weltklasse-Athleten mit Siegpotential hat steht nach dieser Saison außer Zweifel. Wer glaubt, dass Michael Greis auf dem absteigenden Ast ist, wird nächste Saison sicher erstaunt sein, wenn er wieder um den Sieg mitlaufen wird. Wenn er sich auf sich und sein Training konzentriert und wieder mehr mit den Anderen seiner Trainingsgruppe zusammenarbeitet, wird auch er sich noch viele Erfolge bescheren können. Mit Simon Schempp hat der nächste junge Athlet den Weg in die Weltklasse gefunden. Ihm gehören die nächsten Jahre. Andreas Birnbacher weiß woran er arbeiten muss. Andreas ist ein harmoniebedürftiger Mensch. Ich kann mir vorstellen, dass kleine Änderungen im mentalen Trainingsbereich große Wirkung erzielen würden. Christoph Stephan wird sicher auch seine Lehren aus dieser Saison gezogen haben. Dass er ein unglaubliches Potential hat, hat er schon in der Saison 2008/09 mit seinem Sieg in Antholz und dem Gewinn der Silbermedaille im Einzelwettkampf in Südkorea gezeigt. Alles in allem wird die deutsche Biathlonnationalmannschaft in der Saison 2010/11 wieder zeigen können, dass sie zu den Besten gehört, davon bin ich überzeugt.
Die geplanten Umstrukturierungen im Trainerteam sollten dazu führen, dass in beiden Mannschaften ein gutes Klima und das Leistungsprinzip herrscht. Wenngleich Uwe Müssiggang zunächst keine leichte Aufgabe bevor steht. Die Barriere Ruhpolding/Oberhof - Oberhof/Ruhpolding muss endlich aus den Köpfen aller Beteilligten verschwinden. Wir sind eine Nation mit einer Nationalmannschaft. Dass muss jedem klar sein der in dieser Mannschaft tätig sein will. Dazu wünsche ich Uwe eine geschickte Hand und den dann eingesetzten Trainern alles Gute.
Ich freue mich schon auf die Saison 2010/11. Gerne würde ich wieder für das ZDF arbeiten, denn auch die TV-Saison 2009/10 war wieder extrem interessant für mich.
Eine ganze Reihe von Sportlern wurde beim Welt Cup Finale in Khanty Mansyisk von der Weltcup Bühne verabsschiedet.
V.l.n.r. Sylvie Becaert, Sandrine Baily, Simone Hauswald, Martina Beck, Kati Wilhelm, Halvard Hanevold, Vincent Defrasne, Roman Dostal und Niklolai Kruglov.
Für das ZDF durfte ich einen Teil der Olympischen Spiele als
Co-Reporter Biathlon mitkommentieren. Sprint Herren, Verfolgung Damen und Herren, sowie
die beiden Einzelrennen waren wieder einmal eine sehr interessante Erfahrung.
Sportliches
Dass Magdalena Neuner nun auch zur Olympiagold-Lena wurde
ist allseits bekannt. Gratulation an Magdalena zu diesen sagenhaften Leistungen
die sie erbracht hat. Auch Simone Hauswald hat sich den Traum eines jeden
Sportlers, den Gewinn einer Olympiamedaille, erfüllen können. Die Staffel gilt
auch ohne Magdalena Neuner als Topfavorit. Das Frauenteam also Top, das
Männerteam wartet noch auf den Durchbruch. Die gewünschte Einzelmedaille konnte
nicht erreicht werden. Jetzt gilt es, dass sich alle noch einmal zusammenreißen
um die gewünschte Staffelmedaille zu gewinnen. Drauf haben es die Männer.
Auch
zu meiner Zeit gab es Saisonhöhepunkte wo keine Einzel-Medaillen gewonnen
wurden aber in der Staffel dann doch noch der Erfolg kam. Es ist also noch
lange nichts verloren.
Journalistisches
Dass man bei Olympischen Spielen ist, merkt der Presse- oder
TV-Mann daran, dass seine Arbeitsbedingungen deutlich schlechter sind als bei
den regulären Weltcups oder Weltmeisterschaften.
Der größte Wahnsinn war für mich das Computer-Infosystem,
das im Gegensatz zum Weltcup, wo die Fa. SIWI DATA hervorragende Arbeit
abliefert, von der Fa. Omega zur Verfügung gestellt wurde. Es war gänzlich zum
Vergessen. Wir konnten aufgrund der vorhandenen Informationen die Rennen kaum
nachvollziehen oder gar analysieren. Die Bedienung des Computers war so
umständlich und unübersichtlich, dass wir schon am ersten Tag beschlossen haben
diesen gänzlich zu ignorieren und nur die Gesamtwertung im Ziel anzeigen zu
lassen. Dass es Veränderungen im Computersystem gab, sah übrigens der TV-Zuseher
sofort an der neuen Grafik, die natürlich gewöhnungsbedürftig war.
Der Computer ist für den Live-Kommentar das wichtigste
Instrument. Wenn man keine Zwischenzeiten an verschiedenen Positionen des
Rennens am Computer ablesen kann, dann kann man auch keine vernünftigen
Informationen an die TV-Zuseher geben. Da es für zwei Kommentatoren schon
schwierig ist z.B. einen Sprint oder ein Einzelrennen unter optimalen
Bedingungen zu kommentieren, war dies eine echte Zumutung. Als Kommentator
kannst du nicht den TV-Bildschirm und den Computer gleichzeitig beobachten.
Wenn etwas am Bildschirm passiert, übersieht man die Ergebnisse am Computer,
wenn der Blick auf den Computer gerichtet ist, übersieht man eine wichtige
Aktion am TV-Bild. Biathlonrennen sind deshalb grundsätzlich besser zu zweit zu
kommentieren. Dies bemerke ich, da es Menschen gibt die
sich fragen, warum da immer gleich zwei Reporter kommentieren müssen. Wer nicht
selbst in einer Reporterkabine gesessen oder in einem TV-Übertragungswagen
während eines Rennens gesessen hat, der kann sich keine Vorstellung machen wie
schwierig es ist eine Biathlon-Übertragung zu produzieren und so auf dem
Bildschirm zu präsentieren wie es der Zuseher gewohnt ist. Es gibt meiner
Meinung nach keine populäre TV-Sportart die schwieriger zu realisieren ist als
ein Biathlonrennen.
Erstaunt hat mich das negative Echo, das mein Live-Kommentar
nach dem Sprint der Herren bei einem TV-Kritiker hervorgerufen hat. Es scheint,
dass ich seinen Geschmack nicht treffe. Dass man Kritik übt ist kein Problem,
das ist normal und mir ist klar, dass man nicht jedermanns Geschmack treffen
kann. Dem Einen ist es zuviel Gequatsche dem Anderen zu wenig. Der Eine mag
einen Dialekt der Andere zieht ihn durch den Quark usw. Für mich war es aber
des Guten zuviel als der gute Mann schrieb, dass „die mitgereisten
Fernsehexperten die echte Pest“ seien. Als ich den ganzen Artikel las hatte ich
zunächst gedacht, um Gottes Willen was habe ich den für dummes Zeug gequatscht.
Natürlich habe ich mir das Rennen daraufhin noch einmal angesehen und vor allen
Dingen angehört. Ich konnte feststellen, dass alles was ich gesagt habe zu 100%
richtig war. Meine Einschätzungen zu einem Zeitpunkt wo die wenigsten Zuschauer
erkennen konnten welches wettertechnische Drama sich abspielte und welche
Konsequenzen dies für die einzelnen Sportler hatte, waren im Nachhinein
betrachtet auf den Punkt gebracht und genau richtig. Dass man diese Situation dem
TV-Zuseher der sich im Wintersport nicht so gut auskennt wie dieser Kritiker, öfter
erläutern sollte, versteht sich meines Erachtens von selbst. Fernsehen wird
nicht für Experten oder für solche die sich für Experten halten gemacht,
sondern auch für die „Oma in Hamburg“. Daher bin ich nach dem Betrachten dieses
Rennens überzeugt, dass ich nichts Falsches gesagt hatte.
Jetzt wird der Herr TV-Kritiker natürlich wieder sagen, dann
ist ihm auch nicht zu helfen. Das ist aber meine Meinung.
Übrigens ist dies auch die Meinung des ZDF Sportchefs Dieter
Gruschwitz, der dem Herrn eine E-Mail geschrieben hatte und seinen Unmut über den Kommentar kundtat. Der Herr TV-Kritiker hat sich auch entschuldigt und geschrieben,
dass er das Reizwort „Pest“ entfernt hätte. Dies ist bis heute allerdings nicht
geschehen.
Sei es wie es ist, allen kann man es nie recht machen. Es
kommt halt auf den Ton an mit dem man sich äußert.
Die paar Tage die ich in Whistler wohnen durfte, haben mir
auf alle Fälle viel Spaß gemacht. Das was ich von Olympia mitbekommen habe hat
mir persönlich sehr gut gefallen.
Das zweite Drittel des Biathlon
Weltcups ist nun vorüber. Mit der Übertragung der Veranstaltung in
Ruhpolding war das ZDF und damit auch ich betraut. Schon im Vorfeld
wurde darüber diskutiert ob die späten Startzeiten nun gut oder
schlecht für die Veranstaltung sind. Der offizielle Besucherrekord
ist auf alle Fälle ein positiver Fakt. Auch die
Rekord-Einschaltquoten sprechen eine deutliche Sprache. Mit
Durchschnittlich 5,59 Mio. Zuseher, während der Staffel der Herren
am Sonntag, konnte sogar ein Allzeitrekord für Biathlon Weltcups
erreicht werden. Für die Zuschauer vor Ort fehlte aber eine
große Attraktion, die Siegerehrungen im Championspark. Trotz eines
unterhaltsamen Programms konnten dieses Highlight nicht ersetzt
werden. Dies fanden vor allen Dingen die ganz harten Fans schade. Wie
die Umsätze der einzelnen Hotels, Gaststätten, Zelte und Buden
waren, kann ich nicht beurteilen. Los war aber immer überall etwas.
Dass der Ein oder Andere weniger Umsätze macht, hängt evtl. am
zunehmenden Wettbewerb und vor allen Dingen vom dann mangelnden
Engagement des Betriebes ab. Das fehlende Dienstleistungsengagement
lässt bei einigen wenigen Betrieben schon staunen aufkommen. Wie
kann es z.B. sein, dass in der Woche mit der größten Gästezahl des
Jahres, die Rezeption eines Hotels ab 21.00 Uhr nicht mehr besetzt
ist? Ein Erfolg für Ruhpolding war dieser Weltcup auf alle Fälle
und auch die deutschen Athleten kamen immer besser in Schuss.
Wer
noch zweifelt am richtigen Formaufbau Richtung Olympia wurde
spätestens beim Weltcup in Antholz eines Besseren belehrt. Die
Traumergebnisse der Damen und die sehr guten Ergebnisse der Herren
zeigen, dass mit beiden Mannschaften in Vancouver zu rechnen ist.
Zunächst richtet sich auch mein Blick auf diesen Höhepunkt.
Ich freue mich schon vom 10. bis 19.02. "drüben" zu sein
und wenigsten die Sprints und die Verfolgungsrennen für das ZDF mit
kommentieren zu dürfen.
Die Biathlon WTC AufSchalke ist vorrüber. Es war eine sehr gelungene Veranstaltung mit nur wenigen Problemen. Am meisten hat mich gefreut, dass wir relativ wenige Ausfälle im Vorfeld zu verzeichnen hatten. Die Rennen entwickelten sich sehr spannend und bestätigen damit den Austragungsmodus. Mit Kati Wilhelm und Christoph Sumann gewannen dann auch noch die Publikumslieblinge. Mehr zur WTC 2009 gibt es hier >>>
Eigentlich müsste ich es ja aus den letzten Jahren schon gewohnt sein, dass Athleten aufgrund von Erkältung nicht AufSchalke antreten können. Trotzdem zieht sich mir jedes Mal die Magengrube zusammen, wenn ich von einer notwendigen Absage erfahre. Zum einen habe ich natürlich eine Wunschvorstellung wie die Teams antreten sollen und zum anderen gönne ich niemanden eine Krankheit und damit einen schwierigen weiteren Verlauf der Saison. Jetzt ist es also schon wieder passiert, Michael Rösch musste absagen. Wer die letzten Rennen verfolgt hat kann verstehen, dass eine Teilnahme an der ODLO WTC 2009 sowohl für Michael als auch für uns als Veranstalter wenig Sinn gemacht hätte. So gilt es jetzt für Ersatz zu sorgen. Damit wir weiterhin attraktive Paarungen dem Zuschauer anbieten können, haben wir uns entschlossen das Teilnehmerfeld leicht zu korrigieren. Kati Wilhelm wird nun mit Christoph Sumann an den Start gehen. Eva Tovalfi bekommt Daniel Graf aus Deutschland als Partner zugeteilt. Daniel ist zurzeit in hervorragender Verfassung. Er hat die letzten beiden Rennen des IBU Cups überlegen gewonnen. Auch aus Norwegen kommt eine Änderung. Da Tarjei Boe sich in Pokljuka so hervorragend präsentiert hat, ist er in das Olympiateam aufgenommen worden. Dieses Team absolviert zur Zeit der WTC ein Höhentraining und daher kann keiner dieser Athleten bei uns teilnehmen. Dafür haben die norwegischen Trainer Henrik L´Abee-Lund nominiert, der eines der ganz großen hoffnunsvollen Talente der Norweger ist. Er wird also zusammen mit Solveig Rogstad starten.
Wir hoffen nun, dass es zu keinen weiteren kurzfristigen Änderung kommt, wie in all den Jahren zuvor.
Das Teilnehmerfeld AufSchalke ist nun zu 95% gefüllt. Es fehlt nur noch der Partner von Solveig Rogstad aus Norwegen. Gestern gelang es mir Darya Domracheva aus Weißrussland als Partnerin für Weltmeister Dominik Landertinger zu fixieren. Damit haben wir ein weiteres ausgesprochen starkes Team, das um den Sieg mitkämpfen wird.
Das Starterfeld sieht bisher wie folgt aus.
Oksna Khvostenko / Andry Derizemlia UKR
Michael Greis / Simone Hauswald GER
Kati Wilhelm / Michael Rösch GER
Olga Zaitseva / Maxim Tchoudov Ruß
Marie Laure Brunet / Vincent Defrasne FRA
Magdalena Gwizdon / Tomasz Sikora POL
Eva Tovalfi ROU / Christoph Sumann AUT
Dara Domracheva BLR / Dominik Landertinger AUT
Lanny Barnes / Jay Hakkinnen USA
Solveig Rogstad / noch offen NOR
Die Wettkämpfe am Wochenende waren aus deutscher Sicht zum Teil sehr gut gelungen. Im Sprint der Männer kamen mit Christoph Stephan, Michael Greis, Andreas Birnbacher und Arnd Peiffer gleich 4 Athleten unter die ersten 10. So ein mannschaftlich geschlossenes Ergebnis gab es schon sehr lange nicht mehr. Pech hatte man bei der Männerstaffel als man bis zum letzten Schießen um den Sieg mitkämpfen konnte und dann doch "nur" fünfter wurde. Dafür weiß man, dass man ganz vorne mitmischen kann und ist für die nächsten Rennen sicher heiß.
Die Frauen konnten mit dem Staffelsieg eindrucksvoll beweisen, dass sie zu den Topfavoriten gehören. Insgesamt waren die Leistungen schon gut, sind aber sicher noch ausbaufähig, gerade was das Schießen anbelangt.
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Die olympische Saison steht an. Alle Teams sind gespannt wo sie stehen. Auch unser Team vom ZDF hat sich wieder neu auf die Saison vorbereitet. Gleich zu Anfang müssen wir den Ausfall von Christoph Hamm, meinem langjährigen Reporterkollegen, verdauen. Christoph ist im Augenblick für die Vorbereitung der Fußball WM im kommenden Jahr unterwegs. Martin Schneider, mit dem ich schon einmal vor mehreren Jahren für ein zwei Rennen in Antholz zusammenarbeiten konnte, machte seine Sache sehr gut, wie ich finde. Es macht Spaß mit ihm zu arbeiten. Ich hoffe, dass der Zuschauer dies ebenfalls so empfindet. Christoph Hamm wird uns in Pokljuka wieder zur Seite stehen und Martin Schneider wird dann wieder für die Interviews zuständig sein.
Herren Einzelwettkampf
Auch die Herren haben ihren ersten Wettkampf absolviert. Michael Greis und Alexander Wolf werden als Neunter und Elfter zufrieden sein mit ihren Ergebnissen. Der Rest wird sicher etwas mit sich hadern.
Da man läufierisch ganz gut dabei ist, sollte auch das Abschneiden unserer Männer noch niemanden Sorge bereiten. Der Winter und die Saison sind lang. Erinnert man sich an den Auftakt vor 4 Jahren vor Turin, war dies heute eine Glanzleistung. Bester war damals Michael Rösch mit Platz 23. Was folgte wissen die Meisten. Ich freue mich schon auf die Wettkämpfe am Samstag.
Einzel Frauen
Das war leider ein Fehlstart unserer Frauenmannschaft. Zunächst waren die Meisten hervorragend unterwegs, konnten aber das letzte Schießen nicht mehr so wie die ersten drei Serien durchziehen. Läuferisch ist man auf alle Fälle dabei und daher ist dies nicht mehr als ein Mißgeschick. Schon in den nächsten Rennen werden unsere Damen das wieder gut machen können.
Pechvogel des Tages war eindeutig Juliane Döll, die ohne diesen Sturz kurz vor dem Ziel die OL Norm erfüllt hätte. Trotzdem sollte auch sie zufrieden sein, denn sie konnte mit den Weltbesten mithalten.
Simone Hauswald, leider mit 5 Fehler bestraft, konnte mit einer hervorragenden Laufzeit als Zweitschnellste des gesamten Feldes aufwarten und wird sicher auf den Sprint brennen.
Katrin Hitzer konnte von Anfang an ihr Potential nicht entfalten, hat aber sicher mehr drauf als sie hier gezeigt hat. Ich hoffe, dass sie sich dieses Ergebnis nicht zu sehr zu Herzen nimmt. Neues Rennen, neues Glück!
Miriam Gössner hatte eine vielversprechenden Einstand. Mit 0-1 waren die ersten beiden Schießeinlagen sehr gut. Das lässt auch für den Sprint am kommenden Samstag hoffen.
Die anderen Damen wissen, dass sie Weltklasse sind und dürften uns alle in den nächsten Rennen noch sehr viel Freude bereiten.
Auf gehts in das Männerrennen
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Das zweite deutsche Team hat bereits seine Meldung abgegeben. Michael Greis und Simone Hauswald werden erstmals gemeinsam als Team an den Start der Odlo WTC 2009 geben. Damit hat ein weiteres Weltklasse-Team gemeldet. Michael Greis, Sieger der ersten Veranstaltung AufSchalke, ist neben Kati Wilhelm der Einzige der an allen bisherigen Veranstaltungen teilgenommen hat.
Kati Wilhelm und Michael Rösch. So lautet das erste deutsche Team das seine Zusage gegeben hat. Ich bin stolz und froh, dass die Beiden trotz der Olympiawinters schon so früh ihre Zusage zum Start gegeben haben. Auch Magdalene Gwyzdon und der Zweitplazierte des letztjährigen Gesamtweltcups Tomasz Sikora aus Polen haben bereits gemeldet.
Christoph Sumann aus Österreich wird mit der Siegerin des letztjährigen Weltcups in Hochfilzen und Elftplazierten im Gesamt-Weltcup, Eva Toflavi aus Rumänien, an den Start gehen.
Klar ist im Sinne aller, Athleten und Fans, dass egal welche Mannschaft sich meldet, nur gesunde Athleten an den Start gehen können und dürfen. Wie jedes Jahr kann es kurzfristig zu Änderungen im Teilnehmerfeld kommen. Olympia steht vor der Tür!
Die ersten Teams haben für die Biathlon WTC 2009 zugesagt. So haben die Titelverteidiger Andryi Deryzemlya und Oksana Khvostenko aus der Ukraine ebenso gemeldet wie die beiden Mixed Weltmeister der letzten WM, Vincent Defrasne und Marie Laure Brunet aus Frankreich. Weiter haben bereits Massenstart Weltmeister Dominik Landertinger und Silbermedaillengewinner Christoph Sumann aus Österreich ihre Zusage gegeben. Die Partnerinnen der Beiden werden noch ausgewählt.
Weitere Teams werden in der nächsten Zeit bekannt gegeben.
Na endlich, werden viele denken, ist der Termin klar. Dieses Jahr hat es ein wenig gedauert bis die Eckdaten für die Veranstaltung geklärt waren. Jetzt ist es aber soweit, dass der Kartenvorverkauf starten kann. Seit heute haben die Mitglieder von Schalke 04 ein Vorkaufsrecht, bevor dann in 14 Tagen jedermann buchen kann. Tickets gibts hier >>>
Wer wird an den Start gehen? Da wir erst am 05. Oktober das endgültige Budget festzurren, dauert es noch ein wenig mit den offiziellen Verkündigungen. Eine grundsätzliche Bereitschaft zur Teilnahmen haben mir aber schon einige Athleten bekundet.
Es sind dies, Michael Greis, Kathrin Hitzer, Kati Wilhelm, Michael Rösch, Ole Einar Björndalen, Emil Hegle Svendsen, Christoph Sumann und die Titelverteidiger aus der Ukraine Andriy Deryzemlya und Oksana Khvostenko. Mit diesen Athleten werden ab dem 05. Oktober die ersten Verhandlungen über die Rahmenbedingungen geführt. Parallel werde ich auch das restliche Feld einladen und engagieren.
Pilot-Projekt Biathlon am CJD Berchtesgaden vorgestellt
Vor einer großen Anzahl von interessierten Eltern und Aktiven konnte Herbert Fritzenwenger in seiner neuen Funktion als DSV Bundesstützpunktleiter Sport, das "Projekt Biathlon" an der CJD Christophorusschule in Berchtesgaden vorstellen.
Ziel ist es das Zusammenwirken von Schule und Sport für talentierte Biathletinnen und Biathleten aus Bayern zu optimieren.
Ermöglicht wird dieses Projekt durch das Zusammenwirken von DSV, CJD, BSV und den Bayerischen Staatsforsten.
Ab dem Schuljahr 2009/10 soll eine Gruppe von 6 Kleinkaliber-Athleten im wöchentlichen Wechsel blockweise Schule und Sport miteinander verbinden können.
In der Praxis bedeutet dies, dass eine Woche mit dem Schwerpunkt Schule am CJD verbracht wird. Während dieser Zeit gibt es eine allgemeinsportliche Ausbildung die unabhängig vom Vorhandensein einer Biathlonanlage durchgeführt werden kann.
Danach geht es eine Woche nach Ruhpolding in das Areal der Bayerischen Staatsforsten Laubau, in der Nähe der unmittelbaren Nähe zur Chiemgau Arena. Dort wird der Schwerpunkt auf die sportartspezifische Ausbildung gelegt. Während dieser Zeit werden schulische Aufgaben erarbeitet, die vom Lehrteam des CJD aufgegeben werden. Lehrer des CJD werden in dieser Woche in der Laubau die Schüler unterstützen.
Abgesichert wird das tägliche Training durch das Trainerteam Andi Stitzl und Isidor Scheurl, die schon sehr erfolgreich im Bundesstützpunkt zusammenarbeiten.
"Mit diesem Pilotprojekt lassen sich Erfahrungen sammeln, die für die weitere Entwicklung, den Aus- und Aufbau in der Sportförderung des Bundesstützpunktes wegweisend sein können", so DSV Bundesstützpunktleiter Sport Herbert Fritzenwenger.
Bewerbungen können bis Freitag 24. Juli an den DSV Bundesstützpunkt Berchtesgaden-Ruhpolding, Zu Hd. Herrn Herbert Fritzenwenger, Am Zirmberg 1, 83324 Ruhpolding od. herbert.fritzenwenger@ski-online eingereicht werden.
12.06.2009
Ab dem 15.06.2009 wird Herbert Fritzenwenger gemeinsam mit Engelbert Schweiger die Leitung des DSV Bundesstützpunktes Ruhpolding-Berchtesgaden übernehmen. Während Engelbert Schweiger für die Bereiche Bau, Bauunterhalt und Verwaltung zuständig ist, zeichnet Herbert Fritzenwenger für den Bereich Sport verantwortlich. Aufgaben und Ziele dieser Funktion können Sie der nachfolgenden Datei entnehmen.
Mit der Unterzeichnung eines gemeinsamen Vertrages haben sich HF Sportconsulting und der DSV geeinigt, dass die TV-Rechte an der Biathlon World Team Challenge dauerhaft auf den DSV übergehen. Die Veranstaltungs- und Werberechte verbleiben weiterhin bei HF Sportconsulting. Die Veranstaltung, die in den letzten 6 Jahren in der Veltins Arena AufSchalke stattgefunden hat, soll auch in Zukunft ihre Heimat AufSchalke haben. Darüber wird in den nächsten Wochen zwischen Herbert Fritzenwenger und den Verantwortlichen von Schalke 04 verhandelt.
Die Biathlonsaison 2008/2009 war ein Auf und Ab für den
geneigten Zuschauer. Das was im Mittelpunkt stehen sollte, nämlich der Sport,
kam oft zu kurz. Die Dopingaffäre im russischen Team, eine chaotische Biathlon
WM ohne Zuschauer vor Ort und zum Schluss die Affäre um Frank Ullrich, ließen
den Blick des Betrachters zu oft von den tollen Wettkämpfen die die Athleten
boten, abgleiten.
Als krönendes Beispiel für die Spannung die bei den
Wettkämpfen herrschte, kann man das Duell bei den Frauen um den Sieg in der
Gesamtwertung des Weltcups verwenden. Bis zum letzten Schießen beim
Massenstartrennen im Weltcupfinale war zwischen Kati Wilhelm
und Helena Jonsson alles offen. Zum Schluss war die Schwedin die Glücklichere. Punktegleich
konnte sie einen Sieg mehr aufweisen und war somit die beste Biathletin der
Welt in der abgelaufenen Saison. Herzliche Gratulation an beide Frauen und Dankeschön
für den tollen Biathlonsport der von allen Athleten geboten wurde.
Bemerkenswert aus deutscher Sicht waren ausnahmslos die
Leistungen der Nachwuchsathleten. Ob Christoph Stephan, Arnd Peiffer, Daniel
Böhm oder Tina Bachmann. Sie und andere werden in der Zukunft dafür sorgen,
dass die deutschen Athleten auch in der Zeit nach Vancouver absolute Weltklasse
darstellen werden.
Aus internationaler Sicht ist das Abschneiden der
Österreichischen Herrenmannschaft die größte Überraschung gewesen. Der jüngste
Weltmeister aller Zeiten, Dominik Landertinger und der schnellste Schütze aller
Zeiten, Simon Eder, sind nur ein Beispiel wie hervorragend sich dieses Team
entwickelt hat. Für die olympische Saison dürfte diese Mannschaft einer der ersten
Anwärter auf die Goldmedaille in der Staffel sein.
Nur einer schwebte mal wieder über allen. Es war Ole Einar Björndalen, der es
wieder verstand alle Grenzen nach oben zu verschieben. Ole ist der größte
Athlet seiner Zeit und wahrscheinlich sogar einer der besten Athleten die es je
gab.
Gäbe es eine Steigerung für Übermenschlich, ich würde es
Björndalen nennen.
Für mich persönlich war diese Saison sehr abwechslungsreich.
Das erste Mal in meinem Leben durfte ich nach Korea und Trondheim reisen. Die
Arbeit mit dem ZDF Team war wieder genial. Es macht nach wie vor sehr großen
Spaß, als Co-Reporter meine Einschätzungen der Rennen abzugeben. Die nächste
Saison wäre dann meine achtzehnte in dieser Funktion für das ZDF. Die Teilnahme
bei den Olympischen Spielen in Vancouver wäre auch für mich ein neues
Highlight.
Golfsaison startet
Ab 01. April beginnt für mich wieder die Zeit der
hauptamtlichen Führung des Golfclub Ruhpolding.
Auch hier erwartet uns eine interessante Saison. Weniger sportlich, mehr
wirtschaftlich. Wir dürfen gespannt sein, wie sich die weltweite
Wirtschaftskrise auf den Golfsport im Allgemeinen und den Golfclub
Ruhpolding im Speziellen, auswirken wird. Im Augenblick bin
ich sehr optimistisch. Wir haben das wirtschaftlich erfolgreichste Jahr hinter
uns. Mit einem Gesamtgewinn von ca. 100.000,-- € haben wir 2008 eine Marke
erreicht, die so vor 2 Jahren noch nicht erwartet werden konnte. Nach wie vor
haben wir hohe Einnahmen im Bereich der Mitglieder. Auch unsere
partnerschaftliche Zusammenarbeit mit der Golfcommunity powered by HP läuft
dieses Jahr auf hohem Niveau weiter. So dass die Rahmenbedingungen für einen
Erfolg auch für die Saison 2009 sehr gut sind. Ich freue mich schon darauf.
20.02.2009
ARD und ZDF übertragen weiter Biathlon
ARD und ZDF können auch von 2010 bis 2014 Biathlon übertragen. Die Internationale Biathlon-Union (IBU) hat am Freitag (20.02.2009) am Rande der Weltmeisterschaften im südkoreanischen Pyeongchang entschieden, ihre Zusammenarbeit mit der Europäischen Rundfunk-Union (EBU) fortzusetzen. Biathlon wird auch künftig im öffentlich-rechtlichen Fernsehen gezeigt. Damit kann auch Eurosport weiter Übertragungen vom Biathlon senden. Das teilte der IBU-Vorstand auf der sogenannten Präsidentenkonferenz den Vertretern seiner Mitgliedsverbände mit. "Wir haben uns nicht für das wirtschaftlich attraktivste Angebot entschieden, sondern für den direkten Zugang der EBU zu den Fernsehsendern durch unseren bewährten Partner", sagte der für Marketing verantwortliche IBU-Vizepräsident Alfons Hörmann. Die Zuverlässigkeit der öffentlich-rechtlichen Sender sei dabei wichtiger gewesen als die Optimierung der Einnahmen. Weiter Wintersport-Wochenenden im TV "Aus Sicht des Deutschen Skiverbandes kommt uns entgegen, dass so die erfolgreichen Wintersport-Wochenenden im deutschen Fernsehen fortgesetzt werden können", bemerkte Hörmann, der auch Präsident des Deutschen Ski-Verbandes (DSV) ist. Die EBU garantiert weltweit jährlich 1400 Sendestunden. Die exakten Vertragsverhandlungen sollen bereits in wenigen Wochen abgeschlossen werden. Das EBU-Angebot enthält eine Einnahmesteigerung um 60 Prozent. Bisher kassierte die IBU jährlich rund 10 Millionen Schweizer Franken für die Fernsehrechte. Bei den Marketingrechten mit dem österreichischen Unternehmen APF stieg der Ertrag um rund 20 Prozent. Interessiert an den TV-Rechten waren auch der Kölner Privatsender RTL sowie die Sportrechte-Agentur Sportfive. Das Angebot der Sportrechte-Agentur hätte der IBU laut Hörmann einen "Mehrmillionen-Betrag" zusätzlich eingebracht. dpa
TV-Kommentar während des Verfolgungsrennen der Herren in Pyeongchang
Da dieser "Skandal" die Fans nicht zur Ruhe kommen läßt und die Gemüter nach wie vor erregt, wollte ich noch etwas los werden. Als ich im Kommentar des ZDF während der Live-Sendung des Rennens bemerkte, dass Ole Einar Björndalen und Lars Berger den scheinbar kürzeren Weg über die Brücke nahmen, hatte ich sofort die alte 5-Meter-Regel im Kopf. Diese Regel besagte, dass wer die Wettkampfstrecke um mehr als 5 Meter verläßt, disqualifiziert wird. Diese Regel stammt aus der Zeit in der ich das Regelwerk gelernt hatte. Da die IBU im Laufe der Jahre die Regeln teilweise abänderte, war mir nicht sofort klar, dass die Regel umgeschrieben wurde. Norbert König und Sven Fischer hatten die Zeit um diesen meinen Fehler zu korrigieren, was sie im Anschluß an das Rennen auch taten. Die neue Regel sagt aus, dass disqualifiziert wird wer die Strecke verläßt und sich einen Zeitvorteil dadurch verschafft. Viele Zuschauer haben diese Korrektur durch die Beiden anscheinend nicht mitbekommen. Als kleine Entschuldigung meiner reflexartige Kommentierung möchte ich anbringen, dass das Regelwerk 133 Seiten umfasst und ich leider nicht alle Regeln sofort im Kopf habe, obwohl ich mich sehr wohl ständig mit den Regeln befasse, um auf dem Laufenden zu bleiben. Wenn allerdings eine Jury nach langer Diskussion unter Fachleuten eine Entscheidung trifft die nicht richtig war, ist das weniger zu entschuldigen. Die zum Schluß getroffene Entscheidung ist anhand der ZDF Bilder recherchiert und auch richtig getroffen worden. Dieser Fall zeigt deutlich, dass man Regeln auch verschlimmbessern kann. Die alte 5-Meter-Regel wäre hier auf alle Fälle klarer anzuwenden gewesen und es hätten überhaupt keine Diskussionen aufkommen können.
19.02.2009
Biathlon WM 2009 Pyeongchang Südkorea
Was soll man zu dieser WM sagen?
Vielleicht erst einmal ein Blick auf die Sportstätten
grundsätzlich.
Ein Austragungsort der sehr
ungewöhnlich für den Biathlonsport ist. Pyeongchang,
Kandidat für die Olympischen Spiele 2018 und damit direkter
Konkurrent für München.
Gewaltig die schon fertiggestellten
Anlagen. Die meisten Sportstätten die bereits gebaut und noch in der
Planung sind, haben einen Standard wie er in keinem anderen
Austragungsort für Olympische Spiele je dagewesen ist. Alles
findet auf engstem Raum seinen Platz. Mit zwei
Hauptaustragungsgsorten die nur max. 30 Autominuten auseinander
liegen und mit dem Zug ebenfalls sehr schnell erreichbar sind, ist es
die beste Wintersportveranstaltungsregion die je weltweit gebaut
wurde. Einfach genial! Das Konzept wäre in meinen Augen
unschlagbar. Die einzigen Probleme die ich sehe, sind die große
Unerfahrenheit in der Austragung von Wintersportveranstaltungen auf
Weltniveau und der absolute Wahnsinn eine Schanzen- und
Biathlonanlage im „Einzugsgebiet“ eines Windparks zu bauen.
Thomas Pfüller, der Generalsekretär des Deutschen
Skiverbandes, fragte in diesen Tagen in eine Gesprächrunde,
nachdem er einige Tage vor Ort war. „Ob von dieser Schanze jemals
ein Springer anfährt?“ Der Wind, schon für die Biathleten
ein großes Problem, scheint planbare Sprungveranstaltungen
unmöglich zu machen. Damit werden die sehr symphatischen
Koreaner ein unüberwindbares Problem bekommen. Ich kann mir
nicht vorstellen, dass dieses so einfach gelöst werden kann.
Windnetze werden bei diesem Wind nur wenig helfen, zumal er meist als Rückenwind auftritt. Es sei denn, die Schanzenanlage
wird abgebaut und an einer neuen windgeschützten Stelle wieder
aufgebaut. Bei bis jetzt insgesamt 1,5 Milliarden € investiertem
Volumen, sollte dies auch noch möglich sein.
Die Langlaufstrecken sind genial auf
einer der unzähligen Golfanlagen vorbereitet und wie schon die
Biathlonstrecken, extrem schwer. LL und Biathlon liegen nur 1 Minute
Fußweg auseinander. Das geplante Olympische Dorf nur 500 Meter von den
Wettkampfstätten zu Fuß erreichbar. Alles wie gesagt
absolut kurze Wege und sehr gut gebaut. Eine Einschränkung muss
ich jedoch in Bezug auf das Biathlonstadion schon machen. Die
Streckenführung im Durchlauf und dem verwirrenden Stadionein-
und -auslauf sind keine gute Wahl. Vor lauter noch mehr dem eh nicht
vorhandenen Publikum das Geschehen nahebringen zu wollen, erzielte
man nur Verwirrung und letzlich auch das Chaos des Verfolgungsrennens
der Herren. Hier müsste noch dringend nachgebessert werden.
Wie schon beschrieben, dieses Konzept
ist rein veranstaltungstechnisch das Beste das es je gegeben hat.
Selbst München kann hier nicht ganz mithalten. Doch mit seiner
unvergleichbaren Erfahrung als Gastgeber von Großveranstaltungen aller
Art und
den ebenfalls schon vorhandenen sehr guten Sportstätten, ist
München aus meiner Sicht und den Erfahrungen der letzten Tage,
trotzdem der bessere Kandidat als Bewerber für die Olympischen
Spiele 2018.
Oben im Bild - geplantes Troon Golfressort
Was mir als Golfer natürlich
besonders gut gefällt, ist die Tatsache, dass auf dem gesamten
Areal ein Golfzentrum der absoluten Weltklasse entsteht. Ich weiß
nicht genau wie viele Plätze hier schon bespielbar sind und sich
noch im Bau befinden. Troon Golf investiert hier in einem mir bisher
nicht gekannten Ausmaß. Es dürften bis zu 10 extrem
hochwertige Golfanlagen in dieser Region entstehen. Sollte ich jemals
im Sommer nach Pyeongchang kommen, werde ich auf alle Fälle
versuchen eine oder zwei Wochen Golfurlaub anzuhängen. Wer
übrigens Mitgliedschaften in diesen Clubs anstrebt, muss mit ca.
200.000,- € Aufnahmegebühr rechnen. Da lobe ich mir meinen GC
Ruhpolding. Der ist um 199.000,-- € günstiger und auch nicht
schlecht. Die Landschaft um Ruhpolding ist deutlich schöner und
mit Geld sowieso nicht zu bezahlen.
Thema Doping
Es haben sich also die Ahnungen und
Befürchtungen von vielen bestätigt. Selbst Präsident
Anders Besseberg sprach vom systematischen Doping in der russischen
Mannschaft. Die Geschehnisse und Diskussionen sind in den letzten
Tagen schon von genügend Medien wiedergegeben worden. Damit will
ich es auch belassen. Nur zwei Anmerkungen noch von meiner Seite.
Weiter so im Kampf gegen Doping! Es sind noch härtere Strafen
angesagt. Die Hintermänner müssen ermittelt werden und mit
Berufsverboten belegt werden. Die Startplätze einer jeden Nation
sollten um die Anzahl der Sportler gekürzt werden, die positive
Dopingfälle haben und zwar so lange wie die Strafen für den
einzelnen Sportler festgelegt wurden. Wir werden sehen was uns die
Zukunft bringt.
Wettkampfvorbereitungen
Die Vorbereitung durch
das
Organistationskomitee waren, gelinde gesagt, einer WM unwürdig.
Aber woher sollten sie wissen was notwendig ist und wie hoch die int.
Standards sind. Angeleitet und untersützt sollte das OK vom IBU
Renndirektor Franz Berger und dem Technischen Delegierten Norbert Baier werden. Es wurden
auch Trainings in den verschiedenen Bereichen vorgenommen. Ein OK
bewährt sich erst in Krisensituationen und zieht hieraus seine Lehren. Da nur letztes Jahr ein Weltcup ohne Schneeprobleme
durchgeführt werden konnte, konnte man nur wenig Erfahrung sammeln. Es
scheint, dass Franz Berger und Norbert Baier dem OK etwas zu viel
vertraut hatten. Schöne
Bilder, mit 50 cm Schnee auf der Anlage vom Januar, trügten die
Beiden anscheinend. Schneereserven wurden, warum auch immer, zu
wenige angelegt. Das Problem zeichnete sich erst richtig ab, als ein
unerwarteter Wärmeeinbruch mit starkem Regen genau in der Woche
vor der WM auftrat. Nicht 10 bis 15 Grad Minus, nein 10 bis 15 Grad
plus mussten verzeichnet werden. Der Schnee schmolz täglich
dahin. Fast tragisch schon der Schneeverlust am Tag vor den ersten
Wettkämpfen. Alleine in dieser Nacht verlor man in der Höhe
20 cm feste Trasse! Nur ca. 2.000 Kubikmeter Schnee waren in Reserve
gelegt worden. Das reicht bei anständiger Belegung für max. 1 Km Strecke. Erstmals begriffen die Verantwortlichen des örtlichen
OK´s, dass es jetzt wirklich ernst wurde. Mit allen zur
Verfügung stehenden Kräften konnten die ersten Wettkämpfe
gerettet werden. Norbert Baier, seine internationalen Kampfrichter und das OK hatten sich sehr ins
Zeug gelegt und schafften es doch noch irgendwie. Die Bedingungen
waren aber ausgesprochen schlecht, wie den Kommentaren der Athleten
und Trainer entnommen werden konnte. Freilich kann für so
extremes Wetter niemand etwas. Jedoch muss man bei der Ausrichtung
einer WM mit allem rechnen, auch mit extremer Wärme. Hätten
die Verantwortlichen eine Dauerinspektion inkl. letzte Schulungen und
Besprechungen mit dem OK 2-3 Wochen vor der WM unternommen, dann wäre
vieles sicher besser vorbereitet gewesen.
Ergebnisse und Kommentare zur WM erspare ich mir. Wie
diese Zustande gekommen sind, wurde von den meisten Fans verfolgt und
im TV und den anderen Medien ausreichend wiedergegeben.
Abschließend möchte ich noch
einmal festhalten, dass dies die chaotischste Biathlon WM war, an der
ich bisher teilgenommen habe. Sei es als Aktiver, damals in der
Steinzeit des Biathlonsports oder in der Zeit seit 1992, als
Co-Kommentator oder in verantwortlicher Position der OK Ruhpolding.
So etwas gabs noch nie!
04.02.2009 - Wieder positive Dopingfälle im Biathlon ?
Wie es aussieht haben sich mehrere Athleten aus Russland im Netz der Dopingjäger
verfangen. Damit bestätigt sich der seit einigen Jahren hinter vorgehaltener
Hand geäußerte Verdacht im Weltcupzirkus, dass die Russen manipulieren.
Ich bin gespannt welche Ausreden die russische Teamführung wieder vorbringt.
War der Arzt schuld oder waren es nur Mittel die nicht angemeldet waren, oder
oder oder...?
Dass es ein systematisches Doping in der russischen Mannschaft gibt, scheint
zweifelsfrei. Schon die Vorfälle der letzten Jahre ließen dies vermuten. Jetzt
scheint endlich der Beweis gelungen. Doch warten wir auf die endgültige
Bestätigung durch die B-Probe.
Nicht nur die Russen dürften im Fadenkreuz der Fahnder sein. Es gibt viele
Athleten und ganze Teams die noch oft zu prüfen sind. In einem besonderen Dilemma dürften sich die Athleten aus Deutschland befinden.
Wie kann man beweisen, dass man "sauber" ist? Mehr als ständige
Kontrollen, zu den unmöglichsten Tages- und Nachtzeiten, über sich ergehen zu
lassen, können sie nicht tun. Wie kann man beweisen, dass man sauber ist und
trotzdem die die Dopen immer wieder schlägt?
Ähnliche Fragen werden sich ebenfalls die Österreicher
stellen. Wie können wir dokumentieren, dass unser plötzlicher Aufstieg mit der
ganzen Mannschaft in die Weltspitze, mit harter Arbeit und nicht mit
Manipulation zusammenhängt?
Die Zukunft wird es zeigen wer wie betrügt und wer nicht.
Wichtig ist für jeden einzelnen Sportler, Trainer, Betreuer und Arzt, dass er
morgens vor dem Spiegel stehen kann und sich ruhigen Gewissens ins Gesicht
sagen kann, dass er kein Betrüger ist.
Klar ist, dass die Betrüger irgendwann büßen werden. Ob „nur“
mit einem geplagten Gewissen oder ihrer Gesundheit das bleibt abzuwarten.
27.01.2009 - VIP Bereiche im Vergleich
Antholz, schon immer ein besonderer
Weltcup mit speziellem Flair. Schwer für die Sportler, da nach
den beiden Weltcups Oberhof und Ruhpolding der Akku schon ziemlich
leer ist. Angenehm für die Zuschauer vor Ort, da meist schönes
Wetter und damit verbunden viel Sonnenschein im Stadion. Und
faszinierend für die TV Produktion, da es in Mitten des
überragenden Gebirgspanoramas der Rieserfernergruppe und der
Dolomiten, immer wieder atemberaubend schöne Motive im Rahmen
der Wettkämpfe zu zeigen gibt.
Antholz gehört damit zu den
attraktivsten Standorten im Weltcup und ist in der ein oder anderen
Position sicher führend.
Im Bereich Betreuung der Ehrengäste
und Sponsoren hat Antholz die Spitzenposition inne. In keinem der
anderen Biathlonstandorte gibt es eine so schön gestaltete
Lokalität mit äußerst angenehmer Atmosphäre und
Liebe zum Detail, wie in Antholz. Einrichtung und Küche sind vom
Feinsten. Antholz setzt hier auf Stil und Qualität statt
Quanität. Das Ergebnis und die Kundenzufriedenheit geben den
Organisatoren recht. Es kann hier nur Spitzennoten geben.
Oberhof gebe ich den Status der Nummer 2 und Ruhpolding den Status der Nummer
3.
Oberhof hat sich in den letzten Jahren
sehr gut entwickelt und wartet mit angenehmer Innenraumgestaltung und
sehr viel Personal, das sich sehr freundlich um das Wohl der Gäste
sorgt, auf. Alleine die gewaltige Größe, dieses auf einer
Ebene aufgebauten Zeltes, schreckt im ersten Moment des Betretens.
Sehr positiv ist hier, dass alle Gäste aufgefordert werden die
Anoracks und Mäntel abzugeben. Dies schafft eine sehr gute
Atmosphäre während des Betriebs im Zelt. Die Gänge
zwischen den Tischen sind großzügig gehalten. Ein
„Abräumen“ von über den Stuhl gehängten Anoraks
durch die Gäste untereinander wird somit vermieden. Die tollen
Stuhlmöbel behalten ihre optische Wirkung und werden nicht durch
bunte Anoraks verhängt. Das Ganze hat somit mehr Stil.
In Ruhpolding ist hervorzuheben, dass
der „Druck“ derer die in den Ehrengastbereich wollen, müssen,
dürfen ....wahrscheinlich am Größten im Rahmen der
Biathlon-Weltcupserie ist.
Daher ist die Bewältigung dieser
Aufgabe eine logistische Meisterleistung. In diesem Jahr hat man
etwas mehr auf ausreichend Platz für die anwesenden Gäste
gelegt. Jedoch fehlte mir gerade in Ruhpolding doch einiges. Das
Doppelstockzelt ist riesengroß. Ca 2.000 Menschen werden hier
gut verpflegt und können die Rennen hautnah verfolgen. Der große
Balkon im ersten Stock ist ein Highlight. Die Athleten laufen direkt
nach dem Start oder dem Schießen auf das Zelt zu und man hat
das Gefühl man könnte die Athleten fast berühren. Für
die Gäste des Zeltes sicher ein unvergessliches Erlebnis. Das
zahlenmäßig ausreichende Personal ist sehr freundlich, man
fühlt sich sehr gut betreut. Was gänzlich fehlt ist die
Liebe zum Detail. Wenig Dekoration, keine Bilder die Emotionen
wecken. Nichts was Ruhpolding als Urlaubsort im Winter und Sommer
präsentiert. Nach wie vor zu wenig Platz an runden Tischen. Ein
Interviewbereich in die Ecke gestellt und abgeschottet vom Blickfeld
der meisten Zeltgäste. Keine zentrale Bühne für
Interviews, Ansprachen oder Künstler. Eine Treppe, die im ersten
Stock direkt in der Mitte des Buffets endet und Staus der
eintreffenden Gäste mit denen die sich um das Essen bemühen
hervorruft. Dies alles muss sich in den nächsten Jahren ändern,
will man konkurrenzfähig sein.
Ruhpolding war früher führend
auch in diesem Bereich. Hier ist seit 3 Jahren, nach einer dramatischen Vegrößerung des VIP Zeltes, eine Stagnation zu
erkennen. Will Ruhpolding seine VIP-Kunden weiter behalten, so wird
die Qualität in der VIP-Betreuung steigen müssen.
Was in allen 3 Orten zum Teil negativ
war, dass bei den Abendempfängen zu viel geredet wird. Antholz
hatte dies noch am Besten im Griff. Am Antholzer Abend war dies noch gut gelöst. Ein kurzes „Grüß Gott“ durch den
OK Chef Gotlieb Taschler und los ging ein sehr angenehmer Abend. Am zweiten, dem
Südtiroler Abend, waren es dann schon mehr Reden und es gab noch
die peinliche Gesangseinlage eines russischen Spitzenfunktionärs
der IBU. In Oberhof und Ruhpolding waren diese Abende leider weniger
gelungen. Das in beiden Orten köstliche Abendessen und die guten
Gespräche sind von viel zu viel Quasselei unterbochen worden. Die sehr angenehme Bayerische Begleitmusik in Ruhpolding und
die tollen Show- und Gesangsdarbietungen in Oberhof, litten sehr
unter diesem Umstand. Hier gilt es konsequent das Motto zu
verfolgen, „weniger ist mehr“.
Biathlon Weltcup Antholz 22. -
25.01.2009
Ein Weltcup der sehr spannende Rennen
lieferte, der von den Athletinnen und Athleten alles abverlangte und
der die Zuschauer begeisterte.
Bei täglich fast optimalen äußeren
Bedingungen und vor Rekordkulisse, was die Zuschauer vor Ort
anbelangt, steigerte sich die Spannung von Tag zu Tag. Im
Sprint der Damen konnte Kati Wilhelm den dritten Podiumsplatz erreichen und das
mannschaftliche Ergebnis war überragend. 6 Athletinnen unter den
ersten 19. Juliane Döll konnte sich hervorragend in Szene setze. Damit starteten unsere Damen sehr erfolgreich in diese
Weltcuptage von Antholz.
Im Sprint der Männer bewies
Michael Greis, dass er wieder zu den schnellsten Läufern der
Szene gehört. Leider war diesmal 1 Schießfehler nicht gut
genug um auf das Podest zu laufen. Rang 7 war aber ein gutes Ergebnis.
Christoph Stephan blieb fehlerfrei und erzielte mit Rang 12 ein
solides Ergebnis. Der Rest war eher zum Vergessen. Arnd Peiffer
konnte zwar wieder punkten, jedoch merkte man jetzt schon, dass die
vergangenen Wochen sehr anstrengend waren. Mit der WM Qualifikation
hat er jedoch diesen Winter schon alle Erwartungen erfüllt und
mit seinen tollen Rennen in Oberhof und Ruhpolding ist er sicher der
Aufsteiger des Jahres im deutschen Team.
In den Verfolgungsrennen reichte es
dann wieder nicht auf das Podium. Kati Wilhelm, wer sonst?, war
wieder einmal die Zuverlässigkeit in Person. Mit dem knappen
vierten Platz war sie wieder top.
Michael Greis bei den Männern ist
und bleibt das Schutzschild hinter dem sich das ganze restliche Team
verstecken kann. Grandios war sein Verfolgungsrennen bis zur letzten
Runde. Leider kostete ihm eine Unachtsamkeit am Ende der kurzen
Abfahrt auf die Wiese der Huber Alm den Podestplatz, als er im Schnee
einfädelte, zu Sturz kam, sich den Stock brach und damit
wertvolle Sekunden verlor. Trotzdem war es ein super Rennen von
Michael.
Dann kam der Tag, über den man
sicher noch lange sprechen wird. Ein Tag wie er emotionaler nicht
sein kann. Ein Tag, der wieder einmal bewies, dass im Biathlon alles
möglich ist und es meist nie so kommt wie man es kurz vorher
noch geglaubt hätte.
Im Massenstartrennen der Frauen sah man
eine brilliante Magdalena Neuner, die das komplette Teilnehmerfeld
nach allen Regeln der Kunst auseinandernahm. Lg 0, Lg 0, St 0 was
sollten noch passieren? Selbst mit 3 Strafrunden beim letzten
Schießen würde sie noch um den Sieg mitlaufen können.
Alles war gerichtet für einen der eindrucksvollsten Siege die
Magedalena je erringen sollte. Doch dann.... 5 Fehler und damit 750
Meter! zusätzlich. Magedalena Neuner war an diesem Tag den
Anforderungen nicht gewachsen. Ein Ergebnis wie es vorkommt und nicht
überbewertet werden sollte. Ärgerlich war es allemal und es
gab sicher niemanden den dieses Ergebnis so ärgerte wie
Magdalena selbst. Entsprechend traurig ging sie dann auch zur
Siegerehrung und nahm die Rückreise nach Wallgau in Angriff.
Auch die Fans und alle die dieses Rennen beobachteten, konnten mit „Lena“ mitfühlen und waren entsprechend emotional
aufgewühlt.
Dann das Massenstartrennen der Männer.
Nach dem ersten Schießen Michael Greis und Christoph Stephan
vorne dabei. Wo blieben die anderen beiden deutschen Athleten,
Alexander Wolf gut und Michael Rösch setzte erstmal den Blinker
und bog zweimal in die Strafrunde ab.
Das Feld blieb auch nach dem zweiten und dritten Schießen eng zusammen. Christoph Stephan lief in der 3 Runde
hervorragend. In Führung kommend nahm er das vierte Schießen
in Angriff. Ein Fehler, jedoch auch die Konkurrenten schossen
daneben. Es ergab sich, dass Christoph Sumann die Führung auf
der letzten Runde mit 8 Sekunden Vorsprung übernahm und von 8
anderen Athleten verfolgt wurde. Christoph Stephan war dabei, die
anderen Deutschen spielten mittlerweile leider keine Rolle mehr.
Gegen eine Übermacht von 4 Österreichern, Ole Einar
Björndalen, Thomas Sikora und dem Russen Tscheressow sollte also
dieser 23 jährige noch wenig erfahrene Athlet auf der letzten
Runde bestehen können? Niemals! Oder doch? Anfangs der Runde sah
es aus als sei er zu passiv, als könnte Christoph Sumann seinen
Vorsprung verteidigen. Doch dann verlor Tcheressow die Nerven und
führte mit einem Zwischenspurt die Verfolger an Sumann heran.
Damit war das Feld bereitet für einen der dramatischsten
Zieleinläufe die es in Antholz je gegeben hatte. Auf der
Zielgerade waren es nur noch die beiden Jüngsten, die um den
Sieg liefen. Dominik Landertinger und Christoph Stephan kämpften
verbissen um jeden Zentimeter. Dominik strauchelte 3 Meter vor dem
Ziel ein wenig. Beide machten einen riesen Grätschschritt über
die Ziellinie und der glückliche Sieger war, wir wissen es alle,
Christoph Stephan. Ein sensationelles Ergebnis, dem ein
sensationelles Rennen vorausging. Man kann nur gratulieren.
Gratulieren muss man auch den restlichen 8 Athleten, die innerhalb
der nächsten 9 Sekunden die Ziellinie erreichten. Emotionen pur,
nicht nur bei den Athleten, auch bei den Zuschauern und nicht zuletzt
auch bei uns TV-Schaffenden.
Solche Tage wie dieser beweisen, dass
es keinen spannenderen Wintersport gibt als Biathlon.
Biathlon Weltcup Ruhpolding 2009
Dieser Weltcup war geprägt von zwei außerordentlich starken
Athleten. Sowohl Magdalena Neuner als auch Ole Einar Björndalen meldeten sich
in der absoluten Weltklasse zurück. Mit je 3 Siegen waren sie die
unumschränkten „Herrscher“ von Ruhpolding. Rechtzeitig zur WM in 4 Wochen
scheinen beide wieder zu ihrer Topform gefunden zu haben. Dies freute nicht nur
ihre Trainer, sondern auch den sagenhaften Fans die diese 5 Tage in der
Chiemgau-Arena zu Festtagen werden ließen. 94.500 Zuschauer in bester Laune, begeisterten Sportler
und Organisatoren gleichermaßen. Mit Ausnahme der etwas langatmigen
Eröffnungsfeier konnte das OK eine sehr gute Mischung zwischen Sport und
Unterhaltung finden. Dafür gebührt allen Mitarbeitern großes Lob. Man darf nie
vergessen, dass alle Helfer ehrenamtlich tätig sind und alle ihr Bestes geben.
Für mich persönlich war es als TV Koordinator eine sehr ruhige
Woche. Außer einigen kleinen Abstimmungen mit der ARD war in diesem Bereich
ebenfalls alles sehr gut vorbereitet und verlief reibungslos. Im VIP Zelt wurde
ich von Seiten des DSV gebeten einige Interviews im so genannten DSV VIP Talk zu
führen. Von Uwe Müssiggang bis Kati Wilhelm,
von Anders Besseberg bis DTM Champion Timo Scheider war alles vertreten.
Die TV Einschaltquoten waren sehr hoch und hatten für
Ruhpolding Rekordniveau. Wenngleich sich aus der Erfahrung aus Oberhof in der
letzten Woche zeigt, dass unter der Woche die Rennen im Vorabendprogramm noch
höhere Quoten erreichen würden. Diese Erkenntnis sollte man in den Planungen
für das nächste Jahr mit einbeziehen und zumindest den Freitag, zusätzlich zu
Mittwoch und Donnerstag, ebenfalls als Abendrennen ansetzen.
Jetzt freue ich mich schon auf den Biathlon Weltcup in
Antholz, als Co-Reporter im ZDF, am nächsten Wochenende.
Oberhof 2009
Es waren sehr schöne Tage, die
ich während dieses Weltcups erleben durfte. Das ZDF war sowohl
für das interantionale als auch das nationale Bild
verantwortlich. Damit konnte alles aus einer Hand produziert und
gesendet werden.
Enstprechend motiviert war auch das
gesamte Team. Schon am Anreisetag herrschte Bilderbuchwetter.
Temperaturen von -5 bis -15 Grad, Sonnenschein, kein Wind und bestens
vorbereitete Strecken verhießen einen super Weltcup. Die
Staffel der Frauen als Flutlichtrennen sollte schon zu Beginn ein
erstes Highlight setzen. Mit 11 Staffeln waren jedoch zu wenige Teams
am Start. Dies war ein Wehrmutstropfen für die Organisatoren,
die Zuschauer im vollbesetzten Stadion und natürlich auch für
uns. Dass Rußland nur in Bestbesetzung zu schlagen ist, dachten
im Vorfeld die Meisten. Leider musste die DSV Staffel auf Andrea
Henkel, Martina Beck und Magdalena Neuner verzichten. So wurde die
Staffel mit Hauswald, Wilhelm, Buchholz und Hitzer „nur“ Dritter.
Die Russinen waren an diesem Tag durchaus zu schlagen. Leider konnte
unsere Staffel die Gunst der Stunde nicht nutzen. Nächste Woche
in Ruhpolding besteht die nächste Möglichkeit.
Was mich mehr beschäftigt, ist das
zu kleine Teilnehmerfeld. Was sind die Ursachen? Gibt es Wege dahin,
dass wieder mehr Staffeln an den Start gehen?
Ein großes (finanzielles) Problem
für die kleineren Nationen war das Wettkampfprogramm in
Oberhof. Mit den Staffeln und den Massenstartrennen am Sonntag kann
nur eine begrenzte Anzahl von Athleten teilnehmen. Wegen einem
Sprintwettkampf nach Oberhof zu kommen und nur eingeschränkte
Trainingsmöglichkeiten im Trubel von Oberhof wahrnehmen zu
können, ist nur suboptimal. Die Reise kostet viel Geld und ist
zu wenig effektiv für diese Mannschaften. Daher sagen sich
einige Teams sie lassen Oberhof aus und fahren dann nach Ruhpolding
und Antholz.
Es kann aber nicht Sinn und Zweck sein,
gerade in den attraktivsten Standorten im Januar eingeschränkte
Teilnehmerfelder bei den Staffeln zu zeigen. Was ist also zu tun? Es
führen viele Wege nach Rom. Die Lösung muss in
konstruktiver Diskussion mit und durch die IBU gefunden werden.
Das Staffelrennen der Herren war eines
der spannendsten Rennen seit langem. Es gab viele sehr erfreuliche
Aspekte aber auch einen betrüblichen.
Aber der Reihe nach. Genial wie die österreichische Mannschaft zur Zeit in Form ist. Schnell auf der
Strecke und sicher am Schiessstand lassen sie das Herz eines jeden
Biathlonfans höher schlagen. Für den Biathlonsport ist
diese Tatsache genial. Der Erfolg der Sportler im jeweiligen Land ist
die Grundvoraussetzung für die öffentliche Akzeptanz und
die Basis für das wirtschaftliche Überleben einer Sportart.
Es geht mit großen Schritten voran in Österreich und ich
wünsche diesem tollen Team noch viele großartige
Ergebnisse.
Aus deutscher Sicht war die Sensation
des Tages das erfolgreiche Bestehen unserer jungen Athleten Arnd
Peiffer und Toni Lang. Diese beiden Athleten lassen für die
Zukunft hoffen und erhöhen den Konkurrenzkampf im deutschen Team
erheblich. Dies kann dem deutschen Männerbiathlon nur gut tun
und lässt wieder hoffen, dass das Biathlonwunder in Deutschland
weiter anhält. Es ist in Worten nicht auszudrücken wie hoch
diese Leistungen einzuschätzen sind. Der Einstand von Arnd
Peiffer ist der beste den ich je im Männerbiathlon erleben
durfte. Noch niemand, auch nicht die Superstars Ole Einar Björndalen,
Michi Greis oder wie auch immer sie heißen mögen, konnten
bei ihrem ersten Rennen auf der Weltcupbühne so überzeugen.
Herzliche Gratulation für dieses überragende Auftreten.
Eines muss aber jedem klar sein. Arnd
wird nicht jedes Rennen so gestalten können. Er wird schon in
Kürze Niederlagen hinnehmen und Rückschläge verdauen
müssen. Es wird so nicht weiter gehen. Jedoch hat Arnd
anscheinend den Willen, die Begabung und die Nervenstärke, die
Grundlagen für eine großartige Biathlonkarriere sind.
Weiter so!
Unser Langläufer Toni Lang als
Schlußläufer. Oh je, dachten sicher viele. Auch ich war
nicht frei vom Zweifel, dass Toni dieser Aufgabe nicht gewachsen sein
könnte. Doch er hat uns alle Lügen gestraft. Läuferisch,
das wußten wir, ist er in der Lage mit den Schnellsten
mitzuhalten. Doch was würde am Schiessstand passieren. Mit
liegend 0+8 und stehend 0+6 konnte er super überzeugen und war
die zweite Überraschung des Tages. Auch Toni Lang hat sicher
noch viele großartige Rennen vor sich. Ich freue mich schon
heute darauf.
Der einzige betrübliche Aspekt
dieser Tage war die Schutzsperre von Ivan Tscheressov wegen zu hoher
Hämoglobinwerte. Die russische Mannschaft ist immer wieder
auffällig. Wenn man die letzten Jahre so verfolgt, kommt mir das
kalte Grauen. Roshkov Schutzsperre und Tscheressov sogar zweimal mit
Schutzsperre belegt. Pyleva wegen Doping gesperrt. Achatova positiv
und dank großartiger Ausreden doch noch frei gesprochen.
Moiseeva ebenfalls dank Ausreden noch die Kurve gekrazt. Eine
Sommerbiathletin, deren Name mir jetzt nicht einfällt wurde
ebenfalls gesperrt. Kurz vor dem Start der Staffel auf den Wechsel
seiner Athleten angesprochen, behauptete der Cheftrainer Alikin,
unverfroren, dass Tscheressov krank sei. 10 Minuten später wurde
bekannt, dass dieser einen zu hohen Hämoglobinwert hat. Mir
fehlen die Worte über soviel Kaltschneutzigkeit.
Die nächsten Rennen waren wieder
sensationell. Sprint Frauen, Andrea Henkel Zweite, Sprint Herren,
Michael Rösch ebenfalls Zweiter und wiederum Arnd Peiffer, mit einem Sensationsrennen Platz Acht. Sieg durch Kati Wilhelm im
Massenstart. Dass Michael Rösch im Massenstartrennen siebter
wurde, konnte die sehr gute Bilanz beider Teams nicht schmälern.
Gratulation an beide deutsche Mannschaften. Mit knapp 100.000
Zuschauern im Stadion und bis zu 5,6 Mio. Zusehern im ZDF war dies
der rekordverdächtigste Weltcup aller Zeiten. Ein
Herausforderung für uns Ruhpoldinger in der folgenden Woche.
Veltins Biathlon World Team Challenge 2008
Als ich am 24.12. einen Anruf von Kathrin Hitzer erhielt, dass sie und Michael Greis beide an einer Halsentzündung leiden und die Teilnahme AufSchalke nicht möglich sein wird, war ich von einem Moment zum anderen gar nicht mehr festlich aufgelegt. Zumal mir das Management von Kati Wilhelm einige Tage zuvor schon wenig Hoffnung auf die Teilnahme von Kati, wegen ihrer Erkältung, noch aus Hochfilzen machte. Andi Birnbacher hatte durch den Teamarzt Dr. Bernd Wohlfahrt ein Attest vorgelegt, dass er nicht starten kann. So stellte ich mir den Weihnachtstag nicht vor. Es blieb mir gar nichts Anderes übrig, als bis zum 25.12. zu warten, um zu sehen wie sich etwa Kati Wilhelm doch erholt hat und ob es eine Verschiebung oder gar Reduzierung der deutschen Teams geben muss. Während der Anfahrt nach Gelsenkirchen, zeichnete sich ab, dass Kati starten kann. Kathrin Hitzer ging es überraschend besser und Michael Greis war auch wieder auf dem aufsteigenden Ast, konnte aber am 25. seine Teilnahme noch nicht garantieren. Er wollte noch eine Trainingseinheit am 26. absolvieren und erst dann entscheiden ob es geht. So war klar, dass wir zwar 4 deutsche Damen am Start haben werden, zu diesem Zeitpunkt aber mit Michael Rösch und Alexander Wolf nur 2 deutsche Herren gesund waren. Was tun? Es war kein deutscher Partner für Martina Beck aufzutreiben. So kam es mir in den Sinn, Christoph Sumann zu fragen. Er schien mir die perfekte Besetzung für dieses Rennen zu sein. Leider gibt es keine österreichische Dame, die in diesem Weltklassefeld bestehen könnte. Daher wurde es bisher nichts mit dem Einsatz für ein österreichisches Team. Doch jetzt, wo es eine Ausnahmesituation gab, war für mich klar, dass Christoph eingesetzt werden kann. Wir hatten die letzten Jahre immer wieder darüber gesprochen, dass er starten sollte, aber wie gesagt, es ging halt nicht. Zunächst versuchte ich es per Telefon, jedoch hat er das Gespräch nicht angenommen. Dann übersandte ich ihm eine sms, ob er Lust hätte, doch noch AufSchalke zu starten. Er rief dann gleich zurück und so kam es, dass Christoph Sumann zusammen mit Martina Beck das erste internationale Team bildete. Eine Sorge hatte ich jetzt weniger, dachte ich. 3 deutsche Teams waren sicher. Jetzt ging nur noch Michael Greis und Katrin Hitzer ab. Aber weit gefehlt. Am 25. nachmittags bekam ich einen Anruf von Alexander Os. Er hörte sich sehr krank an und mir war sofort klar, dass Alexander mir gleich erzählen wird, dass er nicht starten kann. Und so war es auch. Ich wünschte ihm gute Besserung und machte mich sofort daran, meine Kontakte zu den norwegischen Athleten auszuspielen. Halvard Hanevold konnte so kurzfristig sein Training nicht unterbrechen. Aber er wusste, das Rune Brattsveen brannte, meinen Anruf zu erhalten. Ich versuchte es also bei Rune und sogleich war klar, dass er den Ersatzmann für Alexander Os machen würde. Puh, das ging also schneller als gedacht. Nach einer Stunde war klar, dass Rune zusammen mit Emil Hegle Svendsen anreisen kann. Nun war auch klar, dass 9 von 10 Teams sicher an den Start gehen würden. Erst am 26.12. um 17.34 Uhr kam die erlösende sms von Michael Greis, dass auch er zusammen mit Kathrin Hitzer an den Start gehen wird. So war dies eine der spannendsten Weihnachten der letzten Jahre für mich. Der Rest ist schnell erzählt. Es war eine der faszinierendsten Biathlonveranstaltungen die ich je mitorganisieren durfte. Perfektes Wetter, super gelaunte Zuschauer die einen tollen Eventtag genossen und Athleten, die einen genialen Wettkampf geboten haben. Die Liveübertragung im ZDF war ebenfalls sehr gelungen und konnte mit 4,3 Mio. Zuseher einen Spitzenwert in der bisherigen Biathlonsaison erreichen. Letztlich ging alles wieder einmal gut und war eine perfekte Werbung für den Biathlonsport. So soll es sein und wird es auch in Zukunft wieder werden.
Einzelwettkämpfe Männer und Frauen bei Weltcup Nr. 3 in Hochfilzen
Unter sehr schwierigen Bedingungen mussten heute die Athletinnen und Athleten ihre Einzelwettkämpfe absolvieren. Mit zwei sehr guten vierten Plätzen konnten Michael Greis und Simone Hauswald überzeugen. Überraschung des Tages war zweifelsfrei fie Rumänin Eva Tovfalv, die das beste Ergebnis einer rumänischen Athletin im Weltcup erzielen konnte.
Biathlon Weltcup Nr. 3 vom 18. bis 21.12.2008 in Hochfilzen
Nach zwei ereignisreichen Weltcups, folgt nun mit Weltcup Nr. 3 der Abschluss der ersten Wettkampfperiode. Als Co-Reporter für das ZDF freue ich mich schon jetzt auf diese Veranstaltung. Einzel, Sprint und Staffel, so heißt das Programm. Wir dürfen gespannt sein, wer seine Kräfte über diesen Zeitraum von 3 Wochen am besten einteilen konnte. Die Herausforderung von unserer Seite wird sein, den Einzelwettkampf entsprechend in Szene zu setzen und eine gewisse Spannung aufzubauen. Im Einzelwettkampf nicht immer einfach. In den letzten Wochen gab es von Kati Wilhelm die Forderung, Weltmeisterschaften nicht alle Jahre durchzuführen. Ein Vorschlag, dem ich nur zustimmen kann. Biathlon hat es nicht mehr nötig durch jährliche Weltmeisterschaften um Aufmerksamkeit bei den Medien zu buhlen. Eine andere Anmerkung von Kati war, die Reduzierung der Teilnehmerfelder. Sie meinte, dass dies nicht möglich sei, da das Fernsehen lange Übertragungszeiten will. Hier liegt sie falsch. Das Fernsehen, vor allen Dingen ARD und ZDF fordern seit Jahren kleinere Teilnehmerfelder. Von der Seite des ZDF weiß ich, dass die Forderung bei max. 80 Teilnehmern steht. Persönlich würde ich für 60 Teilnehmer plädieren. Ein Ab- und Aufstiegssystem von jeweils 10 Athleten nach 3 Weltcupveranstaltungen zusammen mit dem IBU Cup wäre das Optimale. Die Zuseher wollen nur die besten Athleten der Welt sehen und nicht Athleten die kaum in der Lage sind, sich auf den Skiern zu halten. Auch der IBU Cup müsste vom Teilnehmerfeld begrenzt werden. 120 Teilnehmer sind hier genug. Die "dritte Liga" der Alpen Cup wäre dann das Auffangbecken für die restlichen internationalen Teilnehmerfelder. Sollte auch dieser zu voll werden, muss auf nationale Rennen, wie z.B. Deutschlandpokal die international ausgeschrieben müssen, ausgewichen werden. Das Produkt Biathlon muss so optimal wie möglich in Szene gesetzt werden, damit man auch den größtmöglichen Erfolg und Ertrag erzielen kann. Das dann sicher noch mehr eingenommene Geld, kann verwendet werden um die verschiedenen Nationen zu unterstützen und die Reisewut von Hobbybiathleten und Funktionären aller Verbände zu stillen. Es gibt noch vieles, was zu bemerken wäre. Dies ist jetzt mein Einstieg in die vorolympische Saison. Ich freue mich auf diese Saison.
Bis bald...
09.11.2008
Tora Berger gab die Zusage zur Teilnahme für die Veltins WTC 2008
Gestern Abend gab Tora Berger ihre Zusage für die Teilnahme zur Veltins WTC am 27.12.2008 in der Veltins Arena AufSchalke. Zusammen mit Ole Einar Björndalen bildet sie das, nach den Ergebnissen der verganenden Saison, stärkste Team im Feld. Ich bin schon sehr gespannt auf das Abschneiden der beiden.
02.11.2008
Solveig Rogstad hat ihre Teilnahme an der Veltins WTC 2008 bestätigt
Heute hat Solveig Rogstad ihre Teilnahme zugesagt. Sie sagt, dass ihre letztjährige Teilnahme eine großartige Erfahrung für sie war und sich schon wieder auf die Rennen dieses Jahr freut. Damit steht das erste norwegische Team komplett. Es sind dies Solveig Rogstad zusammen mit dem Shootingstar des letzten Jahres Emil Hegle Svendsen. Diese Paarung wird sicher um dieTopplatzierungen mitkämpfen können.
01.11.2008
Teilnehmerfeld für die Veltins Biathlon WTC fast komplett
Ole Einar Björndalen ist auch dieses Jahr wieder am Start. Vorgestern gab er mir die Zusage. Er freut sich schon wieder die einmalige Atmosphäre AufSchalke zu erleben. Die anderen Teams stehen soweit. Das letzte Team das noch offen ist, wird eines aus USA sein. Diese oder nächste Woche wird mir die Teamleitung die Namen nennen. Die auffälligste Änderung dieses Jahr wird die Reduzierung von 12 auf 10 Teams sein. Der Schießstand kann somit großzügiger gestaltet werden unddie Aktiven haben genau so viel Platz für ihre Schießeinlagen, wie imWeltcup. Behinderungen werden somit reduziert. Die Übersichtlichkeit für die Zuschauer vor Ort und für die TV-Zuseher wird damit erhöht. Spannend ist dieses Rennen immer nur um die ersten 6 bis 8 Plätze, dahinter wurde es meist sehr zäh. So können wir uns alle mit noch mehr Aufmerksamkeit den einzelnen Spitzenteams widmen.
Die vorläufige Startliste sieht wie folgt aus
1 YAROSHENKO Dmitri / IOURIEVA Ekaterina RUß 2 BJOERNDALEN Ole Einar / BERGER Tora NOR (Tora muss noch ihre Zusage geben) 3 GREIS Michael /Kathrin Hitzer GER 4 ROESCH Michael / WILHELM Kati GER 5 DEFRASNEVincent / BAILLY Sandrine FRA 6 BIRNBACHERAndreas / BECK Martina GER 7 WOLF Alexander / HENKEL Andrea GER 8 SVENDSEN Emil Hegle / ROGSTAD Solveig NOR 9 USA / USA 10 DEREZEMLYAAndriy/ KHVOSTENKO Oksana UKR
15.09.2008
Erste Sportler geben Ihre Zusage für die Veltins Biathlon WTC am 27.12.2008
Die ersten Aktiven haben bereits ihre Zusage gegeben. Kati Wilhelm, Martina Beck, Michael Rösch und Andi Birnbacher gaben uns bereits aus deutscher Sicht ihre Zusage. Sandrine Bailly, Vincent Defrasne aus Frankreich und die Titelverteidiger Dmitri Yaroshenko und Ekaterina Iourieva aus Rußland haben ebenfalls bereits zugesagt. Wir stehen in Verhandlung mit Michael Greis, Andrea Henkel, Ole Einar Björndalen, Emil Hegle Svendsen und noch einigen weiteren Top-Athleten. Mehr wenn die Verpflichtungen "offiziell" werden können.
Deutsche Biathlon Meisterschaft
Die "Deutsche" mit seinem Teil Ruhpolding ist schon wieder vorbei. Sehr gute Leistungen brachten die Athleten die im Stützpunkt Ruhpolding trainieren. Herzliche Gratulation. Der Schlechtwettereinbruch mit Temperatursturz auf +7 Grad und Regen tat den tollen Leistungen keinen Abbruch. Leider war der Zuschauerzuspruch dadurch sehr eingeschränkt. Positiv zu verzeichnen war der Einsatz einer Videowand im Zusammenspiel mit dem Stadion TV. Gratulation an die Veranstalter zum Mut für diesen Schritt. Auch wenn es sich dieses Jahr nicht gelohnt hat, ist die Videowand für diesen Anlass zukünftig unerläßlich und ein sehr hohes Qualitätsmerkmal für Ruhpolding. 07.09.2008
Zwar ist jetzt einige Zeit vergangendass sich hier wieder etwas tut, jedoch war HF nicht untätig. DasProjekt Golfclub Ruhpolding läuft sehr gut. Alle Ziele die gestecktwurden, werden deutlich erreicht.
City Biathlon in Püttlingen
EndeAugust war der City Biathlon in Püttlingen im Saarland. Wieder einesehr gut gelungene Veranstaltung, die live vom ZDF übertragen wurde.Als Co-Reporter hat es sehr viel Spaß an der Seite meines KollegenChristoph Hamm gemacht. Es ist zwar immer wieder eine Umstellung sichaus dem Alltag raus sofort in das richtige Kommentieren hineinzufinden,doch mit der Routine aus 16 Jahren Biathlonkommentar gelingt dies immerwieder.
Biathlon WM 2012 in Ruhpolding
Hurra es istgeschafft. Die WM 2012 ist in Ruhpolding. Eine riesen Aufgabe für unsalle. Ich bin gespannt was die nächsten Wochen und Monate bringenwerden. Dazu gibt es nachfolgend noch dieses offiziellen Statements.
Ruhpolding erhält Zuschlag für die Biathlon-Weltmeisterschaft 2012 DSV-Pressestelle am 06.09.2008 - 13:20 Uhr Ruhpolding freut sich auf die Biathlon-Weltmeisterschaft 2012. Am 06.September 2008 erhielt Chiemgauer Gemeinde den Zuschlag für dasGroßereignis.
Klares Votum Der Deutsche Skiverband hat zusammen mit der Gemeinde Ruhpolding denZuschlag für die Ausrichtung der Biathlon-Weltmeisterschaft 2012erhalten (92 Prozent der abgegebenen Stimmen). Die Chiemgauerüberzeugten im tschechischen Prag mit einem stimmigen Bewerbungskonzeptund konnten sich gegen den internationalen Mitbewerber aus Lahti (FIN,8 Prozent) durchsetzen. Nove Mesto (CZE) hatte seine Bewerbung für dieWM 2012 kurzfristig zurückgezogen - wird aber die WM 2013 ausrichten.
Vierte Biathlon-WM im Chiemgau Nach den erfolgreichen Weltmeisterschaften von 1979, 1985 und 1996wird Ruhpolding damit zum vierten Mal Gastgeber einerBiathlon-Weltmeisterschaft sein.
Prominente Unterstützer Mit bayerischen Trachten und Blasmusik hatte die deutscheDelegation die Kongressmitglieder auf die Weltmeisterschaft in vierJahren eingestimmt. Für die rund 20-minütige Abschlusspräsentationwaren eigens Biathlon-Weltmeisterin Magdalena Neuner und OlympiasiegerRicco Groß nach Prag angereist. Auch der bayerische KultusministerSiegfried Schneider hatte es sich nicht nehmen lassen, nach Tschechienzu kommen, um die Ruhpoldinger bei ihrer Bewerbung zu unterstützen.
Bayerische Gastreundlichkeit "Ruhpolding wird mit seiner bayerischen Gastfreundschaft und seinemerfahrenen Organisationsteam ein großartiger WM-Gastgeber sein. Wiralle sind stolz und glücklich, dieses sportliche Großereignisausrichten zu dürfen. Bayern ist damit ein weiteres Mal im weltweitenFokus der Wintersportfans," sagte Schneider.
Positive Wirkung für den Wintersport DSV-Präsident Alfons Hörmann zeigte sich nach demAbstimmungsergebnis ebenfalls hochzufrieden: "Das Ergebnis der Wahl istein eindrucksvoller Beweis für die große Wertschätzung, die sichRuhpolding und der deutsche Skiverband als Veranstalter vonGroßereignissen erarbeitet haben. Damit ist der DSV bereits ein Jahrnach den Alpinen Weltmeisterschaften 2011 erneut Gastgeber einerherausragenden sportlichen Veranstaltung. Mit diesen beidenWeltmeisterschaften wollen wir wieder eine positive Sogwirkung für dennationalen und internationalen Wintersport entwickeln."
Ruhpoldings Bürgermeister zuversichtlich "Ein solches Großereignis ist für unsere kleine Gemeinde natürlicheine Riesenherausforderung. Aber gemeinsam werden wir alles dafür tun,um das in uns gesetzte Vertrauen zu rechtfertigen und dem Biathlonsportnicht nur in Deutschland, sondern weltweit zu noch größerer Popularitätzu verhelfen", erklärte Bürgermeister Claus Pichler.
Ruhpoldinger Biathlonstadion wird modernisiert Für das Organisationsteam beginnt in den kommenden Monaten bereitsdie nächste Phase der WM-Planungen: Bis zu den Titelkämpfen in vierJahren soll das Ruhpoldinger Biathlonstadion modernisiert undWM-tauglich gemacht werden. Nach wochenlangen Querelen mit T-Online ist meine HP wieder zu bearbeiten. Leider ist mein Saisonrückblick mittlerweile nicht mehr aktuell, so dass ich darauf verzichte.
20.04.2009 Nach einer langen Biathlonsaison und einem Kurzurlaub in Ägypten geht es jetzt mit voller Energie in die noch junge Golfsaison. Mit dem unterzeichneten Vertrag zwischen der ALSO Deutschland GmbH und dem GC Ruhpolding, ist es mir gelungen einen neuen Weg in der Vermarktung von Golfanlagen einzuschlagen. Dieses Konzept wird vom Kunden begeistert angenommen und von diesem mit viel Engagement auch gelebt. Viele b2b Veranstaltungen auf der Anlage des GC Ruhpolding werden in der kommenden Saison realisiert Alle Werbeflächen auf den 18 Bahnen konnten erfolgreich innerhalb der IT-Branche vermarktet werden. Einer weiteren kreativen Zusammenarbeit sollte somit nichts mehr im Wege stehen.
Auch um meinen Golfhorizont ein wenig zu erweitern, nahm ich an einem Golfausflug in das Mutterland des Golfsports teil. In der Nähe von London, genauer gesagt in Haywards Heath, waren wir eingeladen um einige Runden zu spielen. Einer Runde auf einem Links Course in Littlehampton folgten zwei Runden in Linfield, dessen Miteigentümer der Trainer von Colin Montgomery ist. In diesem Club ist eine int. Golfakademie integriert, die ca. 40 junge Golfer ausbildet mit dem Ziel eine Karriere als Playing-Pro zu starten.
Auch in England war die Natur noch nicht in voller Blüte. Was man aber sehen konnte, dass auf diesen Plätzen sehr spartanisch gearbeitet wird. Keine liebe zum Detail, wie es auf den Plätzen rund um den Chiemsee Standard ist. Viel Neues konnte man nicht lernen, jedoch die Erkenntnis, dass wir in der Golfregion Chiemsee diesem speziellen Vergleich auf alle Fälle standhalten können. Das ist ja auch schon etwas Wert.
19.02.2008
Biathlon WM 2008 in Östersund SWE
Nun ist sie also schon wieder vorbei, die jedes Jahr sehnlichst erwartete Biathlon WM. Geprägt von einer hervorragenden Stimmung, erzeugt durch die nicht erwarteten Zuschauermassen und sehr gut aufgelegten Organisatoren. Selbstverständlich war nicht immer alles perfekt, jedoch hatte man nie das Gefühl, dass Unmut bei den Betroffenen aufkam, wenn mal was nicht so funktionierte.
Es war eine WM ohne Schneeprobleme im richtigen Winter mit Minusgraden und meist schönem Wetter. Für mich begann diese WM am Sonntag 10. Februar als Gast der IBU Feierlichkeiten 50 Jahre Biathlon Weltmeisterschaften. Eine Veranstaltung die ein wenig das Thema verfehlte aber trotzdem zu vielen interessanten Gesprächen geführt hatte.
Zusammen mit Bürgermeister Andreas Hallweger, Wettkampfsekretärin Brigitte Bentele, Ricco Groß, Uschi Disl und Ski Club Vorstand Engelbert Schweiger präsentierten wir am Montagvormittag 11.02. in Östersund das erste Mal die Bewerbung Ruhpoldings für die Biathlon WM 2012. Am Rande einer Sitzung der internationalen Verbandsvertreter waren wir persönlich mit einem Stand und Infomaterial anwesend. Als Mitbewerber präsentierte sich das tschechische Nove Mesto. Möge der Bessere gewinnen!
Mit dem Einzelwettkampf der Frauen am Donnerstag stieg das ZDF in die Live-Berichterstattung ein und ich durfte endlich zusammen mit meinem Reporterkollegen Christoph Hamm loslegen. Schon am ersten Tag unserer Übertragungen konnten wir uns über die gewonnene Silbermedaille von Martina Glagow freuen. Leider funktionierte es bei den Herren anschließend im Einzelwettkampf nicht wie erhofft. Zu viele Fehler am Schiessstand verhinderten gute Platzierungen. Es folgte ein Frei(T)ag der uns allen eigentlich ein wenig Entspannung bringen sollte, jedoch rührte sich am Ende doch wieder was..... und wie!
Doping – Die Geißel des Sports erreicht in den Medien endgültig den Biathlonsport
Den ganzen Tag über meldeten verschiedene Agenturen, dass es eine anonyme Anzeige gegen 3 österreichische Ärzte gibt, die u.a. auch deutsche Biathleten „behandelten“. Dem ZDF lag diese Anzeige vor und auch wir in der Redaktion erhielten Einblick. Anfangs geschockt von all den Namen, doch nach ein wenig nachdenken musste ich schmunzeln. Sollten sich wirklich all diese Athleten zusammengetan haben um systematisch Blutdoping zu betreiben? Der anonyme Verfasser dieser Liste kennt anscheinend die Zusammenhänge und Befindlichkeiten zwischen den Stützpunkten Ruhpolding und Oberhof nicht. Das ist fast so als hätten sich Feuer und Wasser zusammen verschworen. Das geht gar nicht! Also sind wir sehr vorsichtig mit dieser Liste, müssen aber schon Details herausfinden und versuchen Licht ins Dunkel zu bringen. Mit Sven Fischer haben wir einen Kollegen, der ebenfalls auf der Liste steht und darauf bestand Stellung zu den Vorwürfen nehmen zu dürfen. Unaufgeregt nahm Sven live im ZDF Stellung. Svens Verhalten schon im Vorfeld der Saison als das Thema - Doping in der Berichterstattung - besprochen wurde, in den Gesprächen vor und auch hinter der Kamera, lassen für mich nur einen Schluss zu. Sven Fischer hat sich nichts zu Schulden kommen lassen!
Doping ist in allen Varianten zu bekämpfen und man sollte alles versuchen, diese Betrügereien aufzudecken. Im Rahmen einer anonymen Anzeige geht das allerdings nicht. Sollte der Verfasser tatsächlich über fundierte Erkenntnisse verfügen, so kann er sich gelassen zu erkennen geben. Er wäre so etwas wie ein Held. So jedoch hat es für mich den Anschein, dass es mutwillig darum geht möglichst viele Sportler in Misskredit zu bringen und zu schaden oder von etwas abzulenken.
Dazu fällt mir ein altes Sprichwort ein, das ich in diesem Zusammenhang dieser Tage in Schweden schon einmal gelesen hatte. „Der größte Lump im ganzen Land ist und bleibt der Denunziant.“
Der Kampf gegen Doping darf nicht aufhören. Wolfgang Pichler, der Trainer der schwedischen Biathlonnationalmannschaft, fordert eine von den Verbänden unabhängige Firma, die auf Dopingsünder Jagd macht. Er äußerte die Vermutung, dass 10% bis 20% der Teilnehmer im Biathlon-Weltcup gedopt sind. Das kann sein, doch wie kann man diese Quote reduzieren?
Für mich wäre es ein gutes Mittel, wenn man den Hintermännern solcher Dopingsünder Ihre medizinischen Zulassungen sofort entzieht und die Mannschaften die mehr als einen Dopingfall im Zeitraum einer Olympiade (4 Jahre) haben, sofort mit einem Startverbot für alle Weltcups und Weltmeisterschaften für diesen Zeitraum belegt. Da würden sich einige Teams genau überlegen was sie machen. Einzelne schwarze Schafe wird man deshalb nicht abschrecken, jedoch würde die Dopingfahndung weltweit schlagartig ein hohes Niveau erreichen.
Es gilt ein besseres effizienteres System zu installieren. Dazu braucht der Sport die Unterstützung und den Rückhalt der Öffentlichkeit. Geradezu „hinterfotzig“ finde ich das Verhalten von einigen, ich nenne sie „Schreiberlinge“, die fordern, dass doch jetzt das Fernsehen endlich die Konsequenzen ziehen muss und die Übertragungen einzustellen hat, da Biathlon im Dopingsumpf versinken würde. Ausdrücklich möchte ich erwähnen, dass ich damit nicht jene Sportjournalisten meine, die schon seit Jahren auch sportfachlich kritisch über Biathlon berichten.
Warum schreiben die erstgenannten eigentlich noch über Biathlon? Warum hören die nicht auf darüber zu berichten? Was ist das für eine Moral, was soll das? Man fordert bessere Kontrollen, die dann durchgezogen werden und wenn ein Sünder sich im Netz der Kontrollen und Fahndung verfängt, dann sagt man und jetzt lassen wir Euch fallen? Wäre es nicht sinnvoller die Berichterstattung so zu gestalten, dass jeder wirklich ertappte Dopingsünder ein Erfolg gegen das Doping ist? Sollte man den Verband nicht unterstützen, in dem man alle Informationen austauscht und versucht ein engmaschigeres Netz aufzubauen? Stellt die Ertappten an den Pranger indem ihr über sie berichtet, lasst kein gutes Haar an ihnen, den Hintermännern, Trainern, Betreuern und allen die Doping unterstützen. Feiert jeden erwischten Dopingsünder als Sieg über die Betrüger aber geht nicht den falschen Weg indem man eine Sportart zugrunde schreibt. All die Kritiker und Journalisten die unter dem Deckmantel der journalistischen Aufklärungsarbeit immer ein Haar in der Suppe finden wollen um sich zu profilieren und eben auch „Auflage“ produzieren wollen, zum Teil ihre Kommentare und Berichte vor dem TV schreiben, sich erst trauen etwas zu veröffentlichen wenn es das Fernsehen auch gebracht hat. Alle die, die in den diversen Internetforen die Weisheit mit dem Löffel gefressen haben, sollten einen Augenblick nachdenken ob sie in ihrem Beruf oder Studium immer genau soviel bereit sind zu geben, wie es die Athleten tun. Athleten geben im Training und im Wettkampf 100%, leider kommt dabei nicht immer eine Siegleistung heraus. Das ist aber nur menschlich, denn es sind Menschen über die ihr urteilt. Ole Einar Björndalen hat in einem Interview gesagt, sein Leben ist wie im offenen Vollzug. Er muss immer und überall für die Dopingkontrolleure erreichbar sein. Genau so geht es allen deutschen Kaderathleten. Wer wollte für sich behaupten, er lasse eine totale Überwachung seiner persönlichen Freiheit rund um die Uhr zu, damit er seinen Beruf ausüben darf. Was immer Euch antreibt, bleibt fair! Wolltet ihr, dass über euch Behauptungen anonym aufgestellt werden und so geschrieben wird wie ihr es zum Teil praktiziert?
Wie in diesem Bericht tritt die sportliche Leistung dieser WM in den Hintergrund. Andrea Henkel hat zwei Einzelgoldmedaillen und einen Staffelgoldmedaille gewonnen. Sie ist der Star bei den Frauen gewesen. Magdalena Neuner hat im Massenstartrennen eindrucksvoll bewiesen, dass sie eine großartige sportliche Zukunft vor sich hat. Der Sieg in der Mixedstaffel ist zu 50% auf ihre tolle Leistung begründet. Zu Recht wurde sie von Uwe Müssiggang in der Frauenstaffel aufgestellt und zu Recht hat diese Staffel den WM Titel gewonnen. Ein Hoch auf unsere Frauen und alle Achtung vor den Leistungen der Herren. Die mannschaftliche Geschlossenheit, die man in den meisten Wettkämpfen dieser WM anhand der Ergebnisse vermisste, war in der Krisensituation zu spüren und alleine dafür sollten alle Mitglieder dieser beiden Mannschaften eine Medaille erhalten.
Mit emotionalen und sportlichen Grüßen
Herbert Fritzenwenger
Biathlonverband setzt auf die WM, den Weltcup und das Rennen auf Schalke IBU: VELTINS Biathlon WTC soll das einzige Event dieser Art bleiben
Die Zukunft der VELTINS Biathlon WTC ist gesichert: Das ist das Ergebnis von Gesprächen zwischen dem Schalker Vorstand und der Internationalen Biathlon Union (IBU) am Rande des Weltcups im italienischen Antholz. „Die IBU ist sehr zufrieden mit dem Rennen auf Schalke und will auf diese ausgezeichnete Werbung für den Biathlon-Sport nicht verzichten“, fasste der Vorsitzende Josef Schnusenberg den Tenor des Treffens zusammen. Auf Einladung von Schalkes Partner E.ON Ruhrgas weilten die Vorstandmitglieder Josef Schnusenberg und Peter Peters sowie Marketing-Leiter Andreas Steiniger in Antholz. Zwischen den Rennen fanden die Gespräche mit dem IBU-Präsidenten Anders Besseberg, den beiden Vizepräsidenten Alexander Tikhonov und Gottlieb Taschler sowie Generalsekretär Dr. Michael Geistlinger statt. Der IBU-Vorstand versicherte den Schalkern dabei, dass man im Biathlon-Sport weiterhin auf drei Bausteine setzen werde: die Weltmeisterschaft, den Weltcup und die VELTINS Biathlon WTC. „Unsere Veranstaltung soll das einzige Rennen dieser Art bleiben. Die IBU ist in diesem Zusammenhang der selben Meinung wie wir: Nirgendwo klappt die Symbiose zwischen Spitzensport und Unterhaltung so perfekt wie auf Schalke“, so Josef Schnusenberg. Der Vorsitzende der Königsblauen zeigte sich sehr erfreut über das deutliche Signal für eine langfristige Zusammenarbeit. Nach der mündlichen Rahmenvereinbarung mit der IBU werden die Knappen in den kommenden Wochen nun mit den Deutschen Ski-Verband (DSV) den Termin für die WTC 08 festlegen. Schnusenberg rechnet damit, dass der Mixed-Staffelwettbewerb der Olympiasieger und Weltmeister in diesem Jahr an dem Wochenende (28. oder 29.12.) zwischen Weihnachten und Neujahr stattfindet. Ausdrücklich lobten alle Beteiligten die Arbeit von WTC-Organisator Herbert Fritzenwenger und die Kooperation mit dem Zweiten Deutschen Fernsehen (ZDF). „Dass wir jedes Jahr die besten Biathleten der Welt am Start haben, ist nicht zuletzt Fritzenwenger und seinem Team zu verdanken“, sagt Peter Peters. „Auch wenn es ihm von Jahr zu Jahr leichter fällt.“ So erklärte beispielsweise Weltmeisterin Martina Glagow im vergangenen Jahr: „Man fühlt sich als Sportler geehrt, wenn die Anfrage kommt.“ Seit 2002 steigt die VELTINS Biathlon WTC auf Schalke. Alle bisherigen sechs Ausgaben waren ausverkauft. Bei der ZDF-Live-Übertragung des Rennens 2007 sahen in der Spitze rund fünf Millionen Menschen zu. Der vierfache WTC-Sieger Ole Einar Björndalen: „Das Schöne an diesem Wettkampf ist das sehr faire Publikum. Ob Norweger, Franzosen oder Russen – die Deutschen feuern jeden an. Das gefällt mir sehr gut. Und jedes Jahr wird die Stimmung besser.“
Soweit die Pressemitteilung von Schalke 04. Mal sehen wie es in Zukunft tatsächlich weitergeht. Die Erfahrung der letzten 16 Jahre (10 Jahre Ruhpolding und 6 Jahre Schalke) haben gezeigt, dass es ein immer währender Kampf für mich und meine Mitstreiter war und zukünftig auch sein wird, da die Meinung und Entwicklung in den Verbänden Jahr für Jahr unterschiedlich ist.
21.01.2008
Biathlon Weltcup Ruhpolding und Starbiathlon
Die stressigsten Wochen dieses Winters liegen hinter mir. Es war aber nicht nur stressig, sondern auch hochinteressant. Der Biathlon Weltcup in Ruhpolding war sicher einer der besten die Ruhpolding bisher organisierte. Die Rennen waren spannend und das deutsche Team sehr erfolgreich. Mein Tätigkeitsfeld beschränkte sich neben der Kommentierung für das ZDF, auf die Koordinierung der Interessen des ZDF mit dem OK und der Führung einiger Interviews mit Trainern und Athleten des DSV, im DSV VIP Bereich der Firmen Würth und Viessmann.
Der Produktionsaufwand den das Fernsehen betreibt wird immer größer. Markanter Punkt war die Bereitstellung des Flutlichtes durch das ZDF bzw. durch einen Subunternehmer. Als am ersten Abend der Staffel die Athletinnen zum Teil im Dunklen verschwanden, wurde sofort eine zusätzliche Firma engagiert, die die Probleme beseitigen konnte. Während der Staffel der Herren herrschten dann beste TV Bedingungen. Durch den Aufbau der Lichtanlage bis Montag früh um 5 Uhr morgen litt auch die Strecke sehr stark. Da die Techniker ständig die Loipe querten und mit Skidoos nutzten, konnten die Loipengeräte erst fahren als der Schnee durchgefroren war und damit nicht mehr richtig binden konnte. So mussten die Athleten 2 Tage lang durch etwas tieferen Schnee laufen, der allerdings nicht langsam war. Es war als würde man auf Kugellagern laufen. Erst als es am Freitag wärmer wurde, es leicht schneite und der Schnee damit wieder binden konnte, wurden die Bedingungen was die Schneetiefe anbelangt wieder besser.
Der Zulauf im VIP Zelt in Ruhpolding wird immer größer. Es wuden soviele Gäste betreut wie nie zuvor. Jedoch scheint mir die Grenze des Möglichen überschritten zu sein. Die Qualität der Raumaufteilung und Sitzplatzanordnung litt doch spürbar. Zukünftig sollte man hier wieder mehr auf Qualität setzen. Die Preise für VIP Karten werden dadurch zwar etwas teurer aber die Kunden werden dies sicher zu schätzen wissen. Verpflegung und der Service waren wie immer sehr gut und verdienen höchste Anerkennung.
Wie allen ehrenamtlichen 850 Helfern in allen Arbeitsbereichen großes Lob und Dank gebühren. Ohne sie und ihren sehr hohen Einsatz wäre so ein toller Weltcup nicht möglich.
Zum vierten Mal konnten wir nun den Starbiathlon durchführen. Leider haben der Sport und viele Athleten noch immer wenig Verständnis für dieses TV-Format. Es ist und bleibt eine Unterhaltungssendung und keine Sportveranstaltung. Wer dies erst einmal kapiert hat, konnte sich zurücklehnen und eine tolle Sendung erleben. Ich durfte zum Teil seit Dienstag 15.01. die Stars betreuen und an den Biathlonsport heranführen. Da ich für das ZDF arbeite war eine Aufgabenstellung, so wenig wie möglich in Wort und Bild zu erscheinen. Es war eine tolle Zeit, wir hatten viel Spass und alle gaben 100%. Mit Jürgen Vogel, Axel Schulz, Johann Lafer, Jens Riewa, Alexander Mazza, Christian Neureuther oder Wigald Boning zu arbeiten machte riesig Spass. Auch die Damen Johanna Klum, Eva Habermann, Jasmin Wagner, Regina Halmich, Caroline Beil und mein persönlicher Superstar, weil schon immer mein großes sportliches und menschliches Vorbild, Rosi Mittermaier, waren sehr symphatisch und "pflegeleicht".
Moderator Jörg Pilawa ist ebenfalls ein guter Typ. Bewundernswert seine Art wie er in so eine Sendung hineingeht und wie souverän er diese Aufgabe löst.
Die Produktionsfirma First Entertainment hat sein Team neu formiert und ebenfalls alles gegeben. Die jungen Produzenten Stephan Neumann und Olivier Memminger legten einen guten Einstand hin, der nur von der Top-Regie von Thomas Strobel noch übertroffen wurde. Er zeigte uns eine super Mischung aus Laufbildern mit vielen Slapstick-Einlagen und dem für das Biathlon kennzeichnenden Schießen.
Hier der offizielle Pressetext und das Resümee aus TV Sicht
«Star-Biathlon» feiert starke Primetime-Premiere
Fast sechs Millionen Zuschauer erreichte Jörg Pilawa am Samstagabend mit seiner Show - der erfolgreiche Abschluss eines populären Sport-Tages im Ersten.
Schon drei Mal ließ das Erste Promis zum «Star-Biathlon» antreten - allerdings stets am Vorabend. Dort ließ das Interesse mit nur noch 4,43 Millionen Zuschauern zuletzt nach, doch trotzdem schickte der Sender die Show in diesem Jahr erstmals ins Abendprogramm.
Ein Schritt, der sich bezahlt gemacht hat: Mit durchschnittlich 5,74 Millionen Zuschauern und einem Marktanteil von 18,7 Prozent beim Gesamtpublikum musste sich Pilawa nur hauchdünn der ZDF-Krimiserie «Ein starkes Team» geschlagen geben. Zugleich stellte die Sportshow einen neuen Reichweiten-Rekord auf: Den bisherigen Bestwert markierte die Premiere im Jahr 2005, die damals um 18:10 Uhr von 5,55 Millionen Menschen gesehen wurde.
Noch dazu überzeugte die Show auch wieder beim jungen Publikum, wo 1,41 Millionen 14- bis 49-Jährige für klar überdurchschnittliche 11,7 Prozent Marktanteil reichten. Damit war «Star-Biathlon» der erfolgreiche Abschluss eines sehr beliebten Sport-Tages im Ersten. So erreichte die 10 Kilometer-Verfolung bei den Profi-Damen zur Mittagszeit bereits insgesamt 4,63 Millionen Zuschauer sowie hervorragende 39,6 Prozent Marktanteil, die Herren-Verfolgung wurde nachmittags schließlich sogar von 5,32 Millionen Menschen gesehen. Beim jungen Publikum fielen die Marktanteile mit 28,2 und 23,7 Prozent wahrlich meisterhaft aus.
Und dann waren da auch noch die deutschen Handball-Herren, die am Vorabend im einem spannenden Spiel gegen Ungarn die sichere Qualifikation für die nächste Runde bei der EM erreichten. Angesichts von 4,71 Millionen Zuschauern scheint das Wintermärchen allmählich wieder zum Leben erweckt zu werden.
Veltins Biathlon World Team Challenge ein super Erfolg
Noch immer stehe ich unter dem Eindruck einer sehr gut gelungenen Veranstaltung. Das gesamte Organisationsteam hat hervorragend zusammengearbeitet und eine der besten Biathlonveranstaltungen aller Zeiten in Szene gesetzt. Die Athletinnen und Athleten haben weltklasse Leistungen gezeigt und haben dem sensationell gut aufgelegten Publikum in der Veltins Arena eine große Show geliefert. Ich bin stolz auf alle meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im "OK" und froh, dass es uns auch dieses Jahr wieder gelungen ist, dieses Event durchzuführen. Hier ein Artikel aus der WAZ online, der exakt alles genau wiedergibt.
Der Norweger Ole Einar Björndalen muss sich beim Biathlon-Spektakel auf Schalke nach vier Siegen in Serie mit Platz zwei begnügen.
Russisches Duo gewinnt.
49 000 Zuschauer sorgen für SuperstimmungGelsenkirchen. Nach vier Erfolgen in Serie ist der König seines Sports, Ole Einar Björndalen, beim Veltins-Biathlon nicht auf Rang eins gefahren. Mit seiner norwegischen Landsfrau Tora Berger kam er auf Platz zwei. Das ist die Nachricht der sechsten Auflage des World-Team-Challenge-Wettbewerbs, bei dem zwei Frauen Stoff für zwei Geschichten lieferten. Anne Preußler, die mit Michael Greis auf Platz drei gelandet war, für eine deutsche und Ekaterina Iourieva, die zusammen mit Dmitri Iarochenko souverän triumphierte und sich diebisch über die 24 000-Euro-Prämie fürs Sieger-Duo freute, für eine russische.
Die deutsche Geschichte:
Die Pressekonferenz war schon längst beendet, als noch Journalisten ins Medien-Zentrum der Veltins-Arena kamen. "Wer ist denn das, muss die nicht ins Bett?", fragte dann einer. Das war gewiss despektierlich. Doch die nur 1,58 Meter große Anne Preußler, der 22 Jahre nicht anzusehen sind, muss ständig hinaufschauen. Was nichts daran änderte, dass die Europacup-Führende sehr glücklich und stolz war.
Eigentlich wäre sie gar nicht dabei gewesen, weil Michael Greis doch mit Martina Glagow, mit der er 2002 gewonnen hatte, starten sollte. Doch nach deren Absage rappelte das Telefon der Altenbergerin. "Ich hatte mich schon drauf gefreut, gemütlich vorm Fernseher zu sitzen", sagte Anne Preußler. "Dann kam am 23. Dezember der Anruf. Das war wie ein verfrühtes Weihnachtsgeschenk für mich."
Beim Massenstart lief es zunächst aber nicht, die Junioren-Weltmeisterin von 2005 stürzte sogar zweimal. "Nichts hat richtig gepasst", sagte sie. "Ich war sehr aufgeregt." Und weil auch bei Michael Greis nicht viel gepasst hatte, war das Resultat Rang elf. "Ich habe nach der ersten Halbzeit nicht mehr daran geglaubt, dass es noch so weit nach vorne gehen kann", sagte der Dreifach-Olympiasieger.
Es ging aber. Weil Michael Greis beim letzten Schießen, wie er sagte, das nötige Maß von Aggressivität und Gelassenheit gefunden habe. "Das war perfekt." Und weil sich Anne Preußler, wie sie sagte, besser konzentriert habe. Trotz der beeindruckenden Kulisse in der mit 49 000 Zuschauern ausverkauften Arena. "Mir lief es jedes Mal eiskalt den Rücken herunter, wenn ich ins Stadion gelaufen bin. Das war ein Highlight für mich, vor so vielen Zuschauern zu laufen", sagte sie. "Das war der Wahnsinn. Jeder Einzelne ist angefeuert worden, das hat uns so richtig gepusht." Der Lohn: 14 000 Euro, 7000 allein für Anne Preußler, das höchste Preisgeld ihrer Karriere. "Da möchte ich gar nicht drüber nachdenken", sagte die Sächsin und verlieh dem Wahnsinn einen Superlativ. "Das ist der totale Wahnsinn."
Die russische Geschichte:
Die Pressekonferenz hatte noch nicht begonnen, weil Josef Schnusenberg, der Präsident des FC Schalke 04, fehlte. Als der 66-Jährige dann kam und sich den letzten Außenplatz des Podiums gesichert hatte, war Ekaterina Iourieva verblüfft und sagte: "Warum sitzt er auf der Seite und nicht in der Mitte, wenn er Präsident ist?" Die Erklärung folgte sofort. "Weil der Präsident auf Schalke", sagte Josef Schnusenberg, "nicht so wichtig ist wie in Russland."
Die 24-Jährige staunte weiter, aber sie erzählte dann auch von ihrem beeindruckenden Auftritt. Dass sie beim zweiten Rennen, der Verfolgung, nach Platz eins im ersten keinen Druck mehr gehabt habe. Dass sie beeindruckt gewesen sei, überhaupt angefeuert worden zu sein, "obwohl wir Konkurrenten der Deutschen sind". Und für ihre Null-Fehler-Leistung beim Schießen gab es sogar Lob von höchster Biathlon-Stelle. "Was Ekaterina am Schießstand geleistet hat, ist einmalig", sagte der König, Ole Einar Björndalen.
24.12.2007
Anne Preussler, die Führende im Europacup, startet für Martina Glagow bei der Veltins WTC 07
Als Ersatz für die erkrankte Martina Glagow wird die Führende im Europacup, Anne Preussler, an den Start gehen. Ob sie tatsächlich zusammen mit Michael Greis ein Team bildet, muss noch geklärt werden.
Wir wünschen Martina Glagow baldige Genesung um im neuen Jahr wieder voll angreifen zu können!
Martina Glagow krank und startet leider nicht bei der Veltins WTC 07
Gestern Abend kam die Hiobsbotschaft per Telefon. Martina teilte mir mit, dass sie krank ist und leider nicht an der Veltins WTC 07 teilnehmen kann. Ihr wurde vom Mannschaftsarzt Dr. Bernd Wolfahrt eine 10-tägige Trainingspause in Verbindung mit der Einnahme von Antibiotika verordnet.
Jetzt gilt es Ersatz zu finden! Sabrina Buchholz, die ursprünglich vorgesehen war, kann aus familiären Gründen nicht starten. Ich bin zuversichtlich, dass wir noch eine starke Ersatzfrau für Martina finden werden.
20.12.2007
Veltins Biathlon World Team Challenge naht
Die Vorbereitungen für meine WTC 07 laufen hervorragend. Das Teilnehmerfeld könnte nicht besser sein. Das Team von Schalke 04 arbeitet wie jedes Jahr sehr professionell. Besonders hervorheben möchte ich aber einen meiner Mitarbeiter, der sich wie all die Jahre zuvor sehr gut bewährt. Mein Mann vor Ort, Frank Hübner, klärt offene Fragen bis ins Detail und hält mir den Rücken frei. Vielen Dank lieber Frank für Deine herovrragende Arbeit.
Mit dem Biathlonweltcup in Pokljuka ist die erste Wettkampfperiode des Winters bereits schon wieder Geschichte. Das Frauen Team um die im Weltcup führende Martina Glagow legte einen Start nach Maß hin. Erfreulich, dass alle Frauen in der Lage sind absolute Weltklasse-Leistungen zu erbringen. Simone Denkinger hat sich mit Macht zurück gemeldet und Sabrina Buchholz konnte ihre Leistungen innerhalb einer Wettkampfperiode stabilisieren. Damit ist auch sie jetzt eine feste Größe im Team von Uwe Müssiggang.
Der Start des Herrenteams war zwar nicht so erfolgreich wie der der Damen. Berücksichtigt man aber den Umbruch der innerhalb der Mannschaft stattgefunden hat und die extreme Verletzung von Andi Birnbacher am Anfang der Saison, waren die Leistungen gut bis sehr gut. Schön, dass nicht nur ein Athlet gute Leistungen erbrachte, sondern mit Graf, Pump und Wolf 3 verschiedene Athleten bereits auf dem Podium standen. Andi Birnbacher wird, wenn er seine Verletzung weiterhin so gut im Griff hat, sicher auch bald wieder Top 3 Plätze belegen. Bei Michael Greis mache ich mir im Augenblick keine Sorgen. Er wird wieder kommen. Seine Zeit wird der Januar und die WM in Östersund sein.
Die Übertragungen haben mir wieder sehr viel Spaß gemacht. Schade ist nur, dass es noch keine einheitliche Regie innerhalb des Weltcups gibt. Der Qualitätsunterschied ist jedesmal deutlich zu sehen. Ein Regisseur, der nur einmal im Jahr Biathlon produziert ist meist hoffnungslos überfordert. Daher ist mein Vorschlag einen Regisseur für alle Veranstaltungen einzusetzen und zwar den Besten. An Regisseur Andreas Lauterbach gibt es keinen Weg vorbei und die EBU (European Broadcating Union) würde ein Gutes tun wenn sie sich mit dem ZDF und Andi zu solch einer Lösung durchringen könnte.
1. Biathlon Weltcup der Saison 2007/08 in Kontiolahti/FIN vorüber
Vom 29.11. bis 02.12. fand in Kontiolahti/FIN der erste Biathlon Weltcup der Saison statt. Alle Teams waren nervös und unsicher ob ihre Vorbereitung richtig war. Das deutsche Frauenteam startete brilliant und konnte mit zwei Siegen von Martina Glagow gleich richtig auftrumpfen. Das gesamte Frauenteam hat sich sehr gut präsentiert und dürfte auch in der restlichen Saison die bestimmende Mannschaft im Weltcup bleiben. Das Männerteam um Michael Greis tat sich etwas schwerer. Die Laufleistungen sind zwar durchweg gut bis sehr gut, jedoch waren die Schießleistungen zu schlecht um wirklich vorne in breiterer Front mitzukämpfen. Gratulation an Daniel Graf zum 5.Platz im Einzel- und besonders Carsten Pump zum hervorragenden 3. Platz im Sprintwettkampf. Damit haben ausgerechnet die Ersatzleute für die besten Resultate gesorgt, was wiederum aber darauf hindeutet, dass es nur eine Frage der Zeit sein wird, bis auch die anderen Athleten in die vorderen Ränge laufen werden.
Wie die Biathlon-Teams auch, sind wir als Team des ZDF immer ein wenig nervös vor dem ersten Einsatz. Die Rennen verliefen aber so großartig, dass uns, so glaube ich, gute Sendungen gelungen sind. Leider haben einige Zuseher meine Bemerkung am Sonntag im Verfolgungsrennen der Frauen, die sicher nicht optimal war, über Andrea Henkel aus dem Zusammenhang gerissen und sich darüber aufgeregt. Gesagt hatte ich, dass Andrea ja nicht viel höher als eine Tischplatte sei, wie gesagt, das ist nicht optimal, war aber mit Sicherheit nicht böse gemeint. Wer zugehört hat, hat eben auch gehört, dass ich die unglaublich raumgreifenden Schritte von Andrea im Anstieg gewürdigt hatte. Dass selbst 10 bis 15 cm größere Athletinnen kürzere Schritte machen würden und Andrea damit ein sehr hohes Tempo bergauf laufen kann. Live ist eben live. Die Athletinnen treffen auch nicht immer ins Schwarze. Genauso ist es bei uns Live-Reportern. Du kannst nichts mehr zurücknehmen wenn der "Schuss" (das gesprochene Wort) einmal losgegangen ist. Ich habe mit Andrea noch am Flughafen von Joensuu vor der Rückreise darüber gesprochen. Andrea nahm es locker und konnte selbst darüber nur schmunzeln. Am Flughafen in Helsinki hat sie sich demonstativ vor einem Tisch aufgestellt und zu mir gesagt, "soviel zur Tischplatte" und grinste bis über beide Ohren.
Viel Interessantes zum Biathlon Weltcup in Kontiolahti gibt es auf der Site des ZDF
6. Veltins Biathlon World Team Challenge am 29.12.2007 in der Veltins-Arena AufSchalkeÄnderungen und sensationelle TV Zeiten für die WTC
Gestern fand die Auftaktbesprechung für die 6. Veltins WTC 2007 in der Arena AufSchalke statt. Die Mitarbeiter der Betriebs GmbH, das ZDF und mein Team waren anwesend, um die Planung für die kommende Veranstaltung am 29.12.2007 zu besprechen. Da wir technisch nur Details ändern werden, konnten wir in Ruhe die angedachten Verbesserungsvorschläge durchgehen. Wie immer, ist es das Ziel für alle Interessensgruppen Verbesserungen zu erzielen. So können wir für die Sportler mit einigen einfachen Maßnahmen die Strecke teilweise so gestalten, dass Überholvorgänge möglich werden. Dies war immer wieder seitens der Athleten gewünscht. Ich bin nur gespannt ob die Athleten davon Gebrauch machen werden. Wer die Sprintveranstaltung im LL-Weltcup von Düsseldorf beobachtet hat, konnte zwar die sehr breite Trasse erkennen aber auch, dass kaum Überholvorgänge stattgefunden haben. Immer nur kurz vor oder nach Kurven wurde überholt. AufSchalke wird sich das meiner Meinung nach, aus renntaktischen Gründen, wie immer auf den Schiessstand reduzieren.
Shoot Out
Der Modus des Shoot Out ändert sich dahingehend, dass in das Finale nicht mehr die 6 besten Frauen und Männer kommen, sondern der besseren Übersicht wegen nur noch die je 3 Besten.
Der Modus des Hauptrennens bleibt ähnlich dem des letzten Jahres. 1. Halbzeit
Massenstart aller Frauen durch liegend schießen. Danach 1 Runde laufen bis zum Schiessstand um liegend zu schießen. Danach Wechsel zu den Männern. Die Männer laufen ebenfalls eine Runde um liegend zu schießen. Dann Wechsel zu den Frauen, die nach der gelaufenen Runde stehend schießen. Wechsel zu den Männern usw. Nach der 8. gelaufenen Runde und dem letzten Stehend-Schießen der Männer, wird von diesen noch eine Runde ins Ziel gelaufen.
Die Pause zwischen den Rennen vergrößert sich enorm, 45 Minuten werden es sein. Aufgrund der stark erhöhten Übertragungszeit im ZDF und die Verlegung an die Prime Time heran, ist dies notwendig. Den Athleten wird es entgegenkommen und unser Sport einem noch größeren Publikum dargeboten.
2. Halbzeit
Verfolgungsmodus Der Rückstand aus der 1. Halbzeit wird halbiert, es starten die Frauen. Alle Teams die 45 Sekunden oder mehr Rückstand auf die Führenden haben, werden zusammen in die 2. Halbzeit geschickt. Es werden ebenso wie in der ersten Halbzeit insgesamt 9 Runden gelaufen. Sieger der WTC 07 ist das Team, das als erstes die Ziellinie überquert.
Weitere Maßnahmen und Änderungen
Der Raum für die betreuenden Skitechniker wird vergrößert, bzw. so gelegt, dass es vom Ausziehen der Skier der Athleten, bis zum Skipräparieren nur wenige Schritte sind und damit mehr Ruhe im Wechselbereich erreicht wird. Für die Zuschauer vor Ort werden diesmal alle Plätze mit Bestuhlung versehen. Das reduziert zwar das Fassungsvermögen um einige tausend Plätze, doch wir haben es nicht mehr nötig stets neue Rekorde zu vermelden. Wichtiger ist die Qualität für die vor Ort anwesenden Zuschauer zu erhöhen. Es wird dafür an der Strecke ein vergünstigter Zuschauerbereich mit Videowand angeboten, die die Zuschauer an der Strecke mit Bildern versorgt. Ähnlich wie in Ruhpolding und Oberhof werden dann Streckenkarten angeboten. Das ZDF wird für den Zuschauer zuhause neue Kameraeinstellungen zeigen, die es so bisher im Biathlonsport noch nicht gab und gibt sich ausserdem wie immer äusserst inovativ.
Die TV-Übertragungszeiten sind aus der Sicht des Sports wahrlich sensationell. Die erste Halbzeit wird von ca.17.50 Uhr bis 19.00 Uhr übertragen. Dann kommt die "heute" Sendung des ZDF, die ebenfalls in die Arena schaltet. Ab ca. 19:20 Uhr bis 20:15 Uhr wird die 2. Halbzeit übertragen.
Anfragen aus Russland und Norwegen zur Übertragung liegen dem ZDF vor. Ole Einar sagte mir vor kurzer Zeit, dass die WTC 2006 in Norwegen von den Einschaltquoten eine der besten Biathlonsendungen des Jahres war. Nur die WM in Antholz hatte mehr Zuseher. Kein regulärer Weltcup konnte diese Quoten erreichen.
Selbst China überlegt ob es die WTC überträgt.
Eine bessere PR kann man für den Biathlonsport nicht bekommen. Die Veranstaltung dient der PR für den Biathlonsport und erfüllt damit ihren Zweck zu 100 Prozent.
Die meisten Teams stehen fest und haben bereits ihre Zusage gegeben.
Für Deutschland werden diesmal 4 Teams an den Start gehen. Es sind dies:
Martina Glagow und Michael Greis Andrea Henkel und Alexander Wolf Kati Wilhelm und Andreas Birnbacher Katrin Hitzer und Michael Rösch
Diese Teams bilden die Herausforderer von Ole Einar Björndalen und seiner Partnerin. Ich bin im Gespräch mit Tora Berger und hoffe spätestens nach dem ersten Weltcup ihre Zusage zu erhalten. Auch die Partnerin von Halvard Hanevold steht noch nicht fest. Wir kamen überein, zunächst die ersten Weltcuprennen abzuwarten um zu sehen wer sich leistungsmäßig anbietet.
Zugesagt haben weiter die französischen Spitzenteams Sandrine Bailly und Vincent Defrasne sowie Silvie Becaert und Simone Fourcade.
Das italienische Team habe ich noch einmal eingeladen, da sie im Vorjahr so viel Pech mit der Anreise hatten und nur in der zweiten Halbzeit, völlig gestreßt und abgeschlagen im Feld liefen. Michela Ponza und Rene Laurent Vuillermoz haben eine zweite Chance verdient.
Auch ein Team aus China wird am Start sein. Der Vertrag ist unterschrieben, die Namen werden allerdings erst im Dezember von der Teamleitung festgelegt.
Ähnlich ist es mit dem russischen Team. Alle Jahre wird diese Mannschaft erst im Dezember nominiert.
Da die WM dieses Jahr in Schweden stattfindet, habe ich ein Team aus Schweden eingeladen. Der Trainer der Schweden, der Ruhpoldinger Wolfgang Pichler, wollte sich ebenfalls noch entscheiden. Sollte eine Absage aus Schweden kommen, wird nach Rücksprache mit dem ZDF ein Nachwuchsteam aus Deutschland eingeladen. Da in Ruhpolding im Januar 2007 die Junioren WM stattfindet, könnte man dann hier für die Athleten und diese großartige Veranstaltung eine tolle Plattform bieten.
Es tut sich also wieder einiges mit der WTC. Ich freue mich schon sehr, denn trotz der Routine und der langen Tradition der WTC, zunächst 8 x in Ruhpolding und jetzt 6 x AufSchalke, ist es immer wieder spannend die besten Biathletinnen und Biathleten der Welt in diesem Wettkampf zu beobachten.
City Biathlon in Püttlingen
Das erste Mal hat das ZDF diese Veranstaltung live übertragen. Zusammen mit meinem Kollegen Christoph Hamm durfte ich die Rennen kommentieren. Zusammenfassend kann man sagen, dass die Veranstaltung wirklich gelungen ist. Die Stimmung war sehr gut, die Athleten zeigten sehr starke Leistungen und auch das Wetter zeigte sich von seiner besten Seite. Schade ist nur, dass die anspruchsvolle Strecke mit sehr vielen Pflasterabschnitten ausgestattet ist. Teer wäre viel besser. Püttlingen war auf alle Fälle eine Reise Wert. Wie es in Zukunft mit Sommerbiathlon weiter gehen wird? Mal sehen. Mehr vom City Biathlon Püttlingen gibt es hier....
Nachdem die Biathlonsaison vorüber und die Golfsaison bereits im vollem Gange ist, bestehen meine Aktivitäten im Augenblick hauptsächlich damit, den Golfclub Ruhpolding für die Zukunft zu rüsten. Viele Marketingmaßnahmen wurden bereits durchgeführt und sind noch im Gange. Wir fahren für die Verhältnisse eines "normalen" Golfclubs ein recht umfangreiches Programm um Aufmerksamkeit zu erreichen und Mitglieder zu gewinnen. Erste Tendenzen stimmen uns zuversichtlich, dass wir den richtigen Weg eingeschlagen haben. Wer mehr über den Golflcub Ruhpolding und die damit verbundenen Möglichkeiten erfahren möchte, kann die Homepage des GC Ruhpolding besuchen oder sich direkt an mich wenden.
Seit dem 23.02.2007 bin ich im Handelsregister A Traunstein eingetragen. Die Eintragung lautet wie folgt.
Herbert Fritzenwenger e.K., Sitz: Siegsdorf, HRA 9424 Geschäftsanschrift: Wagnerstr. 1a., 83313 Siegsdorf;
Unternehmensgegenstand: Organisation und Durchführung von Veranstaltungen, Beratung und Führung von Verbänden, Vereinen, Sportveranstaltern, Sportlern, TV-Sendern, TV-Produktionsgesellschaften und allen im Kreislauf des Sports beteiligten Kommunikationsebenen.
Nach 14-tägiger Pause machte sich der Weltcuptross auf, um das letzte Drittel der Saison zu bestreiten. Bei hervorragenden äußeren Bedingungen in Lahti, konnte die DSV Mannschaft zum Teil historische Ergebnisse abliefern. Gerade bei den Frauen scheint die Übermacht der deutschen Athletinnen für den Rest der Saison erdrückend zu sein. Ob sich das auch im nächsten Jahr fortsetzen wird ist aber fraglich, da die anderen Nationen sicher alles daran setzen werden um diese Dominanz zu minimieren. Der Gewinn des Gesamtweltcups ist für Kati Wilhelm und Andrea Henkel noch ein lohnendes Ziel, sich auch für den Rest der Saison voll zu konzentrieren und Höchstleistungen zu zeigen. Wir dürfen gespannt sein ob der Dreikampf mit Anna Carin Olofsson eine deutsche Siegerin im Gesamtweltcup hervorbringt oder ob die Schwedin die Oberhand und damit den Gesamtweltcup gewinnt.
Bei den Herren konnte sich Michael Greis ein gutes Polster im Gesamtweltcup gegen Ole Einar Björndalen schaffen. Auch hier wird es noch richtig spannend.
Für mich ist die Saison als Co-Reporter im ZDF vorbei. Es war eine sehr abwechslungsreiche Saison die mir viel Spaß bereitet hat. Ob und wie es für das ZDF im nächsten Winter weiter geht, werden die kommenden Gespräche zeigen. Für den Sommer bin ich auf alle Fälle schon für eine Biathlonveranstaltung vorgesehen.
Die WM war aus deutscher Sicht wiederum ein überragender Erfolg. Phantastisch die Leistungen der deutschen Mannschaft, egal ob Frauen oder Männer. Gesagt und geschrieben wurde bereits alles. Dem ist nicht viel hinzuzufügen. Hier noch einige Videos des ZDF. Staffel Frauen und Massenstart Männer, Massenstart Frauen, Mixed-Staffel
Gratulation an die 3-fache Biathlon Weltmeisterin 2007 Magdalena Neuner.
Foto: Otto Schöpf von der Südtiroler Zeitung "Dolomiten".
Magdalena habe ich nach einer kleinen Skitour auf den Stallersattel getroffen. Sie hat ihre Siege und die Sonne genossen.
Vielen Dank für die Überlassung der Fotos an Otto Schöpf von der Südtiroler Zeitung "Dolomiten".
Zusammen mit meinem Kollegen Christoph Hamm, hat es wieder sehr viel Spaß gemacht die Rennen zu kommentieren. Es ist nicht immer einfach auf den kleinen Bildschirmen die uns zur Verfügung stehen alles sofort zu erkennen. Doch hoffe ich, dass die Mehrzahl der Zuseher im ZDF zufrieden mit uns sind. Allen kann man es eh nicht recht machen.
Fotoshow der Veltins Biathlon World Team Challenge 2006
Um einige Eindrücke der Veltins Biathlon World Team Challenge 2006 zu vermitteln habe ich eine kleine Fotoshow ins Netz gestellt. Die Fotos wurden von Klaus Pertl geschossen und der HP www.biathlon-aufschalke.de entnommen.
Um Eindrücke von einem der landschaftlich schönsten Golfplätze Deutschlands zu vermitteln habe ich diesen Film ins Netz gestellt.
Star Biathlon und Biathlon Weltcups Oberhof, Ruhpolding und Pokljuka
Nachdem die Veltins Biathlon World Team Challenge hervorragend verlief, war ich gespannt was in Oberhof auf mich zukommen wird. Eingesetzt als ZDF Co-Reporter konnte ich ein wenig von der Anspannung aus Schalke abbauen und den Weltcup genießen. Leider hatten die Oberhofer Pech mit dem Wetter. Trotz sehr warmer Bedingungen konnte man unter Aufbringung aller technischen Möglichkeiten diesen Weltcup retten. Es war wieder einmal ein sehr guter Weltcup, den insgesamt ca. 95.000 Zuschauer im Stadion und an der Strecke verfolgen konnten. Aus den Übertragungen des ZDF gefällt mir ein "Erklärstück" von Petra Behle immer wieder sehr gut, da es den Einfluss des Windes beim Schießen und die entsprechende Reaktion des Schützens einfach erläutert. Dieses Stück wird von vielen Trainern angefragt um es vor allen Dingen jungen Aktiven zur Erläuterung vorführen zu können.
Während der Weltcupwoche von Ruhpolding war ich sehr damit beschäftigt meinen Teil zum Star Biathlon 2007 und zum Gelingen des Weltcups beizutragen. Training mit den Prominenten, Organisation rund um die Durchführung des Star Biathlon, VIP Talk im DSV Biergarten des riesigen VIP Zeltes und Analyse der Staffelrennen im Championspark trugen dazu bei, dass es mir in dieser Woche absolut nicht langweilig wurde.
Leider war die Star Biathlon-Woche überschattet vom Unfall der Schauspielerin Michaela May. Wir hatten uns noch nicht einmal 5 Minuten kennen gelernt, da stürzte Frau May schon vor der ersten Aufwärmübung so unglücklich, dass sie sich den Oberschenkel brach. Zum Glück befanden sich 3 Bergwachthelfer in der Nähe, die sich um Frau May kümmerten, während ich den Rettungshubschrauber alarmierte. Inzwischen ist Frau May auf dem Wege der Besserung. Ich wünsche ihr rasche Genesung.
Der Weltcup Ruhpolding begeisterte mich durch die tolle Atmosphäre, die es eben nur in diesem relativ engen Stadion gibt.
Fast 90.000 Zuschauer im Stadion waren dabei und konnten sich von den sehr guten sportlichen Leistungen überzeugen.
Der Weltcup in Pokljuka überraschte durch gute Schneebedingungen und sehr gute Organisation. Zwar ist der Aufwand den die Slowenen für Zuschauer und Medienvertreter betreiben müssen sehr viel geringer als der in Ruhpolding oder Oberhof, jedoch war dieser Weltcup eine rundum gelungene Veranstaltung. Dass der gesamte Biathlontross im ca. 25 Km entfernten Bled wohnen muss, ist zwar ein kleiner Wehrmutstropfen, jedoch wird man durch die sehr schöne Lage am Bleder See dafür wieder entschädigt.
Abendstimmung am Bleder See während des BWC 2007 in Pokljuka
Blick auf die Kirche der Insel vom Balkon meines Hotelzimmers in Bled
Blick vom Boot auf die umliegenden Berge von Bled
Seit 1993 habe ich nun diese Veranstaltung zum 13. Mal durchgeführt. Betrachtet man die Anfänge im Vergleich zu heute, erkennt man die Entwicklung dieses faszinierenden Sports.
In der Veltins Arena AufSchalke, waren wir nun zum 5. Mal. Es war eine wirklich gelungene und wiederum beeindruckende Veranstaltung. In der Vorbereitungszeit lief alles sehr ruhig. Die verantwortlichen Bereichsleiter von Schalke 04 kennen sich mittlerweile sehr gut im Biathlonsport aus und können die Ergebnisse unserer Absprachen schnell umsetzen und nachvollziehen, zumal die meisten schon richtige Biathlonfans sind.
Der Veranstaltungstag verging wie immer wie im Flug. Um 09.00 Uhr führten wir die erste Ablaufbesprechung durch. Da ich die letzten Jahre immer sehr viel in der Kommentierung des Geschehens von ca. 14:00 Uhr an mitgewirkt hatte, wollte ich mich in diesem Jahr wieder mehr persönlich um die Teams kümmern. Die Teaminfo-Sitzung war sehr angenehm. Da die meisten Teams schon alte Bekannte bei uns waren, hatten sie die Abläufe schnell verstanden und es gab fast keine Fragen. Alle waren sehr entspannt. Alle? Leider nicht alle. Das Team aus Italien, Michela Ponza und Rene Laurent Vuillermoz, waren mitten in einem reisetechnischen Albtraum. Sie wären die ersten gewesen die am 29.12. angereist wären. Nebel in Turin und einen Tag später in Mailand verhinderten die zeitgerechte Anreise. Sichtlich gestresst, kamen sie ohne Ski und Stöcke gerade rechtzeitig zur 2. Halbzeit.
Nachdem alle Teams eingewiesen waren, ging ich in die Arena um mich auf das Hauptprogramm vorzubereiten.
Der Shoot Out war gerade richtig als Aufwärmprogramm für die Teams und die Zuschauer. Schön, dass das französische Team Robert / Robert gewonnen haben. Ole Einar sagte in der abschließenden Pressekonferenz, dass der Shoot Out für ihn der weit aus schwierigere Schiesswettbewerb ist, als das eigentliche Rennen. Der Druck sei führ ihn hier so enorm, da es neben einem nur so kracht und er sich im Ruhezustand vom äußeren Geräuschpegel zu sehr ablenken lässt.
Besonders spannend war für mich, ob die von mir im Vorfeld zur Planung des TV-Programmes berechneten Laufzeiten auch zutreffen. Man kann im Vorfeld nur schätzen wie die Schneebedingungen und damit die Laufzeiten sein werden. Insgesamt hatte ich in einem Zeitfenster von ca. 70 Minuten eine Maximalabweichung von 2 Minuten einzuhalten. Angesichts des von mir neu gewählten Austragungsmodus wirklich spannend. Die Athleten zeigten zum Teil sensationelle Leistungen. Besonders hervorheben möchte ich Linda Grubben, deren Schießeinlagen alle anderen in der Spitze überragten. Besonders stark schossen in der 2 Halbzeit Katrin Hitzer und Daniel Graf, die bei 8 Schießeinlagen nur 1 Fehler geschossen haben.
Das Team Grubben / Björndalen war wiederum nicht zu schlagen. Frankreichs Team Robert / Robert konnten lange mithalten, jedoch leider nicht bis zum Ende. Dem hohen Lauftempo der Norweger mussten sie letztlich am Schiessstand Tribut zollen. Deutlich wieder der Sieg der Norweger. Auch der zweite Platz der Franzosen war eindeutig. Um den dritten Platz wurde hart gekämpft. Beim letzten Schiessen kämpften 5 Athleten gleichzeitig am Schiessstand. Michael Greis konnte sich knapp vor Russlands Team Bogaliy / Iaroshenko und der zweiten deutschen Mannschaft Hitzer / Gaf durchsetzen.
Gerade dieser Schluss und die hervorragende Stimmung in der Arena geben mir die Gewissheit, dass dieser Modus weiter verwendet werden sollte. Einzig die Zeitabstände aus der ersten Halbzeit werde ich halbieren und den Maximalrückstand auf 1 Minute festlegen. Ansonsten bleibt alles wie es dieses Jahr war.
Leider ist die Veltins Biathlon WTC schon wieder Geschichte. Doch wie heißt ein abgewandeltes Sprichwort?
In diesem Sinne freue ich mich schon auf das nächste Jahr.